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MATURAARBEIT: Zwei Schulsysteme unter der Lupe

Für ihre Arbeit «Monoedukation» erhielt Maturandin Laura Henz die Note 6. Die 17-jährige Zuzwilerin ging darin der Frage nach, ob der geschlechtergetrennte Schulunterricht erfolgreicher ist. Ein einfaches Ja oder Nein reicht nicht für die Antwort.
Thomas Riesen
Laura Henz befasste sich in ihrer Maturaarbeit mit einem Wiler Dauerthema: Es betrifft die Kathi-Frage. Es lag aber nicht in ihrer Absicht, das Thema einer politischen Betrachtung zu unterziehen. (Bild: Marlies Scarpino)

Laura Henz befasste sich in ihrer Maturaarbeit mit einem Wiler Dauerthema: Es betrifft die Kathi-Frage. Es lag aber nicht in ihrer Absicht, das Thema einer politischen Betrachtung zu unterziehen. (Bild: Marlies Scarpino)

Thomas Riesen

thomas.riesen@wilerzeitung.ch

Mit der Bestnote hatte die 17-jährige Zuzwilerin nicht gerechnet. Sie war der Ansicht, dass ihr der schriftliche Teil nicht so gut gelungen ist. Umso mehr freute sie sich dann aber über die Bewertung und ist auch ein wenig stolz auf ihre Leistung. Das sagt sie so allerdings erst auf Nachfrage, denn die Noch-Kantonsschülerin wirkt eher schüchtern und zurückhaltend.

Kein politischer Beitrag

Ebenfalls nicht politisch bewusst hat sie sich mit einem Dauer­thema befasst: Monoedukation bedeutet Schulunterricht in geschlechtergetrennten Klassen. Wilerinnen und Wiler denken ­dabei unweigerlich an die Kathi-Frage. Doch in diesem Punkt lässt sie keine Diskussionen aufkommen: «Neutralität stand bei der Arbeit im Vordergrund.» Sie habe sich nie mit diesem politischen Thema befasst, auch nicht, als sie im Kathi zur Schule ging.

Basis: Persönliche Erfahrung

Viel spannender ist für Laura Henz der direkte Vergleich mit ihrer Zeit in der Primarschule, in einer gemischten Klasse. Ihr Fazit: «Zwei Jahre Kathi waren für meine Entwicklung wichtig, aber auf Dauer ist eine gemischte Schule besser.» In ihrem Fall spricht sie konkret die mathematische Leistung an. Doch auch ihr Bruder habe den Sprung in die Kantonsschule geschafft, und so hinterfragt sie gleich selber wieder, ob der reine Mädchenunterricht erfolgreicher sei.

Mädchen lange benachteiligt

Spannend liest sich die Geschichte, wie sich die Schule in der Schweiz entwickelt hat. Lange war Schulbildung nämlich ein Privileg für Jungen. Frauen dagegen waren höhere Bildungsgänge verwehrt. Doch das ist schon lange her. Oder doch nicht so lange? 1981 wurde in der Verfassung festgelegt, dass Mädchen und Jungen in der Bildung gleich gestellt sind. Andere Länder waren da schneller, auch wenn dies im Schweizer Gedächtnis nicht haften geblieben ist.

Schulform nicht entscheidend

Peter H. Ludwig ist Professor und Doktor an der Universität Koblenz. Ihn hat Laura Henz aus­führlich befragt. Er kommt zum Schluss: «Es gibt keine Studie, die belegt, dass geschlechtergetrennter Unterricht erfolgreicher sei als der durchmische Unterricht.» Er wies darauf hin, dass die Frage nach dem wichtigsten Faktor für den schulischen Erfolg nicht leicht zu beantworten ist. Intelligenz sei wichtig, könne aber durch Fleiss oder durch einen exzellenten Unterricht wettgemacht werden. Peter H. Ludwig bezeichnet eine vielfältige Schullandschaft als wichtig.

Ein wichtiger Teil der Schule sind die Eltern. Die Umfrage von Laura Henz hat ergeben: Alle ­begrüssen geschlechterdurchmischte Klassen als Norm. 60 Prozent schätzen es, dass es Schulen wie das Kathi gibt, die öffentlich finanziert werden. Eine grosse Mehrheit der Befragten ist ebenfalls der Meinung, dass diese Frage für den Lernerfolg nicht entscheidend ist.

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