Malen ist ein kreativer Prozess

Fünf Frauen und ein Mann treffen sich jede zweite Woche in Oberbüren zu einer kreativen Freizeitbeschäftigung, nämlich dem freien Malen. Nun präsentierten sie einen Teil ihrer Werke in einer öffentlichen Ausstellung.

Ernst Inauen
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Die sechs Hobby-Malerinnen und -Maler: von links Jacqueline Thoma, Karin Jaun, Ruth Schneider, Heidi Rossi, Astrid Bless, Martin Bollen. (Bild: ei.)

Die sechs Hobby-Malerinnen und -Maler: von links Jacqueline Thoma, Karin Jaun, Ruth Schneider, Heidi Rossi, Astrid Bless, Martin Bollen. (Bild: ei.)

OBERBÜREN. In einem Nebenraum des Restaurants Frohsinn richtete vor einiger Zeit die Oberbürerin Heidi Rossi ein Atelier ein. Schon seit vielen Jahren beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit mit dem Malen. Sie ist auch Mitglied des Kunstkreises Wil. Ihre Werke fanden schon bei mehreren Ausstellungen in der Region Beachtung. Zusehends zeigten auch andere Frauen in ihrem Freundeskreis Interesse für die kreative Freizeitbeschäftigung. So beschlossen sie, sich regelmässig jede zweite Woche im Atelier zu treffen. Zur Gruppe gehören neben Heidi Rossi noch Astrid Bless, Ruth Schneider, Karin Jaun, Jacqueline Thoma und Manfred Bollen.

Gemeinsam malen

Bei den regelmässigen Treffs wird nicht nur dem kreativen Hobby gefrönt, sondern auch über Gott und die Welt diskutiert und Kaffee getrunken. «Wir haben ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Obwohl wir beim freien Malen unsere eigenen Ideen verwirklichen, profitieren wir von den Erfahrungen, Ideen und Tips der anderen», sagt Astrid Bless, Oberbüren. Sie ist ebenso begeistert wie die übrigen Hobby-Malerinnen, die zum Teil erst seit einem Jahr im Atelier malen. Mit dabei ist als einziger Mann Manfred Bollen. Der Oberuzwiler hat verschiedene Kurse besucht und ist wie Heidi Rossi Mitglied im Kunstkreis Wil. Vor einigen Wochen beschloss die Malgemeinschaft, mit einer dreitägigen Ausstellung im Atelier Frohsinn an die Öffentlichkeit zu treten. Die Teilnehmenden der aufgestellten Gruppe bekamen Gelegenheit, mit einigen Bildern eine Wand oder eine Stellwand zu belegen. Mehrheitlich wurden abstrakte Werke ausgewählt, welche in Acryl-Technik entstanden. Einzig die Jüngste im Kreis, die Jonschwilerin Jacqueline Thoma, wählte vier Aquarell-Bilder mit Blumen-Motiven aus. Obwohl für die Ausstellung keine grosse Reklame gemacht wurde, war das Interesse erfreulich gross. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der Region kamen in das Atelier und bewunderten die Werke. Nicht der Verkauf ihrer Bilder stehe im Vordergrund, sondern die Absicht, bei den Besuchenden das Interesse an einer schönen Freizeitbeschäftigung zu wecken, betonten die Frauen.

Freude am Gestalten

Die Motivation für ihr gemeinsam gepflegtes Hobby ist vielfältig. Jedoch wird mehrheitlich die Freude an kreativer Gestaltung erwähnt. Die Uzwilerin Ruth Schneider erzählt, dass sie fast zwei Jahrzehnte der Bauernmalerei verfallen war. «Für mich war die Umstellung ein grosser Schritt. In der abstrakten Malerei kann ich grossflächiger und freier mit Farben und Formen gestalten», gestand sie. Ebenfalls grosse Freude und Befriedigung beim Malen empfindet Astrid Bless. «Manchmal entwickelt sich bei mir ein Bild einfach spontan, oder ich setze Erinnerungen auf der Leinwand um. Für mich sind beide Varianten interessant.» So habe sie die starken Eindrücke von einer Reise nach Tibet auf einigen Bildern auf abstrakte Art festgehalten. Sie könne beim Malen abschalten, in Stimmungen eintauchen und sich aus dem Innern inspirieren lassen.

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