Meinrad Egli, der stille Helfer

Während 26 Jahren schaute Meinrad Egli in der Freizeitwerkstatt als stellvertretender Leiter nach dem Rechten. Ab Januar tritt Johann Niessner seine Nachfolge in der Holzwerkstatt an.

Kathrin Meier-Gross
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Meinrad Egli (links) übergibt nach 26 Jahren auf Ende Dezember die stellvertretende Leitung der Holzwerkstatt an Johann Niessner. (Bild: kmg.)

Meinrad Egli (links) übergibt nach 26 Jahren auf Ende Dezember die stellvertretende Leitung der Holzwerkstatt an Johann Niessner. (Bild: kmg.)

UZWIL. Ob das denn die Leute interessiere, meint Meinrad Egli – etwas zweifelnd – auf die Frage, ob über ihn und seine Aufgabe geschrieben werden dürfe. Nun, wer während 26 Jahren immer zuverlässig, freundlich und ohne Aufhebens für das Funktionieren der Holzwerkstatt besorgt war, der hat's wahrlich verdient, einmal öffentlich erwähnt zu werden. So geschehen an der Bürgerversammlung. Leider hat Meinrad Egli die lobenden Worte von Gemeindepräsident Lucas Keel verpasst. Am Montagabend ist jeweils die Freizeitwerkstatt geöffnet und Egli vor Ort!

Stellvertreter in Holzwerkstatt

Wegen seiner Arbeitsstelle als Projektsachbearbeiter in der Müllereiabteilung der Firma Bühler sind Meinrad Egli und Gattin Luzia 1972 in der Gemeinde Uzwil sesshaft geworden. Als Vater von drei Kindern gab es immer wieder etwas zu schreinern, und da anerbot sich die Freizeitwerkstatt als optimale Einrichtung. Die besonnene Art des Hobbyschreiners war auch dem damaligen Präsidenten der Freizeitwerkstatt, Willi Ehrensperger, aufgefallen. Dieser nahm ihn eines Tages zur Seite und fragte ihn, ob er nicht den Leiter, Albert Baumgartner, unterstützen wolle. Egli sagte zu und übernahm im Januar 1987 die stellvertretende Leitung der Holzwerkstatt.

Gut genutzte Einrichtung

Meinrad Egli schätzt die grosszügigen Platzverhältnisse, welche die Freizeitwerkstatt in der Zentrumsüberbauung auszeichnet. Bei seinen ersten Besuchen war die Werkstatt an der Henauerstrasse in Niederuzwil einquartiert gewesen. Darauf zügelte sie in die Telefonzentrale in Uzwil. Als diese wegen der Zentrumsüberbauung weichen musste, wurde die Holzwerkstatt temporär nach Oberbüren verlegt und die Metallwerkstatt nach Oberuzwil. Im Lauf der Jahre ist der Maschinenpark aufgestockt worden. Die gute Belegung der Freizeitwerkstatt in Uzwil zeigt einerseits, dass die Bevölkerung dieses Angebot schätzt, und zweitens, dass sie gut geführt wird.

Keine schlimmen Unfälle

Dankbar ist Egli, dass in all den Jahren nie ein schwerwiegender Unfall geschehen ist. Ende Dezember wird für den sportlichen 71-Jährigen ein neuer Abschnitt beginnen. Zwar wird er dann nicht mehr drei Abende pro Woche in der Freizeitwerkstatt verbringen, hin und wieder wird es ihn aber trotzdem noch dorthin ziehen. Für zwei Enkelkinder hat er bereits Laufräder gebaut, der jüngste Enkelssohn ist kürzlich mit einem hölzernen Storch begrüsst worden. Die Kinder und die Gattin haben sicherlich noch weitere Vorschläge, was noch zu schreinern wäre. Eglis Nachfolger, Johann Niessner, kennt den «Laden» ebenfalls gut. Der gebürtige Bayer ist seit 23 Jahren in Uzwil wohnhaft. Auch er der Firma Bühler wegen, für die er als Ingenieur tätig war. Als die zwei Kinder klein gewesen seien, haben er und Gattin Sheila das Haus nach und nach mit selbstgebauten Möbeln eingerichtet. Dabei sei er in der Freizeitwerkstatt gut in die Handhabung der Maschinen eingewiesen worden, erinnert sich Niessner. Das werden er und Franz Sturm, der Werkstattleiter, weiterhin pflegen.

Sportlicher Nachfolger

Er gucke vorwärts, sagt Niessner und spricht die Hoffnung aus, dass die Werkstattbesucher nach der Arbeit ihren Platz immer tadellos aufräumen. Noch nicht ganz klar ist ihm, wie er seine Besuche im südlichen Afrika mit dem Stellvertreterjob in der Freizeitwerkstatt organisieren wird. Niessner lebte mit seiner Familie in Afrika und ist nach wie vor von der Tierwelt und der Natur auf dem schwarzen Kontinent fasziniert. Besser vereinbaren lassen sich seine weiteren Hobbys. Der 70-Jährige turnt und leitet die Bühler-Aktiv-Gruppe, er wandert und fährt Ski. Zum Glück liegt der Alpstein sozusagen direkt vor seiner Haustür.