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Mehr als ein Relikt der Geschichte: Historische Räumlichkeiten im Hof zu Wil sind beliebt

Seit zwei Jahren werden die oberen Etagen sowie die Dienerschaftskapelle des Hofs zu Wil öffentlich zur Zwischennutzung ausgeschrieben. Für die Umsetzung verantwortlich ist Jacques Erlanger.
Adrian Zeller
Eine Jamsession in den baufälligen Räumen des Hofs. (Bild: PD)

Eine Jamsession in den baufälligen Räumen des Hofs. (Bild: PD)

Vor den Fenstern im zweiten Stock des Hofs richten sich die verwinkelten Dachlandschaften der Wiler Kirchgasse auf. Hier ist der Arbeitsplatz von Jacques Erlanger. Die Böden, die Stuckdecken und das Mobiliar strahlen die Patina jahrhundertealter Geschichte aus. «Manchmal liegen kleine Haufen herum», erzählt der 54-Jährige. Sie bestehen aus Putz, der von den Wänden und von den Decken rieselt. Erlangers Aufgabe ist es, Menschen vom besonderen Reiz baufälliger historischer Etagen zu begeistern.

Mit Rundbriefen, Newslettern, Beiträgen in den Sozialen Medien sowie mit Flyern will er das Publikum überzeugen, dass Geschichte und zeitgenössisches Schaffen eine befruchtende Synthese eingehen können und der Hof viel mehr als ein markantes Relikt der Wiler Geschichte ist.

Inspirierend, aber auch einschränkend

Erlangers Auftrag erfordert einen Spagat: Einerseits wirken die sanierungsbedürftigen Zimmer, Treppen und Stuckaturen auf Fotografen und auf Theaterschaffende inspirierend, sie richten ihre Produktion entsprechend den räumlichen Gegebenheiten aus. Andererseits können sie auch sehr einschränken. Feuerpolizeiliche Bestimmungen lassen etwa nur eine sehr begrenzte Anzahl an Publikum zu. Im Weiteren bedeuten Bilderausstellungen sowie teure technische Geräte aus versicherungstechnischen Gründen wegen der Diebstahlgefahr ein erhöhtes Risiko. Und die Dienerschaftskapelle sowie das Dachgeschoss sind nur während der Sommermonaten zu nutzen, da sie nicht beheizt werden können.

Diese besonderen Herausforderungen halten Tanzende, Musiker unterschiedlicher Stilrichtung sowie bildende Künstler jedoch nicht vom Hof fern. Die Nachfrage nach Mietmöglichkeiten entspreche den Erwartungen, sagt Jacques Erlanger. «Mister Hof» sagt:

«Wir wollen bewusst niederschwellig sein und bieten sehr preisgünstige Mietbedingungen.»

«Und wir kuratieren nicht.» Wer in den Räumen der Zwischennutzung auftritt, ist für die künstlerische Qualität seiner Produktion selber verantwortlich.

Label «Hofzeit» beim Publikum verankern

«Wir wollen sehr unterschiedliches Publikum in den Hof bringen», sagt Erlanger, daher bietet das Konzept der Zwischennutzung absichtlich einen sehr weit gesteckten Rahmen. Zudem soll es auch einen praktischen Eindruck vermitteln, was nach der Renovation in diesen Räumen möglich sein könnte. Neben den verschiedenen kulturellen Aufführungen wurden in ihnen auch schon Bildungsveranstaltungen, Podiumsgespräche sowie ein medizinischer Kongress abgehalten. Die besondere Herausforderung sei, das Label «Hofzeit» als Zwischennutzung beim Publikum zu verankern und sich gleichzeitig ständig bewusst zu sein, dass diese Phase sehr begrenzt ist, bis die dritte Renovationsetappe beginnt.

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