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Mal dezent, mal kraftvoll

Die Wiler Indie-Band Frantic veröffentlicht morgen Freitag ihr viertes Studioalbum. «Go Go Go On!» sind Popsongs mit eingängigen Melodien und einer positiven Grundstimmung.
Philipp Haag
Treten wieder ins Scheinwerferlicht: Frantic mit Mike Sarbach, Barbara Egli, Christoph Inhelder, Michael Gysel und Nik Häne. (Bild: PD)

Treten wieder ins Scheinwerferlicht: Frantic mit Mike Sarbach, Barbara Egli, Christoph Inhelder, Michael Gysel und Nik Häne. (Bild: PD)

Sie haben sich Zeit gelassen, die Musikerin und die vier Musiker von Frantic. Fünf Jahre nach ihrem letzten Album «French Fountain» veröffentlicht die bekannte Wiler Indie-Band morgen Freitag ihr neues Werk «Go Go Go On!». Es war ein bewusster Entscheid, mit dem Release des 4. Studioalbums etwas zuzuwarten. Die Band hatte zwischen 2007 und 2011 innerhalb von fünf Jahren drei CDs auf den Markt gebracht. Im Jahr 2012 gingen Mike Sarbach (Gitarre, Gesang), Michael Gysel (Gitarre, Gesang), Barbara Egli (Bass), Nik Häne (Schlagzeug) und Christoph Inhelder (Piano, Synthesizer) ausserdem auf Konzerttour, die sie auch in die grossen Städte Deutschlands führte. Höhepunkt war der Auftritt auf der Hauptbühne des OpenAir St. Gallen. Eine intensive und kräftezehrende Zeit, wie Sarbach sich erinnert. «Wir brauchten etwas Luft.»

Frantic hatte sich in der Deutschschweizer Musikszene einen Namen geschaffen. Es bestand kein Druck, schnellstmöglich ein weiteres Album in den Handel zu bringen. Die beiden Bandleader Sarbach und Gysel wollten ausserdem den Kopf freikriegen, sich von den bei den ersten drei Scheiben eingeschlagenen Wegen und den sich beim Songwriting eingebürgerten Abläufen befreien. Andere Zugänge und Blickwinkel waren gefragt. «Wir setzten uns vertieft mit unserer Musik auseinander», sagt Sarbach. Wie zu Anfangszeiten der Band jamten sie im Proberaum, experimentierten und liessen ihrer Spielfreude freien Lauf.

Hang zu Popmelodien

Entstanden ist schliesslich ein Pop-Album. Die Indie-Band mit einem Hang zu Popmelodien stärkt auf «Go Go Go On!» das eingängige Element. Das Rohe, das Frantic bei den ersten drei Alben punktuell und unterschwellig einfliessen liess, ist nahezu verschwunden. Die Melodien fliessen harmonisch daher, mal dezent, mal kraftvoll. Der typische Frantic-Sound mit klarem Unterbau aus Schlagzeug, Bass, Gitarre und temporären Tastenarrangements ist geblieben, obwohl die Rhythmik sich bei einigen Songs verändert hat. Das Album mit den zehn feingliedrigen Liedern ist sauber produziert. Es wirkt aufgeräumt und in sich stimmig. Dafür verantwortlich ist Lukas Speissegger. Der Produzent, der im Jahr 2014 bei Gysels (aka November and Me) Solo-Album mitgewirkt hatte, bestärkte die Band in der von ihr eingeschlagenen Linie «Reduce to the Max» und verfeinerte die minimalistische Note der Songs auf das Maximum. «Auf den Punkt», wie es Sarbach nennt. Der folkige Einschlag ist auf der neuen CD eliminiert worden, lediglich beim Track «On Hold» stimmt die Band tragende Piano- und Akustikgitarren-Klänge an. Dafür haben die Musiker eine Referenz an ihre Jugend in den 1980/90er-Jahre ins Album aufgenommen. Das Lied «Love Grows» ist eine Synthi-Nummer mit Disco-Attitüde. Den melancholischen Touch behält die Band bei einigen Songs bei («Get Out»). Dieser wechselt sich mit Liedern ab, die in eine fröhlich anmutende Sphäre gepackt sind («Here You Are»).

Das Album ist von einer positiven Grundstimmung geprägt. Diese soll nicht nur dem Hörer übermittelt werden, diese symbolisiert auch die Band. Die Mitglieder machen seit über zehn Jahren gemeinsam Musik. «In dieser Zeit haben wir viele ambitionierte Bands kommen und gehen sehen», sagt Sarbach. Auch bei den Frantic-Mitgliedern haben sich Veränderungen ergeben, berufliche und private. Einige haben Familien gegründet und sind Eltern geworden. Die Prioritäten haben sich verschoben. «Und doch haben wir uns entschieden, weiterzumachen und ein weiteres Album aufzunehmen», freut sich Sarbach. Dieses spiegelt den Wandel. Das «frantic» (zu deutsch wild, hektisch, rasend) hat sich mit den Jahren etwas abgeschliffen. Heute rufen die Dame und die vier Herren dazu auf, zur Ruhe zu kommen, sich nicht unterkriegen zu lassen und weiter zu gehen. Und dies gleich in dreifacher Ausführung: Go Go Go On!

Die Plattentaufe findet am Samstag, 29. Oktober, ab 21 Uhr im «Palace» St. Gallen statt.

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