Zweite Staffel von «Höhle der Löwen» beginnt - Unternehmen aus der Region ist erneut dabei

Auch in dieser Staffel sind Markus Fust und Serge Eggler von der Schreinerei Fust in Wil zu sehen. Für sie hat sich die Teilnahme im letzten Jahr gelohnt. Und auch der Hersteller von Hundespielzeug, Martin Sailer aus dem Toggenburg, zieht nach einem Jahr eine positive Bilanz.

Lara Wüest
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Serge Eggler, Entwickler von Ecoleo, vor dem neuesten Möbel der Onlineschreierei: dem Stapelregal.

Serge Eggler, Entwickler von Ecoleo, vor dem neuesten Möbel der Onlineschreierei: dem Stapelregal.

Bild: Lara Wüest

Am 22. September startet die zweite Staffel der Sendung «Höhle der Löwen» auf TV24. Mit dabei ist auch wieder ein Unternehmen aus der Region: die Schreinerei Fust aus Wil mit ihrer Onlineschreinerei Ecoleo. Auftritt zum zweiten also, denn Firmeninhaber Markus Fust und Projektleiter Serge Eggler traten bereits in der letzten Sendung auf. Damals suchten sie Investoren für ihr Start-up.

So bedeutsam wie vor einem Jahr ist der Auftritt für die beiden diesmal nicht; zu sehen sind sie in einem Jahresrückblick über das, was seit der letzten Sendung passiert ist. Erfreut darüber sind Fust und Eggler trotzdem. Eggler sagt:

«Für uns ist es nicht nur Werbung, sondern auch eine Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Im Rückblick gezeigt werden nämlich nur ausgewählte Unternehmen aus der letzten Sendung.

Reger Austausch mit Investoren

In «Höhle der Löwen» versuchen Unternehmer von Start-ups, fünf Investoren von ihrer Idee zu überzeugen, um Geld für ihre neuen Produkte zu erhalten. Die Schweizer Version der Sendung, die auch in anderen Ländern läuft, wurde letztes Jahr zum ersten Mal produziert. Für Fust und Eggler war die damalige Teilnahme erfolgreich, sie konnten vier Investoren von ihrer neuen Onlineschreinerei überzeugen.

Letzte Sendung: Markus Fust (rechts) und Serge Eggler präsentieren ihr Regal.

Letzte Sendung: Markus Fust (rechts) und Serge Eggler präsentieren ihr Regal.

Bild: PD

Zustande kam eine Zusammenarbeit letztlich aber nur mit dem Onlinehändler Roland Brack und dem Verleger Jürg Marquard. Viel mag Serge Eggler über diese Zusammenarbeit nicht preisgeben, es laufe gut. Auch die Vertragsdetails behält er für sich. Die Investoren bringen sich aber aktiv ins Geschäft mit ein. Auch ein Jahr nach der ersten Sendung würden sie sich regelmässig austauschen, so Eggler. Derzeit, wegen Corona, vor allem über Videoanrufe.

Hoffnung noch nicht erfüllt

Von der Teilnahme an der Sendung erhofften sich Eggler und Fust, dass Ecoleo schweizweit bekannt wird. Ganz erfüllt hat sich diese Hoffnung noch nicht. Eggler:

«Noch sind wir nicht in der ganzen Schweiz bekannt.»

Dennoch ist bei Ecoleo seit der Ausstrahlung von «Höhle der Löwen» einiges passiert. Der Umsatz sei deutlich gewachsen, die Anzahl Bestellungen erst recht. 150000 Kilogramm Holz hätten sie verarbeitet. Wie viele Onlinehändler spürten sie kaum etwas von Corona.

Die Idee von Roland Brack

Ecoleo ist ein Onlinetool, mit dem Kunden am Computer ihr eigenes Möbel designen und bestellen können. Oder einfacher, eine Onlineschreierei. Im Sortiment gibt es Schränke, Regale, auch ein Weinregal. Neu können Kunden, die mit dem kompletten Designen der Möbel überfordert sind, auch eine Vorlage verwenden und diese nach ihrem Gusto abändern. Roland Bracks Idee sei das gewesen, sagt Eggler.

Trotz der Beteiligung der Investoren ist Ecoleo nach wie vor ein Teil der Schreierei Fust in Wil. Und das soll gemäss Eggler auch so bleiben. Einzig mit dem Gedanken eines neuen Ausstellungsraumes in Bern spielen sie derzeit.

Martin Sailer stellt in der Sendung «Höhle der Löwen» sein Hundespielzeug vor. Der Hund im Bild gehört Investor Tobias Reichmuth.

Martin Sailer stellt in der Sendung «Höhle der Löwen» sein Hundespielzeug vor. Der Hund im Bild gehört Investor Tobias Reichmuth.

Bild: PD

Geschäft mit Hundespielzeug läuft gut

Auch für Martin Sailer hat sich die Teilnahme an der Sendung gelohnt. Seit 13 Jahren stellt der Toggenburger Intelligenzspielzeuge für Hunde und – seit kürzerem – auch für Katzen her. «Mein Absatz ist seit der Sendung klar gestiegen», sagt er. In den ersten Wochen danach hätte dieser sich gar verdoppelt. Ganz so wie bei Ecoleo lief es für Sailer allerdings nicht: In der Sendung waren die Investoren Tobias Reichmuth und Roland Brack von seiner Erfindung so begeistert, dass sie gleich die ganze Firma kaufen wollten. Doch nach der Sendung zogen sich beide zurück, in den nachfolgenden Gesprächen kam der Handschlagdeal nicht zustande. Trotz geplatztem Deal ist ein Investor involviert Für Sailer hatte das Ganze damals einen «negativen Beigeschmack». Jetzt, ein Jahr nach der Ausstrahlung, sagt er aber, er habe klar von seinem Auftritt in der «Höhle der Löwen» profitiert. «Ich kam dadurch an eine Kundschaft heran, die ich sonst nie erreicht hätte.» Mit Roland Brack kam zudem doch noch eine Art Zusammenarbeit zustande. Der Unternehmer verkauft die Intelligenzspielzeuge auf der Plattform brack.ch. «Er bestellt meine Produkte immer noch regelmässig», sagt Sailer. Besonders viele Bestellungen hatte der Toggenburger zudem diesen Sommer, als die letztjährige Sendung erneut ausgestrahlt wurde. (law)