Mehr Harmonie auf der Strasse

Die Strassen Zuzwils sollen ruhiger und sicherer werden. Zusammen mit dem Kanton hat der Gemeinderat ein Betriebs- und Gestaltungskonzept Mittel- und Unterdorfstrasse erarbeitet und am Montag der Bevölkerung präsentiert.

Ursula Ammann
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Informierten an der Veranstaltung: Werner Lendenmann, Kantonspolizei St. Gallen, Markus Brühwiler, Brühwiler AG, Marcel John, Stv. Kantonsingenieur, und Gemeindepräsident Roland Hardegger. (Bild: Ursula Ammann)

Informierten an der Veranstaltung: Werner Lendenmann, Kantonspolizei St. Gallen, Markus Brühwiler, Brühwiler AG, Marcel John, Stv. Kantonsingenieur, und Gemeindepräsident Roland Hardegger. (Bild: Ursula Ammann)

ZUZWIL. 850 Meter Strasse liegen zwischen der Grünegg-Kreuzung und dem Gemeindehaus. Darauf spielt sich ein beachtlicher Teil des Zuzwiler Dorflebens ab. Schulkinder überqueren täglich mehrmals die Strasse, Fahrgäste steigen ins und aus dem Postauto, Kundinnen und Kunden des Dorfmarkts und der Bank erledigen ihre Kommissionen, und täglich rollen rund 4000 Fahrzeuge über den Asphalt.

Bedürfnisse unter einem Hut

Wie soll dieser Abschnitt – also die Unterdorf- und Mitteldorfstrasse – künftig aussehen, um eine möglichst grosse Sicherheit für den Langsamverkehr, einen möglichst guten Fluss für den öffentlichen Verkehr und möglichst geringe Einschränkungen für den motorisierten Individualverkehr zu erreichen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Gemeinde und Kanton im Rahmen des Betriebs- und Gestaltungskonzepts (BGK). Mit dessen Erstellung beauftragten sie die Brühwiler AG Bauingenieure und Planer Gossau. Am Montagabend wurde dieses Konzept im Triangel der Bevölkerung vorgestellt.

Kreisel oder Lichtsignalanlage

Um die Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer zu erhöhen, sieht das BGK einen Trottoirdurchzug an allen Strasseneinmündungen vor. Zudem soll auf die Fahrbahn ein Streifen aufgemalt werden, der eine optische Verengung und damit auch eine Tempodrosselung bewirkt.

Die Bushaltestelle «Post» soll gemäss Betriebs- und Gestaltungskonzept zur Fahrbahnhaltestelle werden. Das Postauto würde die Strasse demnach nicht verlassen, um die Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen. Bei der Fahrbahnhaltestelle (am Ende des Postautos) soll ein Fussgängerstreifen mit Mittelinsel über die Strasse führen. Im Gegenzug ist vorgesehen, den Fussgängerstreifen bei der Sternenstrasse aufzuheben. Mit dem Wegzug der Post an die Herbergstrasse hat sich die Situation im Bereich des ehemaligen Postgebäudes verändert. In bezug auf die Gestaltung der Fahrbahnhaltestelle besteht eine Variante ohne Abbruch des ehemaligen Postgebäudes und eine Variante mit Abbruch. Letztere wird favorisiert. Ebenfalls zwei Varianten geprüft hat das Planungsbüro auch beim Grünegg-Knoten: Einen Kreisel und eine Lichtsignalanlage. Gestalterisch gesehen sei so ein Kreisel eine «glatte Lösung», zumal er auch Potenzial biete für eine Begrünung, sagte Markus Brühwiler vom Ingenieurbüro Brühwiler AG. Jedoch habe ein solcher aufgrund seines Platzbedarfs Einschnitte für private Grundeigentümer zur Folge. Zudem könnten für den Bus, der von Weieren her kommt, Wartezeiten entstehen. Weniger der Fall wäre dies dank einer Busbevorzugung durch Steuerungselement bei der Lichtsignalvariante. Auch für den Langsamverkehr sei letztere die bessere Lösung, so Brühwiler. Auffahrt und Abgang ab Geh- und Radweg könnten ebenfalls übers Lichtsignal gesteuert werden. «Das gewährleistet mehr Sicherheit.»

Aus dem Publikum wurden gleich mehrere Stimmen gegen einen Kreisel laut. Gemeindepräsident Roland Hardegger erklärte darauf, dass auch die Gemeinde die Lichtsignalvariante bevorzuge und dies dem Kanton auch zur Ausarbeitung beantragt habe.

Noch keine Kostenschätzung

Der Auftrag an den Kanton für die Umsetzung des Konzepts erfolgte Mitte September. Dieser hat nun die Aufgabe, ein Vorprojekt auszuarbeiten, welches der Gemeinde nochmals zur Stellungnahme unterbreitet wird. Danach steht die Ausarbeitung eines Auflageprojekts an. Es folgt eine erneute Anhörung der Gemeinde. Bevor es in die öffentliche Auflage geht, bedarf es der Projektgenehmigung – je nach Höhe der Kosten durch den Kantonsrat, den Regierungsrat oder das Baudepartement. Eine Kostenschätzung liegt derzeit noch nicht vor.