«Mehr Freiheit – weniger Staat»

Die FDP Uzwil nominierte vier Kantonsratskandidaten zuhanden der Regionalpartei. Zur Sprache kam auch der Wahlkampf ums Gemeindepräsidium. Die Gemeindefusion zwischen Uzwil und Oberuzwil wird wieder thematisiert.

Philipp Stutz
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Die vier Kantonsratskandidaten der FDP Uzwil (von links): Andreas Kunz, Monika Diethelm-Knoepfel, Ralph Wyss und Stefan Chan. (Bild: stu.)

Die vier Kantonsratskandidaten der FDP Uzwil (von links): Andreas Kunz, Monika Diethelm-Knoepfel, Ralph Wyss und Stefan Chan. (Bild: stu.)

uzwil. «Ich will mich für mehr Freiheit und Selbstverantwortung, aber weniger Staat einsetzen», sagte Kantonsratskandidatin Monika Diethelm-Knoepfel. Eine These, die im Verlaufe der 120. Hauptversammlung auch von Nationalratskandidaten übernommen wurde, die der FDP Uzwil die Reverenz erwiesen. «Der Staat soll nicht jedes Detail vorschreiben», fügte die Uzwiler Fachärztin hinzu.

«Fit für die Krise»

Für den 23-jährigen Stefan Chan, Student, ist es «bürgerliche Pflicht», Verantwortung in der Politik zu übernehmen. Seine Schwerpunkte liegen in der Bildung. Ausserdem soll der Kanton attraktive Rahmenbedingungen bereitstellen, damit Arbeitsplätze geschaffen werden können. Chan will sich für eine fördernde und fordernde Integrationspolitik einsetzen. Andreas Kunz, Ingenieur, Mitglied der Umweltfreisinnigen, will sich für das liberale Gedankengut stark machen, das die Schweiz geprägt hat. Auch die Bildungspolitik liegt ihm am Herzen. Jurist Ralph Wyss macht sich Sorgen um die Wirtschaftskrise in Teilen Europas. «Wir können solch kritische Phasen nur überstehen, wenn wir unsere Wünsche aufs Nötigste beschränken», sagte er, «wir müssen uns fit machen für die Krise.» Wyss wünschte sich Augenmass und Freiheit für die Wirtschaft. Ausserdem will er bei einer allfälligen Wahl die Sicht der Umweltfreisinnigen – nicht zu verwechseln mit den Grünliberalen – einbringen. Die vier Kantonsratskandidaten wurden einstimmig zuhanden der Regionalpartei nominiert.

Neue Projekte kosten Geld

In seinem Jahresbericht kam Parteipräsident Ralph Wyss nochmals auf den Wahlkampf ums Uzwiler Gemeindepräsidium zu sprechen. Bekanntlich war der FDP-Kandidat Ruedi Müller seinem Gegenkandidaten Lucas Keel von der CVP klar unterlegen. Nicht die Parteizugehörigkeit hat laut Wyss den Ausschlag gegeben, sondern die Gesamtsituation und ein sogenannter «Obama-Effekt», das heisst der Wunsch nach einem Richtungswechsel. Neue Projekte statt wirtschaftliche Bescheidenheit? Uzwiler Realitäten könnten bald einmal zum Ausgleich solchen Wunschdenkens führen. Lucas Keel sei eine integre Persönlichkeit, betonte Wyss: «Doch den angekündigten vielfältigen Ideen müssen nötigenfalls die Nachteile der Uzwiler Steuerkraft entgegenhalten werden.»

Die Richtplanung sei ein langer Prozess gewesen, fuhr der Parteipräsident fort. Vorschläge des Initiativkomitees von Geschäftszentrum, Gewerbeverein, CVP und FDP seien weitgehend berücksichtigt worden. Die Konzepte zur Aufwertung der Zentren müssten nun mit Leben erfüllt werden. Das Projekt zur zentralisierten Gemeindeverwaltung vermöge zu überzeugen. Doch müssten das Kosten-Nutzen-Verhältnis und allfällige Alternativen gut geprüft werden. Das abgelehnte Radweg-Projekt von Henau nach Niederstetten habe den Erwartungen der Niederstetter entsprochen. Diese wünschten sich weder eine Blechlawine noch eine Rennstrecke durchs Dorf. Die wuchtige Ablehnung an der Bürgerversammlung müsse nochmals überdacht werden. «War die Arbeit des Gemeinderates doch nicht so schlecht?», fragte sich Wyss.

Zweiten Sitz zurückholen

«2011 wird eine Richtungswahl sein – wir müssen wieder kämpfen für unsere Werte», sagte FDP-Kantonalpräsident Marc Mächler. Ziel sei es, den Ständeratssitz mit Karin Keller-Sutter zu verteidigen. Sie sei eine hervorragende Kandidatin. Doch zu beachten sei, dass auch die anderen Parteien ihre «politischen Schwergewichte» portieren. Bei den Nationalratswahlen gelte es, den vor vier Jahren verlorenen zweiten Sitz wieder zurückzuholen, sagte Mächler. Bei der Listenverbindung mit der BDP handle es sich um eine rein wahltaktische Massnahme. Die zwölf Kandidaten würden einen engagierten Wahlkampf führen. Einige von ihnen stellten sich in Uzwil kurz vor: Walter Locher, bis vor kurzem «höchster St. Galler», Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell, Ernst Gloor, Unternehmensberater, und Vincenz Rentsch, Präsident der Jungfreisinnigen.

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