Mehr Coronapatienten und infizierte Mitarbeiter an den Spitälern Wil und Wattwil: «Bisher können wir die Personalausfälle gut abdecken»

Während die Zahlen der bestätigten Coronafälle steigen, werden auch mehr Personen hospitalisiert; auch in den Spitälern der Region Fürstenland-Toggenburg. Bisher können die Krankenhäuser die Situation jedoch noch bewältigen.

Dinah Hauser
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Bisher haben die Spitäler Wil und Wattwil noch genügend Kapazitäten.

Bisher haben die Spitäler Wil und Wattwil noch genügend Kapazitäten.

Symbolbild: Urs Bucher

Mit steigenden Fallzahlen mehren sich auch die Spitalaufenthalte. «Seit rund drei Wochen ist die Anzahl der hospitalisierten Patientinnen und Patienten mit bestätigter Covid-19-Infektion wieder leicht angestiegen», bestätigt Barbara Anderegg, Mediensprecherin der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT). Seit dem Wochenende vom 17./18. Oktober sei die Anzahl von Hospitalisationen gar stark gestiegen.

Insgesamt waren am Freitagmittag 17 Patienten in stationärer Behandlung verteilt auf die beiden Standorte Wil und Wattwil – eine Person weniger als am Vortag. «Bei uns sind nur Patienten hospitalisiert, die keine intensivmedizinische Versorgung benötigen», sagt Anderegg. Patienten in kritischem Zustand werden in ein Spital mit einer Intensivstation verlegt, in der Regel ins Kantonsspital St. Gallen.

Etwa die Hälfte der Coronapatienten der Region Wil-Toggenburg sind im Spital Wattwil untergebracht, die andere im Spital Wil.

Etwa die Hälfte der Coronapatienten der Region Wil-Toggenburg sind im Spital Wattwil untergebracht, die andere im Spital Wil.

Bild: Ruben Schönenberger

Auch Mitarbeitende der beiden regionalen Spitäler seien derzeit in Quarantäne oder in Isolation wegen einer Coronainfektion oder eines Verdachts. Wie viele dies sind, darüber gibt Anderegg keine Auskunft. Sie sagt aber:

«Bisher können wir die Personalausfälle gut abdecken.»

An Grenzen stiessen die Spitäler, wenn die Bettenkapazität ausgeschöpft sei oder wenn zu viel Personal ausfalle, um den Betrieb noch in gewohntem Umfang aufrechterhalten zu können. «Diese Grenzen sind noch nicht in unmittelbarer Sicht, was sich aber rasch ändern kann», sagt Anderegg.

Damit dieses Szenarium nicht eintrifft, bestehe ein Schutzkonzept, welches schon seit dem Frühling praktiziert werde. So werden alle Patienten mit Verdacht auf eine Infektion oder eine bestätigte Infektion räumlich strikt von anderen getrennt. Zudem werden Patienten und Besucher auf allfällige Symptome oder mögliche Kontakte zu positiv getesteten Personen befragt.

Die strikte Trennung von Covid-Patienten von anderen wird immer noch praktiziert.

Die strikte Trennung von Covid-Patienten von anderen wird immer noch praktiziert.

Bild: PD

Besuche sind noch möglich

Anders als im Thurgau sind Besuche in den Spitälern Wil und Wattwil derzeit noch möglich; allerdings unter Auflagen. So gilt die allgemeine Maskenpflicht auch in den Spitalräumlichkeiten. Des Weiteren dürfen sich nicht mehr als zwei Besucher in einem Patientenzimmer aufhalten. Und die Besuchszeit ist auf 30 Minuten beschränkt.

Wer erkältet ist oder Coronasymptome aufweist, darf keine Besuche machen. Auch soll auf Besuche verzichtet werden, wenn die Aufenthaltszeit weniger als vier Tage dauert. Ausnahmen gelten für Partner von Wöchnerinnen und Angehörigen von Palliativpatienten. Informationen zu Besuchen werden auf der Website der SRFT aktuell publiziert.

Zudem erwähnt Anderegg die Erfahrungen aus der ersten Welle. Der Stufenplan vom Frühjahr bestehe immer noch und werde mit aktuellen Erkenntnissen laufend erweitert und ergänzt.

Keine Impfung von Patienten

Da die beiden Spitäler allgemein keine Impfungen vornehmen – primär sind dafür die Hausärzte zuständig – sind entsprechend auch keine Impfzahlen verfügbar. Allerdings werden Impfungen für das Personal angeboten. Die Nachfrage kann Anderegg allerdings noch nicht einschätzen: «Die Grippeimpfaktion startet erst Anfang November.»

Anderegg verweist ans Kantonsspital St. Gallen, welches den Bereich Infektiologie ebenfalls für die SRFT abdeckt. «Eine Grippeimpfung ist immer zu empfehlen, unabhängig von der aktuellen Pandemie», sagt Medienbeauftragter Philipp Lutz. Diese Empfehlung gelte besonders für ältere Menschen und solchen mit chronischen Erkrankungen sowie für schwangere Frauen. Eine Grippeimpfung biete zwar keine Garantie für einen Schutz gegen Ansteckung, aber zusammen mit entsprechenden Hygienemassnahmen minimiere sie das Risiko einer Ansteckung deutlich. Lutz sagt:

«Die Impfung sollte möglichst vor dem Beginn der Grippewelle erfolgen.»

In der Schweiz sei der Impfzeitpunkt auf Ende Oktober/Anfang November angesetzt, «da die Grippewelle in der Schweiz in der Regel nicht vor Ende Dezember beginnt, meistens im Januar». Somit habe das Immunsystem genug Zeit, einen Impfschutz aufzubauen. Lutz rechnet damit, dass die Nachfrage beim KSSG-Personal aufgrund der Pandemie grösser als üblich sei. Üblicherweise interessiere sich 15 bis 20 des Personals für eine Impfung über alle Berufsgruppen hinweg gesehen. «Bei Ärzten ist das Interesse höher.»