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Matthias Hüppi in Oberuzwil: «Es ist wichtig, Grün-Weiss im Herzen zu tragen»

Matthias Hüppi referierte in Oberuzwil über «Balance zwischen sportlichen Ambitionen und Wirtschaftlichkeit».
Philipp Stutz
«Trotz der derzeitigen Erfolgsserie bleiben wir auf dem Boden der Realität», sagt Matthias Hüppi, Präsident des FC St.Gallen. Links im Bild Johannes Gunzenreiner, der die Talkrunde am Unternehmeranlass leitete.Bild: Philipp Stutz

«Trotz der derzeitigen Erfolgsserie bleiben wir auf dem Boden der Realität», sagt Matthias Hüppi, Präsident des FC St.Gallen. Links im Bild Johannes Gunzenreiner, der die Talkrunde am Unternehmeranlass leitete.Bild: Philipp Stutz

«Jede Führungspersönlichkeit muss sich in andere Menschen hineinversetzen können», sagte Matthias Hüppi, Präsident des FC St.Gallen, am Oberuzwiler Unternehmeranlass. 1879 gegründet, sind die Sankt Galler der älteste noch bestehende Fussballverein auf dem europäischen Festland. Hüppi:

«Wir sind einzigartig und wollen es auch bleiben.»

Befragt von Sportreporter Johannes Gunzenreiner, umriss der Referent die Gesetzmässigkeiten des heutigen Profifussballs. «Wir wollen trotz allen Stürmen auf Kurs bleiben», meinte er metaphorisch. Und verwies dabei auf einen Leuchtturm auf Biarritz an der französischen Atlantikküste, der bisher allen Unwettern standgehalten hat.

Zurzeit reitet der FC St.Gallen auf einer Erfolgswelle und ist seit sieben Spielen unbesiegt. Der Trainer müsse beim jungen Kader Autorität vermitteln. «Leadership hat aber auch mit Respekt zu tun», betonte Hüppi. Und dazu gehöre ein gesundes Mass an Empathie.

«Will ein Trainer etwas bewirken, muss er glaubwürdig sein. Dasselbe gilt auch für Manager.»

Auf operativer Stufe spiele die Einstellung eine wichtige Rolle. Und für den Verein sei es wichtig, Grün-Weiss im Herzen zu tragen.

Immer mit grossem Mass an Hysterie verbunden

Der Fussball findet im Gegensatz zur Privatwirtschaft vor Augen der Öffentlichkeit statt. Es sei ein Geschäft, in dem immer ein grosses Mass an Hysterie vorhanden sei. Wobei die sozialen Medien eine wichtige Rolle spielten. «Die Beobachtung von aussen darf die innere Stabilität des Vereins nicht gefährden», betonte Hüppi und folgerte: «Wir versuchen, einiges von diesem Druck wegzunehmen.»

Die Mannschaft sei ein Spiegelbild der Führung, und zurzeit herrsche in der heterogenen Truppe ein Teamspirit, der einzigartig sei. Es sei gelungen, Einzelinteressen miteinander zu verbinden. Dank verschiedener Individuen sei der FC St.Gallen eine Mannschaft, die stets unberechenbar sei. Auf der Suche nach der richtigen Balance zwischen sportlichen Ambitionen und Wirtschaftlichkeit habe man sich an der Realität zu orientieren, was manchmal schwierig sei. «Dabei ist ein grosses Mass an Standhaftigkeit notwendig.» Und wenn Klarheit über die Ziele bestehe, sei es möglich, gegen den Strom zu schwimmen.

Defizit ist auf Altlasten zurückzuführen

Matthias Hüppi war 40 Jahre lang Sportredaktor und Moderator beim Schweizer Fernsehen. Ob er den Schritt weg vom behüteten Staatssender bereut habe, fragte ihn Johannes Gunzenreiner. «Keinen Moment», antwortete der Präsident des FC St.Gallen, «obwohl es manchmal harte Zeiten zu bewältigen gibt.» Beispielsweise mit Bezug auf die Finanzen. So weist die konsolidierte Geschäftsrechnung der FC St.Gallen AG und der FC St.Gallen Event AG für die vergangene Saison 2018/2019 einen Verlust von 5,1 Millionen Franken aus. Das Defizit ist weitgehend auf Abschreibungskorrekturen zurückzuführen, welche auf Altlasten basieren. «Wir wollen wieder eine saubere Bilanz», betonte der Vereinspräsident. Und der Vorstand hoffe, die aktuelle Saison mit einer schwarzen Null abzuschliessen. Das enge Korsett bei den Finanzen aber bleibe bestehen.

«Wir halten uns dabei an die Devise, nur so viel Geld auszugeben, wie zur Verfügung steht.»

Investitionen im Nachwuchsbereich bildeten Teil des Geschäftsmodells. Nicht zur Sprache kamen die teilweise exorbitanten Saläre, die auch an Fussballer der Super League bezahlt werden.

Ein Botschafter des Clubs

Die Tätigkeit als Vereinspräsident sei intensiv, gestand Hüppi. «Trotzdem glaube ich, ein Supplément an Gelassenheit gefunden zu haben.» Und dies, obwohl er sich im Gegensatz zum Auditorium nicht als Unternehmer, sondern als Autodidakt verstehe. Und als Netzwerker.

«Ich betrachte mich als Botschafter des Clubs.»

Dabei kommen ihm seine Kommunikationsfähigkeit und sein rhetorisches Talent zupass. Wichtig seien auch Transparenz und Herzblut. «Ich arbeite täglich an diesem Fundament.»

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