Macher auf dem Holzweg>?

«Baumwipfelpfad vor der Baueingabe» Ausgabe vom 15. März 2016

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Das Projekt Baumwipfelpfad Neckertal stösst in der Bevölkerung auf unterschiedliche Meinungen. In der heutigen Zeit, wo allgemein – und gerade auch in der Gemeinde Neckertal – der Naturschutz grossgeschrieben wird, kann man so ein Projekt nicht verantworten. Aktuell wird in der Jahresrechnung der Gemeinde von der Förderung von Lebensräumen und Artenvielfalt geschrieben, was allerdings mit diesem Projekt nicht zu vereinbaren ist. Die Tiere, die in diesem Wald heimisch sind, werden sicher entzückt sein, wenn plötzlich so ein Ungetüm von Baumwipfelpfad über ihnen emporragt, auf dem Menschen und kreischende Kinder herumtrampeln. Die Dachs- und Hirschspuren, die jetzt noch auf der gezeigten Skizze vorhanden sind, würden dann für immer verschwinden. Im Übrigen wären die Kosten von 3,8 Millionen Franken bei 30 000 Besuchern à 14 Franken im Jahr , (das wären 82 Personen pro Tag – bei täglich schönem Wetter wohlverstanden) erst nach neun Jahren gedeckt. Personal-, Instandhaltungs- und Betriebskosten ausgeschlossen. Bis dahin müsste der Pfad, der naturschutztechnisch ja aus unbehandeltem Holz gebaut werden müsste, bestimmt wieder renoviert werden. Man muss keine Hochschule absolviert haben, um zu errechnen, dass dieses Projekt zum Defizitgeschäft wird. Dazu kommt noch das zusätzliche Verkehrsaufkommen im Dorf, weil man in der heutigen Zeit nicht davon ausgehen kann, dass die Touristen mit der teuren Bahn nach Mogelsberg fahren und einen steilen Weg bezwingen, um sich auf einem 500 Meter langen Baumwipfelpfad die Beine zu vertreten. Bei schönem Wetter wäre unser Dorf infolge Parkplatzmangels also überall voll geparkt. Brauchen wir das in unserem schönen, ruhigen Dorf? Befinden sich da die Macher vielleicht auf dem Holzweg ?

Peter Schweizer, Russenstrasse 3, 9122 Mogelsberg

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