Lütisburg steht in der Warteschlaufe

«Der Gemeinderat Lütisburg und der Schulrat Lütisburg nehmen keine Stellung zum laufenden Fusionsprojekt der Gemeinden Bütschwil und Ganterschwil», heisst es in einer Mitteilung der Verantwortlichen. Über die eigene Zukunft machen sich die Räte Gedanken.

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Lütisburg. Die Verantwortlichen des Gemeinderates und des Schulrates von Lütisburg reagieren mit einer Medienmitteilung auf den offenen Brief der SP Ganterschwil (Wiler Zeitung vom 24. Juni). Die Räte sehen jedoch von einer Stellungnahme zum laufenden Projekt der Gemeindevereinigung ab. Dies sei Sache der beteiligten Gemeinden. Ob und inwiefern Widerstände bestehen, entziehe sich der Kenntnisse des Gemeinderates und des Schulrates Lütisburg. Eine Wertung oder Beurteilung des Projekts sei deshalb nicht möglich.

Ob die Bedenken betreffend Eingemeindung («Schlucken») durch die Gemeinde Bütschwil kleiner sind, wenn die Gemeinde Lütisburg auch dabei ist, könne nicht abschliessend beurteilt werden. Es liege auf der Hand, dass die politische Stärke (Mehrheit der Stimmen) schliesslich bei der heutigen Gemeinde Bütschwil zu liegen komme. Mögliche geeignete Massnahmen, dem entgegenzuwirken, müssten genau geprüft werden.

Wurden die Lütisburger gefragt?

In Lütisburg läuft seit einigen Jahren eine eingehende Auseinandersetzung mit der Zukunftsentwicklung. Ein erster massgeblicher Schritt waren die «Teilkonzepte», welche im Jahr 2002 zusammen mit der Bevölkerung erarbeitet wurden. Im Weiteren tauschen sich die Bevölkerung und die Räte an der jährlichen Vorgemeindeversammlung aus. Über Grossprojekte werden Informationsveranstaltungen durchgeführt.

«Der Gemeinderat und der Schulrat Lütisburg haben ihre Verantwortung wahrgenommen und die Thematik <Zukunft der Gemeinde Lütisburg> eingehend geprüft», ist der Mitteilung weiter zu entnehmen. Die verbesserte finanzielle Situation der Gemeinde Lütisburg erlaube es, einen möglichen Fusionsprozess tiefgründig zu prüfen und in Ruhe anzugehen. Zuerst soll die Bevölkerung entscheiden, was mit den Reserven (Elektra, Bauland) geschehen soll.

Aufgrund der dann vorliegenden neuen Ausgangslage, könne die Bevölkerung bedacht und sachlich über die Zukunft der Gemeinde Lütisburg diskutieren und entscheiden. Bei einer Bevölkerungsumfrage, welche vor nicht allzu langer Zeit in Ganterschwil durchgeführt wurde, sprach sich ein Grossteil der Bevölkerung gegen eine Fusion und für die Eigenständigkeit der Gemeinde Ganterschwil aus.

Es erstaune deshalb, dass in Ganterschwil trotz dieses Ergebnisses konkret an einer Fusion gearbeitet werde.

Anfrage an Ganterschwil

Im Zuge der Abklärungen rund um das Thema «Zukunft der Gemeinde Lütisburg» hat der Gemeinderat Lütisburg mit einem Schreiben den Gemeinderat Ganterschwil im April angefragt, ob er gewillt und bereit sei, über eine mögliche Fusion der beiden Gemeinden Ganterschwil und Lütisburg zu diskutieren und diese eingehend zu prüfen.

Im Mai hat der Gemeinderat Ganterschwil dem Gemeinderat Lütisburg diesbezüglich eine Absage erteilt. Dem Gemeinderat und dem Schulrat Lütisburg war es ein Anliegen, dass auch diese «kleine» Fusionsvariante seriös geprüft werde.

Der Gemeinderat und der Schulrat Lütisburg halten an ihrem Entscheid fest und werden sich an den konkreten Fusionsverhandlungen der Gemeinden Bütschwil und Ganterschwil nicht beteiligen. (gk.)