Mehr Geld, weniger Mitglieder

Die Raiffeisenbank Rickenbach-Wilen verzeichnete im Geschäftsjahr 2014 ein starkes Bilanzwachstum. Jedoch ist die Anzahl Mitglieder trotz Wachstum der beiden Dörfer leicht gesunken.

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RICKENBACH. Die Bilanzsumme stieg von 228,8 auf 243,2 Millionen Franken. «Im heutigen wirtschaftlichen Umfeld ist das ein erfreuliches Wachstum von 6,25 Prozent», schreibt die Bankleitung in einer Mitteilung.

Die Hypothekarausleihungen stiegen von 189,6 Millionen Franken auf 199,2 Millionen Franken, was einem Plus von 4,7 Prozent entspricht. Der Immobilienmarkt hat sich zwar aufgrund der bremsenden Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank etwas beruhigt. Trotzdem sei der Trend zum eigenen Heim immer noch ungebrochen. Dank der tiefen Zinsen werde sich das auch nicht ändern, obwohl die Verantwortlichen der Bank im Laufe des Jahres 2015 eine erste leichte Zinserhöhung erwarten. Die Zinsen bewegen sich aber derzeit auf einem historisch tiefen Niveau.

Kundengelder gewachsen

Die Anlagemärkte zeigten auch im Jahr 2014 einen volatilen Verlauf. Die Beeinflussung der Märkte durch die Notenbanken beruhigte die Börse nicht immer. Trotzdem blieb das Depotvolumen stabil bei rund 63 Millionen Franken. Zusätzlich flossen der Bank 14,9 Millionen Franken mehr Kundengelder zu. Diese stiegen auf 191,5 Millionen Franken, was einem Plus von 8,5 Prozent entspricht. Die Gelder werden teilweise auf den Konten als liquide Mittel gehalten und erst dann in die Kapitalmärkte investiert, wenn wieder genügend Vertrauen in die Weltwirtschaft vorhanden ist.

Minuszinsen wirken sich aus

Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg der Ertrag auf rund 410 000 Franken. Trotz schwierigem Finanzjahr kann sich die Bank über ein gutes Ergebnis freuen, wie sie schreibt.

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft stieg um 4,6 Prozent auf 2,4 Millionen Franken. Diese Verbesserung resultierte aus dem starken Hypothekarwachstum und der Tatsache, dass sich die Bank bei den Neufinanzierungen günstig am Kapitalmarkt refinanzieren konnte. Die Zinsen für Kundengelder sanken laufend und liegen derzeit bei nahezu null Prozent. Die Ankündigung der Nationalbank, dass Minuszinsen ab einer gewissen Anlagehöhe eingeführt werden, wirkt sich auf die Verzinsung der Kundengelder der regional tätigen Banken aus – trotz gegenteiligen Statements der Nationalbankverantwortlichen.

Gute Eigenmittelausstattung

Die Raiffeisenbank Rickenbach-Wilen ist sehr gut mit Eigenmitteln ausgestattet, wie sie in der Mitteilung verlauten lässt. Diese belaufen sich auf über 22 Millionen Franken – und somit auf rund 9 Prozent der Bilanzsumme. Dies bedeute eine hohe Sicherheit gegenüber Risiken und sei eine «ausgezeichnete Basis für die Weiterentwicklung der Raiffeisenbank».

Die Mitgliederzahl ist hingegen leicht rückläufig. Im Vergleich mit dem Vorjahr stehen 14 Personen weniger auf der Mitgliederliste. Dies ist insofern interessant, als dass die beiden Dörfer Rickenbach und Wilen stetig wachsen. «Wir haben eine Durchdringung von rund 66 Prozent. Fast 3200 der 4800 Rickenbacher und Wilener sind Mitglieder der Raiffeisenbank Rickenbach-Wilen. Irgendwann ist in diesem Bereich die Wachstumsgrenze erreicht», sagt Bankleiter Joe Schönenberger. (pd/sdu)