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MATURAARBEIT VI: Neun Angestellte wären nötig

Vanessa Zweifel aus Kirchberg hat zum Abschluss ihrer Kantonsschulzeit das Phänomen der Freiwilligenarbeit am Beispiel des EC Wil untersucht. Die Ergebnisse sind deutlich: Ohne Freiwillige geht es nicht.
Joel Räbsamen
Vanessa Zweifel vor dem Heimstadion des EC Wil im Sportpark Bergholz. (Bild: Joel Räbsamen)

Vanessa Zweifel vor dem Heimstadion des EC Wil im Sportpark Bergholz. (Bild: Joel Räbsamen)

Joel Räbsamen

joel.raebsamen@wilerzeitung.ch

Die 17-jährige Vanessa Zweifel spielt selbst beim Wiler Eishockey-Club und wollte von Anfang an eine Eishockey-geprägte Maturaarbeit schreiben. Zum Sport kam die Kirchbergerin durch ihren Bruder, der schon vor ihr Eishockey spielte. Vanessa Zweifel hat bereits freiwillige Arbeit beim EC geleistet, bevor sie als Spielerin aktiv wurde. Dies war mit ein Grund, warum sie auf die Idee kam, Freiwilligenarbeit bei Sportvereinen unter die Lupe zu nehmen. Fragen wie «Warum macht jemand Freiwilligenarbeit?» und «Wie viele Vollzeitstellen müssten geschaffen werden, wenn niemand freiwillig arbeiten würde?» prägten ihre in Englisch geschriebene Arbeit. Vanessa Zweifel stellte die Hypothese auf, dass beim EC Wil vier Vollzeitstellen nötig wären, um die Arbeit der Freiwilligen auszugleichen. Die Überprüfung führte zu Überraschungen.

Umfrage brachte wertvolle Informationen

Für ihre Arbeit hat Vanessa Zweifel rund 60 Personen zu deren freiwillig geleisteten Arbeit befragt. Aus den Ergebnissen dieser umfangreichen Umfrage konnte sie eine Reihe wertvoller und ebenso interessanter Daten gewinnen. So stellte sich heraus, dass es selten Freiwillige im Verein gibt, die nicht eine Bekannte oder verwandte Person im Team haben. Nebst der eigenen Untersuchung wertete sie auch Literatur zur Freiwilligenarbeit aus. Die Literatur unterscheidet zwischen formaler und informaler Freiwilligenarbeit. Der Begriff formal beschreibt eine Position in einem Sportverein, während unter informal beispielsweise das Aushelfen beim Nachbarn verstanden wird. Wird das Gelernte auf die Praxis angewendet, was Vanessa Zweifel am Beispiel des Eishockey-Clubs Wil getan hat, so ergeben sich erstaunliche Ergebnisse. Der EC Wil müsste acht Vollzeitstellen schaffen, beschäftigt aktuell aber nur einen Festangestellten. Eine beachtliche Diskrepanz. Vanessa Zweifels Hypothese lag bei vier Vollzeitstellen. Sowohl für den EC Wil als auch für viele andere Sportvereine wäre ein solcher Personalaufwand untragbar. Hinzu kommt, dass neun Angestellte bei weitem nicht ausreichen würden, ein Spiel auszurichten: Bei einem Erstligaspiel werden gut 20 Helfer in den verschiedensten Aufgaben benötigt. Neun Personen könnten diese niemals alle gleichzeitig erfüllen.

Vanessa Zweifel, die Sekundarlehrerin werden möchte, spricht aus Erfahrung. Sie selbst hat schon eine Menge Freiwilligenarbeit verrichtet – und tut es immer noch. Zu diesen Aufgaben gehören: Trainerin bei den Kleinen (den Bambini), Zeitnehmerin und Reporterin. Zudem ist sie Schiedsrichterin im Inline-Hockey sowie im Eishockey, zusätzlich ist sie Assistenztrainerin und hilft bei den Spielen des EC Wil in der Festwirtschaft aus.

Hinweis

Die «Wiler Zeitung» präsentiert in loser Folge Maturaarbeiten von Schülern aus der Region. Der erste Teil ist am 12. April erschienen, es folgten weitere am 22. und 27. April sowie am 10. und 23. Mai.

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