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Mehr Mut zur Muttersprache

Mit seinem selbstkomponierten Mundartlied «Dini Wält» möchte der gebürtige Wiler Michael Hasenfratz in die Welt hinaus. Zumindest in die europäische. Am Montag nimmt er an den Vorausscheidungen für den Eurovision Song Contest teil.
Ursula Ammann
Bild: Ursula Ammann

Bild: Ursula Ammann

Mit seinem selbstkomponierten Mundartlied «Dini Wält» möchte der gebürtige Wiler Michael Hasenfratz in die Welt hinaus. Zumindest in die europäische. Am Montag nimmt er an den Vorausscheidungen für den Eurovision Song Contest teil. Wenn man bedenkt, dass Ostschweizer Dialekte zu den unbeliebtesten in der Schweiz gehören, wohl aber nur hierzulande verstanden werden, zeugt Hasenfratz' Bekenntnis zur Muttersprache von grossem Mut. Schon seit Jahren ist Englisch die vorherrschende Sprache an diesem Wettbewerb. Englisch steht für Internationalität und Modernität. Aber ist es im Umkehrschluss hinterwäldlerisch oder patriotisch, in jener Sprache zu singen, in der man sich bereits im Sandkasten um den Bagger gestritten hat? Zwar sind mehr Menschen mit Englisch vertraut als etwa mit Ungarisch. Aber gerade deshalb, weil die Texte von der Masse verstanden werden sollen, kommen sie meist so banal daher, dass niemand etwas verpasst, wenn er sie nicht versteht. Was sich hingegen vermissen lässt, ist die Vielfalt und Authentizität. Wäre da nicht vor jeder Darbietung eine Einblendung, könnte man diese einem x-beliebigen Land zuordnen. Nichtsdestotrotz gibt es immer wieder Künstler, die in der Muttersprache und damit gegen den Strom singen. Im Jahr 2007 ersang sich die Serbin Marija Serifovic mit der Ballade «Molitva» den ersten Rang. Den Text dürften wohl nur wenige verstanden haben. Doch der Funke ist herübergesprungen. Vielleicht liegt es daran, dass die Muttersprache mehr Emotion zulässt.

Eddie Constantine, ein französischer Filmschauspieler amerikanischer Herkunft, soll einmal gesagt haben: «Man kann noch so viele Fremdsprachen beherrschen – wenn man sich beim Rasieren schneidet, gebraucht man die Muttersprache.»

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

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