Mehr Arbeitsplätze und Lebensqualität: Wilwest nimmt klare Konturen an

Wilwest gelangt in die entscheidende Phase: Ab 2024 kann gebaut werden. Zu reden gibt die Netzergänzung Nord.

Hans Suter
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Innerhalb des gelb eingezeichneten Perimeters wurde nach der besten Linienführung für die Netzergänzung Nord zwischen dem Autobahnanschluss und Bronschhofen gesucht. Insgesamt wurden 17 verschiedene Varianten geprüft.

Innerhalb des gelb eingezeichneten Perimeters wurde nach der besten Linienführung für die Netzergänzung Nord zwischen dem Autobahnanschluss und Bronschhofen gesucht. Insgesamt wurden 17 verschiedene Varianten geprüft.

Visualisierung: Regio Wil

«Die Standortentwicklung Wilwest schafft Arbeitsplätze und erhöht die Lebensqualität in der ganzen Region.» Davon ist Peter Guhler als Gesamtprojektleiter Wilwest bei der Regio Wil vollends überzeugt. Am Mittwochabend versuchte er zusammen mit Regierungsrätin Susanne Hartmann, Manfred Huber vom kantonalen Tiefbauamt St.Gallen, Stadtpräsident a.i. Daniel Meili und Stadtrat Daniel Stutz, die Mitglieder des Wiler Stadtparlaments an einer Informationsveranstaltung gleichermassen zu überzeugen.

Peter Guhler, Regio Wil, Gesamtprojektleiter Wilwest: «Die Vorhaben sind auf die nächsten 20 bis 40 Jahre ausgelegt.»

Peter Guhler, Regio Wil, Gesamtprojektleiter Wilwest: «Die Vorhaben sind auf die nächsten 20 bis 40 Jahre ausgelegt.»

Bild: Picasa

«22 Gemeinden der Region investieren hier gemeinsam in eine nachhaltige Zukunft», verdeutlichte Peter Guhler und unterstrich dabei auch die zeitliche Dimension: «Die Vorhaben sind auf den nächsten 20 bis 40 Jahre ausgelegt.»

Susanne Hartmann, Regierungsrätin: «Andere Gemeinden haben zu Gunsten Wil West auf Neueinzonungen verzichtet.»

Susanne Hartmann, Regierungsrätin: «Andere Gemeinden haben zu Gunsten Wil West auf Neueinzonungen verzichtet.»

Bild: Anna Tina Eberhard

Die ehemalige Wiler Stadtpräsidentin und heutige Baudirektorin des Kantons St.Gallen, Regierungsrätin Susanne Hartmann, lobte den Pioniergeist in der Region Wil. Insbesondere aber auch den Zusammenhalt der 22 Mitgliedsgemeinden der Regio Wil. Denn diese bringen dafür Opfer dar: Was im Gebiet Wil West eingezont wird, kann andernorts nicht auch noch eingezont werden. «Andere Gemeinde haben zu Gunsten Wil West auf eigene Neueinzonungen verzichtet. Das rechne ich ihnen hoch an», sagte Hartman.

Die Infrastrukturvorhaben und ihre Kosten

Das Gesamtvorhaben Wilwest umfasst sieben Kernprojekte: die Verlegung der Frauenfeld-Wil-Bahn und mit Bau einer neuen Haltestelle, den Autobahnanschluss Wil West, die Dreibrunnenallee (inklusive Zürcherstrasse), die Netzergänzung Nord (Umfahrungsstrasse), neue Velo- und Fusswege, die Verlegung der Axpo-Hochspannungsleitung auf dem Areal sowie flankierende Massnahmen im Zusammenhang mit Wilwest. Die Kosten für die Infrastrukturvorhaben ohne die flankierenden Massnahmen belaufen sich auf geschätzte 150 bis 180 Millionen Franken. Die Realisierung der flankierenden Massnahmen, die in direktem Zusammenhang mit dem Gesamtvorhaben Wilwest stehen, wird auf 30 bis 40 Millionen Franken geschätzt. Die bauliche Umsetzung der geplanten Massnahmen erfolgt aus aktueller Planungssicht in den Jahren 2024 bis 2035. In einem ersten Schritt erfolgen ab dem Jahr 2024 die Verlegung der FW-Bahn, die Neugestaltung der Zürcherstrasse und die Verlegung der Axpo-Hochspannungsleitung. Ab dem Jahr 2027 folgen der Autobahnanschluss Wil West, die Netzergänzung Nord und schliesslich die flankierenden Massnahmen. Die Inbetriebnahme der Netzergänzung Nord erfolgt gemäss Planung nach dreijähriger Bauzeit im Jahr 2031. Vorausgesetzt, der Baubeginn wird durch Einsprachen nicht zu sehr verzögert.

Die Netzergänzung Nord: Linienführung und Kosten

Zu reden gab am Informationsanlass in der Tonhalle insbesondere die Netzergänzung Nord. Diese Umfahrungsstrasse dient gleichermassen der Erschliessung des Gebiets Wil West als auch der Verkehrsentlastung der Stadt Wil. Die geplante Strasse führt von der künftigen Dreibrunnenallee nahe dem Autobahnanschluss dem Westrand Bronschhofens entlang und mündet im Siedlungsgebiet schliesslich in die AMP-Strasse. Im Bereich Friedhof in Richtung Nord wird die Strasse im Sinn einer ökologischen Aufwertung in einen 300 Meter langen Tunnel geführt, wie Martin Huber, Leiter Strassen- und Kunstbauten beim Tiefbauamt des Kantons St.Gallen ausführte. Die Gesamtkosten belaufen sich auf geschätzte 49 Millionen Franken, davon entfallen etwa 15 Millionen Franken auf Mehrkosten für den Tunnelbau.

In der Stadt Wil werden im Zusammenhang mit Wilwest rund 50 flankierende Massnahmen umgesetzt, wie Stadtpräsident a.i. Daniel Meili und Stadtrat Daniel Stutz ausführten. Dazu gehören namentlich die Neugestaltung des Bahnhofplatzes sowie der Bronschhofer- und der Zürcherstrasse.

Weitere Infos und Videos unter: www.wilwest.ch.

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