Massvolle Entwicklung angestrebt

Der Niederbürer Gemeinderat präsentierte an der Informationsveranstaltung vom Montag eine Erschliessungsstudie. Daraus geht hervor, wie eine noch mögliche Siedlungsfläche von rund einer Hektare zweckmässig angeordnet und erschlossen werden kann.

Philipp Stutz
Merken
Drucken
Teilen
Kurzfristige Entwicklungsmöglichkeiten ergeben sich im Unterdorf nördlich des Dorfs. (Bilder: Philipp Stutz)

Kurzfristige Entwicklungsmöglichkeiten ergeben sich im Unterdorf nördlich des Dorfs. (Bilder: Philipp Stutz)

NIEDERBÜREN. Im Zeitraum zwischen 1900 und 1980 blieb die Einwohnerzahl im einstigen Bauerndorf nahe der Thur stabil. Danach setzte der Bau von Einfamilienhäusern ein. Die Zahl der Einwohner stieg markant von 1100 auf 1514, Konturen des neuen Dorfes wurden sichtbar. «Eine Entwicklung, wie sie im gesamten Mittelland zu beobachten ist», sagte Heini Forrer von der ERR Raumplaner AG an der gutbesuchten Informationsveranstaltung.

Richtplan überarbeiten

Der kantonale Richtplan wird aufgrund des neuen Raumplanungsgesetzes überarbeitet. «Im Hinblick auf einen neuen Richtplan hat sich der Gemeinderat auf die Siedlungsentwicklung festzulegen», sagte Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein. Innerhalb der Vernehmlassungsfrist wurde eine Anpassung des kommunalen Richtplans beschlossen. «Der Gemeinderat will mitbestimmen, wo das Siedlungsgebiet ausgeschieden wird», betonte Hollenstein.

Wie Heini Forrer ausführte, soll mit dem neuen Raumplanungsgesetz, das 2014 in Kraft getreten ist, der Zersiedelung entgegengetreten werden, und dies durch klare Abgrenzung zwischen Dorfstrukturen und Kulturlandschaft. Diese neue Gesetzgebung wird eine Erweiterung des Siedlungsgebietes stark einschränken und das Eigenheimangebot mitbestimmen. Das Baulandangebot ist knapp, und Investitionen in Immobilien werden sich zunehmend auf das bestehende Siedlungsgebiet beschränken. Ebenso wird eine Verdichtung nach innen angestrebt.

Überbauung möglich

Bis 2040 wird in Niederbüren mit einem Zuwachs von 100 Einwohnern gerechnet. Die bisherige Bauzone soll um eine Hektare (10 000 Quadratmeter Wohn- und Mischzone) erweitert werden. Mittels Erschliessungsstudie wurde nachgewiesen, wie eine solche noch mögliche Siedlungsfläche zweckmässig angeordnet und erschlossen werden kann. Die Studie zeigt laut Raumplaner Erwin Selva auf, dass sich kurzfristig Entwicklungsmöglichkeiten im Gebiet Unterdorf nahe der Staatsstrasse anbieten. Eine etappenweise Überbauung wäre dort möglich. Die Siedlungsentwicklung soll laut Gesetz an verkehrstechnisch gut erschlossenen Standorten erfolgen. In der Nähe zum Gebiet Unterdorf befindet sich denn auch eine Bushaltestelle.

Reelle Chancen

Laut Hollenstein wird der Gemeinderat dem Kanton nun beantragen, eine mögliche Siedlungserweiterung um eine Hektare für die Siedlungsbegrenzung im kantonalen Richtplan zu berücksichtigen. «Dieses Begehren ist mit dem Kanton bereits vorbesprochen und hat auch reelle Chancen, berücksichtigt zu werden», betonte der Gemeindepräsident.

Der Gemeinderat erwartet nach heutigem Fahrplan, dass der kantonale Richtplan nächstes Jahr vorliegt. Die Anpassung der Bauordnung aufgrund des neuen kantonalen Baugesetzes plant der Gemeinderat im kommenden Jahr in Angriff zu nehmen und dafür ein neues Baureglement zu erarbeiten, das den bestehenden Siedlungen und Zielen einer sparsamen Bodennutzung Rechnung trägt. «Wenn wir uns jetzt nicht bewegen, sagt der Kanton, wo es in der Raumplanung langgeht», sagte der Gemeindepräsident. Über neue Einzonungen aber hat die Bevölkerung zu befinden.

Heini Forrer bei seiner Erläuterung der Siedlungsentwicklung.

Heini Forrer bei seiner Erläuterung der Siedlungsentwicklung.