Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Lounge-Sessel statt Kirchenbänke: Das «Sommer im Feld» zeigt die Evangelische Kirchgemeinde Flawil von einer anderen Seite

Seit einer Woche lädt die evangelische Kirchgemeinde ans «Sommer im Feld». Der temporäre Begegnungsort bietet nicht nur ein buntes Programm, das allen offensteht. Er soll der Kirchgemeinde auch aufzeigen, wie die Zukunft der Institution aussehen könnte.
Tobias Söldi
Daniela Zillig-Klaus am «Sommer im Feld». (Bild: Tobias Söldi)

Daniela Zillig-Klaus am «Sommer im Feld». (Bild: Tobias Söldi)

«Gibt’s hier ein Fest?», fragt ein älterer Passant, dessen mittäglicher Spaziergang an der Kirche Feld vorbeiführt. Seit vergangenem Wochenende steht vor den Türen der Kirche eine Bar und an den Säulen des Eingangsportals hängen Lautsprecher. Auf dem Kiesplatz davor, von einem grossen Zelt überdacht, hat es Tische, Sitzbänke und gemütliche Lounge-Sessel. Auch an diesem Freitagmittag sind einige Gäste da, sie schwatzen, trinken einen Kaffee oder essen zu Mittag, während im Sandkasten daneben die Kinder spielen. «Wir feiern die nächsten drei Monate ein Fest», kriegt der Herr zur Antwort.

Von der Konzeptphase zur Umsetzung

Hinter dem Projekt steckt die reformierte Kirchgemeinde Flawil – und dreieinhalb Jahre «Konzept-, Papier- und Denkarbeit». Das sagt Daniela Zillig-Klaus, Präsidentin der Kirchenvorsteherschaft. Im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts «Generationenkirche Flawil» beschäftigt sich die Kirchgemeinde seit 2015 mit der Frage, wie die Kirche in Zukunft aussehen soll. Dabei hat sie zusammen mit den Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern drei Themenfelder definiert und entsprechende Konzepte erarbeitet: die Kirche als Ort für Begegnungen, für Kultur sowie für Feiern und Gottesdienste.

Jetzt sollen erste Erkenntnisse daraus umgesetzt und ausprobiert werden. Der «Sommer im Feld», wie der neue temporäre Begegnungsort rund um die Kirche Feld heisst, dient dafür als Experimentierfeld. «Wir wollen die positive Energie aus der Konzeptphase nutzen und zeigen, wie unsere Ideen konkret aussehen könnten.»

Das ist bis jetzt gelungen, findet Zillig-Klaus. Vergangenes Wochenende bauten 25 Freiwillige die Infrastruktur auf und feierten die Eröffnung. Seither standen schon Konzerte, Kaffee und Kuchen, eine Infoveranstaltung und ein Naturseminar auf dem Programm – alles öffentlich. «Schon am Sonntag hatten wir eine Menge Leute», blickt Zillig-Klaus zurück. Und am Mittwoch, dem Tag, an dem die Kirchgemeinde jeweils selbst Mittagessen kocht und anbietet, seien 25 Mahlzeiten ausgeschöpft worden. «Das Projekt fordert uns, macht aber auch viel Freude.»

Buntes Programm, buntes Publikum

So ist der «Sommer im Feld» auch ein Versuch einer Neuausrichtung der Institution. «Die Kirche muss sich der Zeit anpassen. Um den Fortbestand der Kirche garantieren zu können, sind Veränderungen nötig», erklärt Daniela Zillig-Klaus. Das sei auch vielen langjährigen Kirchgängern bewusst: «Es gibt viele ältere Personen, die Freude haben, dass etwas läuft.»

So bunt das Programm, so bunt ist auch das Publikum. Der «Sommer im Feld» steht allen offen, unabhängig von Konfession, Kultur, Alter oder Geschlecht. Neben den Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern hätten schon Passanten, Anwohner, junge und alte Menschen den Treffpunkt aufgesucht. «Einmal hat eine Gruppe junger Erwachsener, die mit dem Mountainbike unterwegs waren, hier Halt gemacht und etwas getrunken», erinnert sich Zillig.

Drei Monate läuft das Projekt nun. Danach steht die Evaluation an. «Die Frage, ob wir das Projekt nächstes Jahr wieder durchführen, steht schon im Raum.»

Hinweis: Das vollständige Programm findet sich unter www.im-feld.ch. Die Feldbeiz ist jeweils von Mittwoch bis Sonntag ab 11 Uhr geöffnet.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.