«Mandate regional verteilen»

Der Aadorfer Markus Oswald ist Notar und Grundbuchverwalter. Seit 2004 ist er als Laienrichter im Bezirksgericht in Frauenfeld tätig.

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Markus Oswald stellt sich erneut als Laienrichter zur Verfügung. (Bild: zVg.)

Markus Oswald stellt sich erneut als Laienrichter zur Verfügung. (Bild: zVg.)

Welches ist Ihre Motivation, sich als Laienrichter für die Wahlen ins Bezirksgericht Münchwilen zur Verfügung zu stellen?

Oswald: Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit als Notar, Grundbuchverwalter und langjähriger Vormundschaftssekretär bin ich täglich mit Menschen und Rechtsfragen konfrontiert. Ich möchte meine Erfahrung in das Gremium einbringen. Durch meine bisherige Tätigkeit am Bezirksgericht Frauenfeld habe ich Einsicht in die Abläufe der Rechtssprechung erhalten.

Durch die Neuzuteilung der Gemeinde Aadorf zum Bezirk Münchwilen sollte auch die regionale Verteilung der Mandate gewährleistet werden.

Welches sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Voraussetzungen, die ein Kandidat oder eine Kandidatin für dieses Amt mitbringen sollte?

Oswald: Ein Laienrichter muss über ein rechtliches Grundwissen verfügen, er darf nicht beeinflussbar sein, er muss konsequent sein und soll über eine grosse Menschenkenntnis verfügen.

Welches sind Ihre persönlichen Stärken, die Sie in dieses Gremium einbringen möchten?

Oswald: Berufs- und Lebenserfahrung und die Fähigkeit, im Team gut zu arbeiten, sind meine speziellen Stärken.

Wie gehen Sie mit der emotionalen Belastung um, die ein solches Amt mit sich bringen kann?

Oswald: Durch die jahrelange Tätigkeit als Vormundschaftssekretär und jetzt auch als Richter habe ich mir diese Belastbarkeit angeeignet. Ausgleich finde ich in meinem persönlichen Umfeld und in der Freizeitgestaltung.

Wie wichtig sind Laienrichter in der heutigen Zeit noch?

Oswald: Laienrichter können durch ihre Erfahrung im Leben und im Beruf nicht nur streng juristische Denkweisen einbringen. Die Menschlichkeit darf dabei nicht zu kurz kommen. Hinter jedem Angeklagten steht ein menschliches Schicksal, das bei der Urteilsfindung mitberücksichtigt werden muss.

Hat die Umstrukturierung beziehungsweise die Professionalisierung des Bezirksgerichtes Auswirkungen auf Ihre Tätigkeit als Laienrichter?

Oswald: Die zeitliche Belastung wird durch die Professionalisierung abnehmen. Viele Fälle werden nicht mehr durch die gerichtlichen Kommissionen oder das Gesamtgericht behandelt. Die Kompetenzen der Präsidien und Berufsrichter werden stark ausgebaut. Viele Straffälle werden schon auf Stufe Staatsanwalt behandelt. Die Vielfältigkeit der Aufgabe als Laienrichter nimmt ab.

Interview: Monique Stäger

Am 13. Juni finden die Wahlen für das Bezirksgericht Münchwilen statt. Für die vier Sitze als Laienrichter haben sich fünf Kandidaten zur Verfügung gestellt. Die Wiler Zeitung stellt die Kandidaten in loser Reihenfolge in Form eines Interviews vor.