Mehr Abfall in Wäldern, an Grillstellen und am Thurufer: In den ersten Monaten der Pandemie nahm das Littering in Wil zu

Im Sommer spielt sich das Leben in Wil vermehrt im Freien ab. Dies führt auch zu mehr Hinterlassenschaften.

Adrian Zeller
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Liegengelassener Abfall auf einer Sitzbank an der Allee.

Liegengelassener Abfall auf einer Sitzbank an der Allee.

Bild: Adrian Zeller

Wäre da nicht der auffällige weisse Deckel, wäre die leere PET-Flasche im krautigen Unterholz kaum zu erkennen. Durch ihre braune Farbe verschmilzt sie optisch mit dem Boden des Waldrandes auf dem Hofberg. Die Region oberhalb der Stadt ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für Jogger, Biker, Wanderer und Hundehalter. Anziehungspunkte sind neben der Kaiserlinde, der hölzerne Turm sowie zwei Grillstellen. Allerdings werden die Feuer nicht immer nur an den dafür vorgesehenen Plätzen entfacht.

Coronabedingt werden die Sommerferien vermehrt im eigenen Land verbracht. Damit werden auch die Naherholungszonen in Wil intensiver frequentiert. Die Überbleibsel berichten gelegentlich vom Vorabend: So lassen fünf ungeöffnete sowie zwei halb leer getrunkene Spezliflaschen auf der Sitzbank, ein halb volles Limonadengebinde, ein Insektenspray und ein durchnässter Rucksack auf eine überstürzte Flucht vor einem Wolkenbruch schliessen. Hinter verschiedenen Bäumen im angrenzenden Wäldchen liegen ein über halbes Dutzend benutzte Papiertaschentücher.

Jeden Sonntagmorgen auf Reinigungstour

Szenenwechsel: die Allee in Wil am frühen Sonntagmorgen. Auf der Sitzbank und in der angrenzenden Wiese stehen und liegen grössere Mengen an Dosen und Flaschen, die vormals alkoholische Getränke aller Art enthielten. Bald werden die Spuren des exzessiven Konsums beseitig sein. Zwei bis drei Mitarbeitende einer Firma für Liegenschaftsunterhalt beseitigen von April bis November sonntags früh die Überbleibsel der Nachtschwärmer. Der Unrat füllt jeweils einen Container.

Rund um das Jahr und sieben Tage in der Woche reinigen die Angestellten des Unternehmens auch die öffentlichen Toiletten der Stadt, die gelegentlich Spuren intensiver Benutzung aufweisen.

Inzwischen wieder ein Rückgang feststellbar

Auch städtische Mitarbeitende sorgen zusätzlich für ein sauberes Wil. Intensiv frequentierte öffentliche Orte werden täglich gereinigt, sagt Max Forster, Leiter Umwelt der Stadt. «Ebenfalls wird im Zentrum von Montag bis Freitag jeweils am Nachmittag mit der Arbeitsintegration dem Littering nachgegangen.» Bei Grillstellen und in Randzonen wird je nach Jahreszeit und Intensität die Reinigung angepasst. Laut Max Forster ist die Menge an Unrat wie etwa leere Pizzaschachteln, Chipssäcke und Engergydrinkdosen seit Jahren stabil.

Doch dies gilt nicht für die ersten Monate der Pandemie: In den Naherholungs- und Randzonen wie Wälder, Grillstellen und Thurufer machte sich erheblich vermehrtes Littering bemerkbar. «Inzwischen ist aber auch dort wieder ein deutlicher Rückgang feststellbar und gegenüber vorher kaum mehr spürbar», sagt der Kadermitarbeiter der Stadt.