Männer, wie aus dem Bilderbuch: Chippendales versetzen die Frauen im Wiler Stadtsaal in Extase

Die erotische Show der Chippendales mit Tanz, Gesang und Striptease versetzte im Stadtsaal 470 Frauen in Ektase. Als Souvenirs winkten zerrissene Unterhemden.

Maya Heizmann
Drucken
Teilen
(Bild: Maya Heizmann)
4 Bilder
(Bild: Maya Heizmann)
(Bild: Maya Heizmann)
(Bild: Maya Heizmann)

(Bild: Maya Heizmann)

Eine wahre Augenweide und sicher eine scharfe Sache: Das ist der Auftritt der knackigen Chipps, wie sich die Chippendales nennen. «About last night», heisst die neuste Welttournee der Showtanzgruppe.

Es ist heiss im Wiler Stadtsaal, doch es sollte im Laufe des Abends noch heisser werden. Viele weibliche Fans gönnen sich zur Einstimmung eines genussvollen Abends ein spritziges Cüpli. Mit dem ersten musikalischen Donnerschlag stehen die neun Chippendales mit ihren Markenzeichen, weisse Kragen mit schwarzen Fliegen und weissen Manschetten an ihren Handgelenken, auf der Bühne. Als sie sich die Unterhemden vom Leib reissen und sie in die Menge werfen, erklimmt das Gekreische der Zuschauerinnen unbekannte Höhen. «Ich werde mir den Fetzen Stoff einrahmen lassen oder ihn unter mein Kopfkissen legen», sagt eine Zuschauerin, die ein zerrissenes Unterhemd auffangen konnte.

Die Chippendales stürzen sich in die Menge und lassen ihre schweissnassen nackten Sixpack-Oberkörper von den Frauen betatschen.

Nackt sieht man die Chipps nur von hinten

Die rasante Schau der geballten Körperbeherrschung geht weiter. Mal erscheinen die Chipps mit ihren muskulösen Waschbrettoberkörpern als Bauarbeiter, als Cowboys, als Piloten oder als Musiker auf der Bühne. Meisten haben die Testosteronis ihre Hände an ihren männlichen Ausstülpungen in den engen Unterhosen, was wiederum ein ohrenbetäubendes Gekreische der weiblichen Fans auslöst.

Nackt sieht man die Männer mit ihren knackigen Pobacken nur von hinten. Einige Frauen werden auf die Bühne geholt, sie müssen einiges über sich ergehen lassen. Es ist mehr als nur eine erotische Schau. Es sind eher sexuell angedeutete Handlungen, die manchmal hart an der Grenze des Zumutbaren sind. Doch die Damen wollen es so. Unter den 470 Zuschauerinnen befinden sich auch zwei Männer. Jan Schild und Liam Lüscher aus Chur sind mit einer Freundin gekommen. Sie fühlen sich nicht fehl am Platz, finden Gefallen an der Männershow.

Die Thailänderin Joy Meier aus Winterthur hat einen ersten Preis in Form eines Chippendales-Kalender ergattert. Dafür musste sie sich gegen drei andere Konkurrentinnen behaupten. «Die angedeuteten Sexspiele haben mir sehr gefallen», sagt sie.

Sonja Bleiker aus Wil war vor vier Jahren in Las Vegas und hat sich dort die Schau der Chippendales angesehen. «Die Schweizerinnen sind gegen die amerikanischen Frauen eher scheu», sagt sie. Denn alle bleiben in Wil bis fast zum Schluss auf ihren Stühlen sitzen.

Die Chippendales zeigten mit ihrer fulminanten Schau körperbetonte und pure Lebensfreude. Anschliessend an die Schau konnten sich die Zuschauerinnen mit ihren Favoriten fotografieren lassen. Ein Abend, den wohl die meisten Frauen nicht so schnell vergessen werden.

Die Chipps wurden 1979 in Los Angeles gegründet. Zurzeit gibt es fünf Gruppen. Vier davon treten in den Vereinigten Staaten auf. Die fünfte Gruppe tourt jedes Jahr in Europa.