Mahlzeitendienst erhält neue Leiterin

In den vergangenen 40 Jahren haben die Fahrerinnen und Fahrer des Mahlzeitendienstes der Gemeinde Fischingen fast zehnmal die Welt umrundet. Am Donnerstagabend trat Klärli Stöckli als Präsidentin zurück und wurde durch Martina Büttiker ersetzt.

Ruth Bossert
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In neuen Händen: Klärli Stöckli (links) hat das Präsidentenamt an Martina Büttiker übergeben. (Bild: Ruth Bossert)

In neuen Händen: Klärli Stöckli (links) hat das Präsidentenamt an Martina Büttiker übergeben. (Bild: Ruth Bossert)

DUSSNANG. «Die Idee, gekochtes Essen den betagten Menschen in Plastiksäckchen zum Aufwärmen nach Hause zu bringen, passte uns gar nicht», beschrieb Maggia Kopieczek an der Jubiläumsversammlung des Mahlzeitendienstes die Anfänge vor 40 Jahren. Man war auch nicht bereit, die Mahlzeiten im Pflegeheim Münchwilen abzuholen, wie Vertreterinnen aus Wängi und Münchwilen vorschlugen. «Wir hatten ja unser Kurhaus, und die Schwestern waren sehr offen, uns zu unterstützen.»

Ein Gründungsmitglied dabei

Als der Samariterverein es ablehnte, die Trägerschaft zu übernehmen, waren es die drei Frauenvereine und ihre Präsidentinnen, Ida Tschuor, Klärli Thaddey, Emmi Zuber und Helen Kägi, die in die Bresche sprangen und sich der Aufgabe stellten. Sie habe sich als junge Frau schon sehr früh an den Arbeiten beteiligen dürfen, sagte Maggia Kopieczek, die als einziges Gründungsmitglied anwesend war. Sie liess die 51 Anwesenden teilhaben an den Anfängen der neuen Dienstleistung, die man in Fischingen schon damals als wichtig erachtete, was nicht ganz selbstverständlich war zu dieser Zeit. Das Aufwärmsystem, für das man sich entschieden habe und das auch heute noch in Betrieb sei, habe vor 40 Jahren bereits mehr als 1000 Franken gekostet. Mit Kleiderbörsen und Kaffeestuben habe man sich den nötigen finanziellen Rahmen geschaffen. Jeweils am zweiten Montag, wenn das AHV-Geld bei den Bezügern eingetroffen war, ging die Kassierin persönlich vorbei zum Einziehen.

Kantilehrerin als Präsidentin

Klärli Stöckli hatte während 15 Jahren die Fäden des Mahlzeitendienstes in der Hand. Sie koordinierte die Einsätze, nahm Bestellungen und Abmeldungen entgegen, pflegte den Kontakt mit dem Kneipphof und setzte sich auch immer wieder selber hinter das Steuer.

Beglückend sei die Arbeit gewesen, sagte sie, doch jetzt freue sie sich, dass sie mit Martina Büttiker eine Nachfolgerin gefunden habe, die bereit sei, ihre Arbeit weiterzuführen. Im Moment arbeite man mit 20 Fahrerinnen und Fahrern zusammen, die jährlich rund 10 000 Kilometer fahren, um die rund 3300 Mahlzeiten zu verteilen. Martina Büttiker wohnt zusammen mit ihrer Familie seit zwölf Jahren in der Gemeinde, arbeitet als Mittelschullehrerin an der Kanti Wil und wurde von den Stimmberechtigten mit grossem Mehr zur Präsidentin gewählt.