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Mandelfisch statt Olma-Bratwurst: Wil verwandelt am St. Galler Fest den Gallusplatz in den Hofplatz

Anlässlich ihres Auftritts als Gastgemeinde am St. Galler Fest gestaltet die Stadt Wil den Gallusplatz zum Hofplatz um. Auch die Wiler Teufel und der FC Wil statten der Kantonshauptstadt einen Besuch ab.
Gianni Amstutz
Der Wiler Hofplatz wird in Form eines projizierten Bildes auf dem St. Galler Gallusplatz zu sehen sein. (Bild: Michel Canonica)

Der Wiler Hofplatz wird in Form eines projizierten Bildes auf dem St. Galler Gallusplatz zu sehen sein. (Bild: Michel Canonica)

Dass Wiler bei der Gestaltung und Nutzung der Plätze in der Kantonshauptstadt gerne ein Wörtchen mitreden, beweist der Vorstoss von Kantonsrat Erwin Böhi. Er fordert, dass die Festspiele künftig nicht mehr auf dem Klosterplatz stattfinden.

Wie die Kantonsregierung auf seine Einfache Anfrage reagiert, ist noch offen. Fest steht jedoch, dass die Wiler nur wenige Meter vom Klosterplatz entfernt, nun tatsächlich das Zepter übernehmen – zumindest am kommenden Wochenende. Dann heisst es auf dem St. Galler Gallusplatz für einmal Mandelfisch anstatt Olma-Bratwurst, Stadtweier anstatt Drei Weieren, Thurbobräu anstatt Schützengarten. Sogar der Gallusplatz selbst wird kurzerhand zum Hofplatz umgestaltet. Denn Wil ist als Gastgemeinde zu Besuch am St. Galler Fest, das am Freitag und Samstag stattfindet.

Wil aus verschiedenen Perspektiven zeigen

«Wir sind stolz, die zweite Gastgemeinde am St. Galler Fest zu sein. Nun wollen wir den St. Gallerinnen und St. Gallern zeigen, was Wil zu bieten hat», sagt Stadtpräsidentin Susanne Hartmann zum bevorstehenden Gastspiel in St. Gallen. Es sei eine Chance für Wil, sich zu präsentieren.

Dafür hat sich das OK, das von der Stadtpräsidentin und Ratsschreiber Hansjörg Baumberger geleitet wurde, einiges einfallen lassen. Rund 100 Personen aus der Verwaltung werden an den zwei Tagen im Einsatz stehen. Man wolle ein vorwärts gerichtetes, modernes Wil zeigen, ohne jedoch die Traditionen zu vergessen, sagt die Stadtpräsidentin.

Möglichst viele Facetten der Stadt Wil sollen dabei dargestellt werden. Dazu hatte die Stadt unter anderem einen Fotowettbewerb auf Instagram lanciert. So kamen rund 200 Bilder zusammen, die Wil aus verschiedensten Perspektiven zeigen. Diese werden auch am St. Galler Fest zu sehen sein. «Wenig überraschend haben viele der Einsendungen die Altstadt und den Stadtweier als Motiv. Auch das Gewinnerbild», sagt Hartmann.

Es sind dies denn auch die wohl augenfälligsten Wahrzeichen Wils. Das OK hat sich ebenfalls für ein Altstadtmotiv entschieden, um dem Auftritt einen Rahmen zu geben. So soll der Gallusplatz als Hofplatz inszeniert werden. Dazu wird ein entsprechendes Bild auf eine Grossleinwand projiziert.

Der Besuch in der Kantonshauptstadt soll aber nicht nur etwas fürs Auge sein. Auch der Gaumen und die Ohren kommen in den Genuss echter Wiler Spezialitäten. Ob Wurst, Bier oder Desserts: An den Ständen werden Leckereien verschiedener Wiler Gastronomiebetriebe zur Degustation angeboten. Trotz der erwartet hohen Temperaturen wird auch ein Wiler Raclette serviert. «Für all jene, die bereits etwas zu tief ins Glas geschaut haben, kann eine deftige Portion Käse ja nicht schaden», sagt Susanne Hartmann.

Auf der Bühne spielen zudem während der zwei Tage Bands und Musikvereine mit Bezug zur Stadt. Einige setzen sich aus Personen aus Wil zusammen, andere sind durch Auftritte am stadteigenen Festival Rock am Weier bekannt. Auch hier wird Vielfalt gross geschrieben. So bestreitet die serbische Kindertanzgruppe des Kulturvereins Wil ebenso einen Auftritt, wie die Jungtambouren oder Indie-Rock-Bands und Elektro-Acts.

Auch der FC Wil lässt es sich nicht nehmen, am St. Galler Fest vorbeizuschauen. Er trifft sich zum Gespräch mit Matthias Hüppi, Präsident des FC St. Gallen. Als Höhepunkt zeigt die Firma Stihl am Samstag um 15.30 Uhr eine Holzfällershow beim Gallus-Brunnen. Insgesamt lässt sich die Stadt Wil ihr Gastspiel rund 30000 Franken kosten.

Wieder eine echte Gastgemeinde

Bei der Stadt St. Gallen und dem OK des St. Galler Fests ist die Freude über den Besuch aus Wil gross. Wohl nicht zuletzt deshalb, weil man im vergangenen Jahr keine echte Gastgemeinde hatte. Weil damals die Gastgemeinde kurzfristig absagte, lud das OK kurzerhand die Stadt St. Gallen selbst ein. Diese war dann zu Gast in der eigenen Stadt.

Mit Wil hat man nun wieder eine echte Gastgemeinde fürs St. Galler Fest gefunden. «Das St. Galler Fest steht für die Stadt und ist eine Veranstaltung, an der viele ‹Heimweh-St. Galler› wieder in ihre Stadt zurückkehren», sagt Bruno Bischof, Geschäftsleiter des Anlasses. Darüber hinaus sei es auch ein Fest für die ganze Ostschweiz, weshalb man sich über den Besuch aus Wil freue. Das Engagement der Verantwortlichen sei vom ersten Moment an spürbar gewesen.

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