McDonald führte Uzwil zum Erfolg

Dreimal stieg der EHC Uzwil ab 1968 in die Nationalliga B auf, jedesmal mit dem gleichen Trainer Jack McDonald. Seine Lebensspur verlor sich in den Neunzigerjahren. Nachforschungen ergaben, dass er 1999 verstorben ist.

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Mannschaftsfoto nach dem Cup-Spiel gegen Küsnacht ZH im Jahr 1972, das 3:1 zugunsten Uzwils ausging. Die Uzwiler schafften es damals bis in die Viertelfinals des Schweizer Cups, wo sie gegen Villars in die Schranken gewiesen wurden. Hinten v. l. Hans Lütolf (Präsident), Jiri Cerny, Max Baumann, Werner Andreoli, Beat Leuenberger, Roland von Mentlen, Georges Gregorin, René Krapf, Böbbes Inhelder, Fredy Leuenberger und Jack McDonald. Vorne v. l. Urs Büchi, Paul Greminger, Hansi Heil, Hugo Leuenberger, Paul Braun, Hansueli Greminger und Hans Spengler. (Bilder: pd)

Mannschaftsfoto nach dem Cup-Spiel gegen Küsnacht ZH im Jahr 1972, das 3:1 zugunsten Uzwils ausging. Die Uzwiler schafften es damals bis in die Viertelfinals des Schweizer Cups, wo sie gegen Villars in die Schranken gewiesen wurden. Hinten v. l. Hans Lütolf (Präsident), Jiri Cerny, Max Baumann, Werner Andreoli, Beat Leuenberger, Roland von Mentlen, Georges Gregorin, René Krapf, Böbbes Inhelder, Fredy Leuenberger und Jack McDonald. Vorne v. l. Urs Büchi, Paul Greminger, Hansi Heil, Hugo Leuenberger, Paul Braun, Hansueli Greminger und Hans Spengler. (Bilder: pd)

UZWIL. Armin Benz, der sich intensiv mit der Geschichte des EHC Uzwil beschäftigt, hielt 2014 in seiner Broschüre «Mit McDonald dreimal aufgestiegen» diese Zeit fest (die Wiler Zeitung hat darüber berichtet). Dabei musste der Autor dieser kleinen Schrift feststellen, dass sich die Lebensspuren des Erfolgstrainers in den Neunzigerjahren verloren.

In Südengland gelebt

Armin Benz unterliess es nicht, Recherchen anzustellen und im Mai 2015 nach Peacehaven zu reisen, wo McDonald mit seiner Familie gelebt hatte. Diese Nachforschungen brachten Neues zutage. Es zeigte sich, dass der Gesuchte schon 1999 gestorben war und dass sein Haus damals von einem Mr. Phillips gekauft wurde. Dieser zeigte sich beim Besuch hilfsbereit und machte mit Mike Obrien einen Mann in Peacehaven ausfindig, der seinerzeit mit McDonald bei den Brighton Tigers Eishockey gespielt hatte und bei McDonalds Hochzeit dessen Trauzeuge gewesen war. Er war sogar im Besitz von Matchberichten und Fotos aus dem Jahr 1956.

So löste sich schliesslich das Rätsel nach und nach. Nach aktuellem Stand kann die Frage nach dem Schicksal von Jack McDonald den folgenden Zeilen entnommen werden.

Eigentlicher Name: John

Jack McDonald, geboren am 1. März 1932, aus British Columbia (Kanada) stammend, hiess eigentlich John Dan MacDonald, aber man nannte ihn in Sportkreisen einfach Jack. Er war ein Mittelstürmer jener kanadischen Eishockeymannschaft, die am 6. März 1955 dank eines 5:0-Siegs über die Sowjetunion den Weltmeistertitel holte. Bereits ab September 1956 spielte er dann bei den Brighton-Tigers im Süden Englands und zeichnete sich drei Jahre lang als Topskorer aus.

Magnet für Kanada-Profis

Die Tigers waren gemäss Aussage des ehemaligen Uzwiler Spielertrainers Hans Pappa damals ein Magnet für kanadische Profis, welche von hier aus Engagements in Europa suchten. Die Tigers existierten noch bis zum Jahr 1965.

Am Spengler Cup engagiert

1966 spielte McDonald beim Team Kanada am Spengler Cup in Davos und konnte dort für den EHC Uzwil gewonnen werden. Er war dann mit einem zweijährigen Unterbruch von 1966 bis 1972 und dann wieder von 1974 bis 1976 dessen Trainer und schaffte mit den Uzwilern dreimal den Aufstieg in die Nationalliga B – in der Saison 1971 spielte er auch mit. Zeitweise lebte er im Hochhaus an der Bahnhofstrasse 134 in Niederuzwil und arbeitete bei der Gebrüder Bühler AG.

1986 war er beim Saisoneröffnungsspiel der Uzwiler in der Uzehalle als Zuschauer dabei. 1993, 25 Jahre nach dem ersten Aufstieg in die Nationalliga B, hatte der ehemalige Uzwiler Spieler Hans Spengler noch telefonischen Kontakt mit McDonald, der aber bei einer Jubiläumszusammenkunft der Aufsteigermannschaft im Hotel Uzwil nicht dabei sein konnte.

Söhne sind ausgewandert

In England betrieb der gelernte Elektroingenieur bis 1998 erfolgreich ein Geschäft in der Baubranche. McDonald lebte bis zu seinem Tod in einem Einfamilienhaus an der Edith Ave 109 in Peacehaven, einem am Meer gelegenen Vorort von Brighton, also im Süden Englands. Am 10. Mai 1999 starb er an den Folgen eines Krebsleidens. Seine kranke Frau Sheila McDonald-Johnson zog in ein Heim, wo sie etwa zwei Jahre später verschied. Das Paar hatte zwei Söhne. Grant, der ältere der beiden, lebt im kanadischen Pendicton. Craig arbeitet im Ölgeschäft in Texas. (pd/stu)

Uzwils Erfolgstrainer Jack McDonald.

Uzwils Erfolgstrainer Jack McDonald.