Manu Delago quasi nackt im Kulturpunkt

Manu Delago ist unter anderem Mitglied der Liveband von Björk. Und er ist sich eigentlich an grosse Konzertsäle gewöhnt. Mit seinen drei Mitmusikanten des Projekts Manu Delago Handmade und dem Programm «Silver Kobalt» gastierte er nun im Kulturpunkt.

Drucken
Teilen
Manu Delagos Handmade: Weltmusik mit sphärischen Klängen. (Bild: Franz Fischli)

Manu Delagos Handmade: Weltmusik mit sphärischen Klängen. (Bild: Franz Fischli)

FLAWIL. Mit Ausnahme des E-Pianos unverstärkt auf der Bühne – sie würden quasi nackt auftreten, sagte Manu Delago, Tiroler und Wahl-Londoner zu Beginn des Konzerts. Das sei für ihn, der sich an Livekonzerte mit grossen Verstärkeranlagen gewöhnt sei, eine absolute Premiere. Doch im für Unplugged-Auftritte akustisch idealen Konzertraum des Kulturpunkts ging kein Ton verloren. Was wohl auch den faszinierenden Klangbildern, die sein Quartett in den Raum zauberte, zuzuschreiben war. Anteil daran hatte neben dem Hangspieler Delago Isa Kurz, die wechselnd mit Geige, Piano und Gesang die Stücke mit differenzierten Klangfarben ausmalte.

Unterstützt wurden die beiden vom Perkussionisten Chris Norz, der einer Vielzahl von Klang- und Rhythmusinstrumenten die takttragenden, dekorativen Geräusche entlockte, sowie von Christof Dienz am Fagott. Letzteres verlieh den Kompositionen mit ihren warmen, tiefen Tönen den Boden. Zentral war das Instrument Hang. Manu Delago – ein Meister auf diesem Instrument – bediente gleichzeitig bis zu drei. Damit brachte er jene Halb- und Zwischentöne ein, die bei den Kompositionen die Spannung erzeugten und das Publikum in Bann zogen. (fi)

Aktuelle Nachrichten