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Mehr Harmonie auf der Station

Die Psychiatrische Klinik Wil hat eine ihrer Gerontopsychiatrie-Stationen umgebaut und neu organisiert. Der Verwaltungsrat der Kantonalen Psychiatrischen Dienste Sektor Nord begab sich gestern auf einen Rundgang.
Ursula Ammann
Loretta Giacopuzzi, Leiterin Pflege Gerontopsychiatrie, erklärt den Mitgliedern des Verwaltungsrats – darunter Regierungsrätin Heidi Hanselmann – was sich auf der Station alles verändert hat. (Bild: Ursula Ammann)

Loretta Giacopuzzi, Leiterin Pflege Gerontopsychiatrie, erklärt den Mitgliedern des Verwaltungsrats – darunter Regierungsrätin Heidi Hanselmann – was sich auf der Station alles verändert hat. (Bild: Ursula Ammann)

WIL. «Hoffentlich habe ich mein Bett gemacht», sagt eine Patientin mit grauen Dauerwellen und nimmt einen Schluck Kaffee aus der Tasse. Soeben hat sie erfahren, dass es sich bei der Gruppe im Aufenthaltsraum um den Verwaltungsrat der Kantonalen Psychiatrischen Dienste Sektor Nord (KPD-SN) handelt, der sich gerade auf einem Rundgang durch die Station befindet.

Zum Bedauern der Frau verabschiedet sich das Gremium mit Regierungsrätin Heidi Hanselmann an der Spitze nach ein paar Minuten wieder und geht weiter – zur Tagesklinik. Ein grosser heller Raum mit eingebauter Küche. «Viele Demenzkranke kann man mit dem Duft von Essen <abholen>», erklärt Loretta Giacopuzzi, Leiterin Pflege Gerontopsychiatrie und Geschäftsleitungsmitglied der KPD-SN. Dann zeigt sie auf die Möbel, darunter ein gut erhaltener alter Sekretär und ein Schrank mit Bauernmalerei. «Unsere Patientinnen und Patienten sind alle über 60 Jahre und mit älteren Möbelstücken besser vertraut als mit Ikea-Kollektionen», sagt Loretta Giacopuzzi.

Der Mix förderte Aggressionen

In der Psychiatrischen Klinik Wil existieren drei Gerontopsychiatrie-Stationen mit insgesamt 57 Betten. Eine davon – die Station A08/1 – wurde in den letzten Monaten umgebaut und neu organisiert. Sie ist nun unterteilt in drei Bereiche: ein Akut- und Kriseninterventionsbereich mit Isolationszimmer, ein Bereich für Menschen mit kognitiven Einschränkungen und Verhaltensauffälligkeiten und eine Tagesklinik für Menschen mit wenig Pflegebedarf, die Tagesstruktur benötigen.

Vor der Neuorganisation gab es auf der Station A08/1 keine Unterteilung. Menschen mit Demenz und Verhaltensauffälligkeiten lebten neben schwer psychisch Kranken, die sich in akuter Lebenskrise befinden. «Zwei Gruppen, die sich nicht gut vertragen», wie Loretta Giacopuzzi erklärt. Demenzkranke seien oft sehr unruhig und umtriebig, was sich auf Menschen mit Psychose schlecht auswirke. So sei es immer mal wieder zu Aggressionen gekommen. Mit der Neuorganisation gebe es keine solchen Vermischungen mehr, sagt Loretta Giacopuzzi. «Alle Patientinnen und Patienten bekommen nun vom Zeitpunkt des Eintritts an eine spezialisierte, ihren Bedürfnissen angepasste Behandlung.»

Ein Angebot, das es auf der Station weiterhin geben wird, ist das «Nachtcafé». Es handelt sich dabei um einen Raum, wo Patientinnen und Patienten mit einem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus auch in der Nacht Zeit verbringen können: Sei es mit Geschichten, Gesellschaftsspielen oder Essen. Dabei werden sie betreut. Das Nachtcafé, das nun seit eineinhalb Jahren bestehe, habe sich mehr als bewährt, sagt Loretta Giacopuzzi. «Nur schon weil wir dadurch viel weniger Schlafmittel brauchen und dementsprechend auch weniger Stürze haben, weil die Leute nicht unter Medikamenteneinfluss stehen.»

Zukunftsträchtiges Thema

Der Verwaltungsrat der KPD-SN liess sich gestern nach seiner Sitzung durch die neuorganisierte Station führen.

Die Gerontopsychiatrie sei ein zukunftsträchtiges Thema, hielt VR-Präsidentin Heidi Hanselmann fest. «Dass Menschen immer älter werden, ist zwar schön, aber damit nehmen auch die Problemstellungen zu.» Es sei wichtig, hierbei die notwendige professionelle Unterstützung anbieten zu können.

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