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Interview

Martina Gebert tritt in die Fussstapfen von Hans Baumann: «Wir möchten mittelfristig wieder ein bekanntes Leichtathletik-Meeting für den Wiler Nachwuchs etablieren»

Auf dem Wiler Lindenhof findet am Samstag das zweite Nachwuchsmeeting des KTV Wil statt. Dabei bleibt es nicht: Auf der Leichtathletik-Anlage werden gleichzeitig auch die Schweizer Masters-Meisterschaften ausgetragen. OK-Chefin Martina Gebert, zweifache Schweizer Junioren-Meisterin im Ski Alpin, möchte ihre Erfahrungen aus dem Spitzensport an den Nachwuchs weitergeben.
Hermann Rüegg
Martina Gebert (im grünen Trikot) möchte den Nachwuchs des KTV Wil voranbringen. (Bilder: Hermann Rüegg)

Martina Gebert (im grünen Trikot) möchte den Nachwuchs des KTV Wil voranbringen. (Bilder: Hermann Rüegg)

Martina Gebert ist seit vier Jahren als junge Trainerin und Organisatorin eine der Stützen in der Leichtathletik des KTV Wil. Im Organisationskomitee für das Meeting von morgen Samstag und auch im Trainerstab wird die Wilerin von Philipp Engeler unterstützt.

Das Meeting umfasst zwei Anlässe – einen Wettkampf für die Nachwuchsstufen U10 bis U16 und die Schweizer Masters-Meisterschaften (ab 30 Jahren).

Das OK-Duo für das zweite Wiler Meeting und den Schweizer Masters-Meisterschaften: Philipp Engeler und Martina Gebert (OK-Chefin).

Das OK-Duo für das zweite Wiler Meeting und den Schweizer Masters-Meisterschaften: Philipp Engeler und Martina Gebert (OK-Chefin).

Martina Gebert und Philipp Engeler treten mit der neuen Aufgabe in die Fussstapfen von Hans Baumann. Nach Jahrzehnten ehrenamtlicher Arbeit in der Leichtathletik freut sich Baumann, einige seiner Aufgaben in jüngere und kompetente Hände zu übergeben.

Junioren-Meisterin in der Abfahrt und der Super-Kombination

Einst befand sich Martina Gebert auf dem Weg zur alpinen Skirennfahrerin. 2009 wurde sie Schweizer Junioren-Meisterin in der Super-Kombination und in der Abfahrt. 2005, im Alter von 15 Jahren, musste sie sich entscheiden, ob sie als Leichtathletin oder Skirennfahrerin den Weg an die Spitze machen will.

Inzwischen ist die 30-Jährige nach verletzungsbedingten Rückschlägen im Ski alpin zurück in der Leichtathletik und gibt ihre Erfahrungen aus dem Spitzensport an den Nachwuchs weiter. Als Primarlehrerin in der Region hat sie auch im Berufsleben mit Kindern und Jugendlichen zu tun.

Der Leichtathletik-Nachwuchs des KTV Wil freut sich auf das Heimmeeting auf dem Lindenhof.

Der Leichtathletik-Nachwuchs des KTV Wil freut sich auf das Heimmeeting auf dem Lindenhof.

Was ist Ihr Ansporn, sich ehrenamtlich einzusetzen?

Martina Gebert: Als junge Leichtathletin im KTV Wil erlebte ich eine sehr gute Zeit mit Erfolgen und wurde fachlich wie menschlich gut unterstützt. Es ist für mich auch eine Wertschätzung gegenüber dem Verein, wenn ich nun mit Philipp Engeler etwas zurückgeben kann. Zudem macht es Spass, mit jungen und motivierten Talenten zu trainieren.

Gibt es in der Region genügend Potenzial, um Leichtathleten an die Spitze zu führen?

Ja, das gibt es. Es ist unser Ziel, mit einem guten Trainingsangebot und aufgestellten Trainerinnen und Trainern Kinder und Jugendliche zu motivieren, bei uns mitzumachen. Die Talente sind recht schnell einschätzbar, sodass wir sie gezielt fördern können. Reicht es nicht ganz an die Spitze, gibt es viele Möglichkeiten, weiter Spass in der Leichtathletik zu haben. Aus den 120 lizenzierten Nachwuchsathleten hofft der KTV Wil, einige Talente an die Spitze zu begleiten.

Was gab den Ausschlag, die Schweizer Masters-Meisterschaften und das Nachwuchsmeeting am selben Anlass zu veranstalten?

Das ist eher ein Zufall. Unser Ziel ist es, in Wil mittelfristig für den Nachwuchs wieder ein bekanntes Meeting zu etablieren und so auch in der Region für unsere Talente Startmöglichkeiten zu bieten. Da auch die noch sehr aktiven älteren Semester Startmöglichkeiten suchen, kam Albert Luder, ein einstiger Trainer beim KTV und heute noch in den Wurfdisziplinen ein Spitzenathlet bei den Senioren, auf uns zu. Daraus ergab sich nun diese interessante Symbiose: Grossvater, Grossmutter und ihre Enkel auf demselben Wettkampfplatz.

Was erwarten Sie vom Meeting?

Dass sich vor allem viele Startende aus der Region anmelden. Auch hier ist Geduld gefordert. Wir dürfen nicht erwarten, dass wir beim zweiten Meeting dieser Art von Startenden überrannt werden. Wir freuen uns vor allem auf die einmalige Mischung aus Zukunftshoffnungen und erfahrenen Athleten.

Welche wichtigste Erfahrung aus der Zeit als Spitzensportlerin im Skizirkus haben Sie für die Zukunft mitgenommen?

Nie aufgeben, durchbeissen und aus Rückschlägen lernen. Vielfach fehlt manchmal der Wille und daran zu glauben, dass man es schafft. Der Erfolg kommt nicht von heute auf morgen; er muss erkämpft, erduldet und manchmal gar erlitten werden. Natürlich ist Talent die Grundlage. Gleichzeitig muss auch die Gesundheit mitspielen.

Meeting vom 4. Mai

Der Start des Meetings erfolgt um 10 Uhr mit den Senioren in den verschiedenen Altersklassen. Um 10.45 Uhr steigt dann auch der Nachwuchs in den Wettkampf ein.
Bei den Masterathleten (ab 30) ist KTV Wil-Athlet Albert Luder Favorit für den Meistertitel mit dem Diskus und der Kugel in der Kategorie M65 und dann auch Medaillenanwärter an der EM 2019 in Italien. Gemeldet ist mit Hans Blöchlinger (Jahrgang 1935) auch eine Leichtathletik-Ikone, hält er doch über 100m und 200m alle Schweizerrekorde der Kategorien M65 bis M80. Mit dabei auch die Vorarlbergerin Marianne Meier, (W75) ihres Zeichens Weltmeisterin über 100m, mit der Kugel und im Weitsprung. Masters-Meistertitel werden über 100m, 200m, 800m, mit Kugel und Diskus und im Weitsprung vergeben.
Beim Nachwuchs sind es die Jungs und Girls der Kategorien U10 bis U16, welche in den Sprints, Wurfdisziplinen, Weisprung und über 600m am Start sind. Über die 1000 Meter messen sich zusätzlich die U18- und U20-Frauen und -Herren. Man darf gespannt sein auf das Abschneiden der KTV Wil U16-Athletin Lia Thalmann, ist sie doch im Sprint über 80m in ihrer Altersklasse schweizweit an der Spitze. (her)

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