Mehr Stehvermögen auf allen Seiten gewünscht

Rücktritt des Degersheimer Gemeindepräsidenten Armin Jud

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Rücktritt des Degersheimer Gemeindepräsidenten Armin Jud

Der Rücktritt von Armin Jud als Gemeindepräsident von Degersheim nach nur drei Monaten erstaunt, auch wenn das eine oder andere Rumpeln schon im Vorfeld zu vernehmen war. Dies zeigen sicher auch die Kündigungen. Dass bei solchen Veränderungen in der Führung eine erhöhte Fluktuation nichts Ungewöhnliches ist und auch als Chance für Erneuerungen gesehen werden kann, wissen all jene, die selber schon ähnliche Umbrüche erlebt haben. Die Tatsache, dass man sich nach einer so kurzen Zeit schon für eine Trennung entschieden hat, lässt uns annehmen, dass die Differenzen zum Schluss offensichtlich und klar zutage getreten sind. Eigentlich würden wir uns etwas mehr Stehvermögen gepaart mit einem konstruktiven Willen zur Veränderung auf allen Seiten wünschen. Wenn es denn aber sein muss, ist ein Ende mit Schrecken nach einer «Probezeit» einem endlosen Schrecken oder Streit vorzuziehen. Wir erwarten aber eine offene und ehrliche Aufarbeitung der Vorfälle und eine adäquate Berichterstattung mit Empfehlungen für Lehren und Konsequenzen an die Wählerschaft. Die durchaus positiven Ansätze aus der Findungskommission zu hören genügen aber noch nicht und müssen aufgenommen und vorangetrieben werden.

Wir von der SP waren am Verfahren beteiligt und wollen unseren Teil der Verantwortung übernehmen. Wir erachten Herrn Jud als beste Alternative aus den Bewerbern. Es ist in der heutigen Zeit eine Herausforderung Personen zu suchen und zu finden, die sich für ein solches Amt eignen. Personen mit den Fähigkeiten eines Gemeindepräsidenten sind auch in der Privatindustrie gefragt. Die Privatindustrie lockt mit höheren Gehältern und guten Arbeitsbedingungen. Viele Gemeinden können da nicht mithalten. Das darf aber nicht daran hindern, folgende Fragen zu beantworten: Welche Qualitäten und Kompetenzen müssen einer solchen Kommission zur Verfügung stehen? Eine paritätische Zusammensetzung alleine reicht sicher nicht. In der Privatwirtschaft werden oft erfahrene Spezialisten beigezogen. Der Wunsch, Zeitpläne einzuhalten und Kampfwahlen zu vermeiden, kann kontraproduktiv sein. Wir denken auch an das 80-Prozent- Pensum und andere Anstellungsbedingungen, die marktkonform sein sollen. Hätte man aus den Kündigungsbegründungen schon früher Erkenntnisse haben, Schlüsse ziehen und Massnahmen einleiten können? Gibt es Möglichkeiten, die demokratisch begründeten Umstände mit einer Wahl auf vier Jahre ohne Probezeit etwas abzusichern? Wir sind gerne bereit, uns bei der Aufarbeitung zu engagieren.

Ruedi Baumann

Präsident SP Degersheim

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