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Malerin kämpft um die Goldmedaille

Susan Wildermuth aus Jonschwil hat sich für den «SwissSkills»-Final qualifiziert. Ihr Ziel ist das Podest. Dabei wollte die 19-Jährige zuerst gar nicht an den Berufsmeisterschaften teilnehmen.
Tobias Bruggmann
Bei einer der «SwissSkills»-Aufgaben muss Susan Wildermuth möglichst präzise malen. Dabei darf sie ihr Motiv aber nicht abdecken. (Bild Tobias Bruggmann)

Bei einer der «SwissSkills»-Aufgaben muss Susan Wildermuth möglichst präzise malen. Dabei darf sie ihr Motiv aber nicht abdecken. (Bild Tobias Bruggmann)

Das schwarze Haargummi springt zwischen Daumen, Zeige- und Ringfinger umher. Dann zum Handgelenk und wieder zurück. Ja, die Nervosität werde mit jedem Tag stärker, sagte Susan Wildermuth wenige Tage vor dem Start der Schweizer Berufsmeisterschaften. Denn ab heute Mittwoch gilt es ernst: Die 19-Jährige kämpft gegen 13 Konkurrentinnen und Konkurrenten um den Titel der besten Malerin in der Schweiz.

Während vier Tagen muss sie sich in mehreren Disziplinen beweisen. Dazu gehören tapezieren, abdecken, streichen oder das Malen ohne Abdecken. Das alles unter Zeitdruck. «Ich kann sehr genau arbeiten, wenn ich genügend Zeit habe. Das wird eine Herausforderung an der Meisterschaft», sagt Wildermuth. Deshalb trainiert sie oft. Meistens nach Feierabend oder am Wochenende, dazu gab es eine Vorbereitungswoche in Wallisellen.

«SwissSkills»-Anmeldung trotz Nervosität

Wildermuth erreichte bei der Lehrabschlussprüfung im vergangen Sommer die beste Note im Kanton. Trotzdem wollte sie sich zuerst nicht für die «SwissSkills» anmelden: «Ich habe immer gesagt, dass ich nicht an die Meisterschaft will, weil ich den Wettkampf nicht mag und zu nervös bin», sagt sie. Doch ihre Nervosität muss sie in den nächsten Tagen bezwingen: «Irgendwie hat mein Ego eine Nichtanmeldung dann doch nicht zugelassen.» Wildermuth lacht und zeigt sich dann doch auch ehrgeizig: Letzte wolle sie schon nicht werden, ihr Traum sei das Podest.

Doch die Nervösität hat sie während der ganzen Vorbereitung begleitet. Wildermuth muss zum Beispiel das Werkzeug selber mitbringen: «Ständig fällt mir noch etwas ein, was ich mitnehmen oder erledigen muss.» Dazu beeinträchtigt die Nervösität ihr Training: «Wenn ich zu viel nachdenke, beginnt meine Hand zu zittern», sagt Wildermuth.

Hoher Frauenanteil im Malerberuf

An den «SwissSkills» kämpft Wildermuth gegen elf Konkurrentinnen und nur zwei Konkurrenten. Dieses Verhältnis von Frauen zu Männern kennt Susan Wildermuth bereits: «Schon in der Berufsschule waren es mehr Mädchen als Jungs.» Das hat sich verändert: Anfang der 80er-Jahre waren gerade mal 10 Prozent aller Malerlehrstellen von Frauen besetzt. Im Rekordjahr 2005 waren es fast 60 Prozent. Seither sind die Zahlen wieder etwas zurückgegangen und haben sich jetzt bei rund 40 Prozent eingependelt – die Tendenz ist aber steigend.

Der Frauenanteil erstaunt vor allem im Vergleich mit der gesamten Baubranche: 7,9 Prozent betrug der Frauenanteil dort 2016, wie der «Tagesanzeiger» schrieb. Für Susan Wildermuth ist die Zusammenarbeit mit Männern kein Problem: «Vieles funktioniert sogar unkomplizierter.» Für sie, die als Kind Tierärztin werden wollte, war nach dem Schnuppern schnell klar, dass sie Malerin lernen will: «Mir hat die kreative Arbeit gefallen.»

Wildermuth ist froh, wenn das Kapitel «SwissSkills» bald abgeschlossen ist. Nicht nur wegen der Nervosität. Auch für ihre Hobbys, das Fussballspielen und die Jubla, hat sie im Moment weniger Zeit. An dem «SwissSkills»-Final, der von heute bis Samstag in Bern stattfindet, will sie ihr Bestes geben. Was daraus werde, liege dann nur bedingt in ihrer Hand: «Alle werden Fehler machen. Diejenige mit den wenigsten Fehlern wird gewinnen», sagt sie lachend.

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