Lotteriefonds
Rigolo-Tanztheater und Aktionen von ohm41: Diese kulturellen Institutionen und Anlässe in der Region werden mit kantonalen Geldern unterstützt

An der Junisession verteilt der St.Galler Kantonsrat Gelder aus dem Lotteriefonds. Die Region Wil ist beim Antrag von der Regierung mit zwei Projekten vertreten, welche den Sommer und Herbst in Wil kulturell aufwerten.

Sabine Camedda
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Nach «Sospiri» bringt Marula Eugster mit «Ithir» ihr zweites Tanztheaterstück auf die Bühne.

Nach «Sospiri» bringt Marula Eugster mit «Ithir» ihr zweites Tanztheaterstück auf die Bühne.

Bild: Tobias Söldi (Juni 2020)

Kultur kostet. Um Kultur zugänglich zu machen und den Organisatorinnen und Organisatoren unter die Arme zu greifen, stellt der Kanton St.Gallen regelmässig Geld aus dem Lotteriefonds zur Verfügung, um kulturelle Veranstaltungen finanziell zu unterstützen. Die Regierung hat rund 50 Projekte ausgewählt und beantragt beim Kantonsrat in der kommenden Junisession die Fördergelder. Insgesamt sollen so rund 5,47 Millionen Franken in die Projekte fliessen.

Zwei Gesuche, die Kultur in die Region Wil bringen, sollen gemäss dem Antrag der Regierung Gelder erhalten. Zum einen ist es das Tanztheater Ithir von Rigolo, das in der Lokremise Wil Premiere feiert und von einem Tonerde-Festival umrahmt wird. Zum anderen das neueste Projekt des Künstlerkollektivs ohm41, das wieder im öffentlichen Raum zu sehen sein wird.

Tanztheater «Ithir» und das Tonerde-Festival von Rigolo sind in Wil zu sehen

«Ithir» ist das zweite Tanztheaterstück von Marula Eugster. Das Stück erzählt in vier Kapiteln von der Unendlichkeit des Universums, von Werden und Vergehen und vom ewigen Kreislauf der Natur. Zwei Tänzerinnen und ein Kontrabassist stehen auf der Bühne, sie tanzen, spielen und performen mit Tonerde und Lehm in allen Konsistenzen.

Die Premiere von «Ithir» findet am 21. September in der Lokremise Wil statt. Bis am 9. Oktober folgen 14 weitere Aufführungen und das Tonerde-Festival. Künstlerinnen und Künstler aus diversen Sparten sollen das Festival auf dem Areal der Lokremise Wil mit ihren Skulpturen, Bildern, Fotografien und Videoinstallationen zum Thema Lehm bespielen, schreibt die Regierung in der Botschaft. Ab Winter 2022 bis Ende 2023 folgen über sechzig Aufführungen in der gesamten Ostschweiz und darüber hinaus.

Der Gesamtaufwand des Projekts ist mit 669’000 Franken beziffert, davon fallen alleine 605’000 Franken auf das Tanztheaterstück mit Tournee. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf werden mit 250’000 Franken budgetiert. Die private und die öffentliche Kulturförderung übernehmen rund 240’000 Franken. Der Kanton St.Gallen fördert das Tanztheater mit 60’000 Franken und das Tonerde-Festival mit weiteren 18’000 Franken.

ohm41 will zurück in den öffentlichen Raum gehen

Markus Eugster ist ein Mitglied des Künstlerkollektivs ohm41.

Markus Eugster ist ein Mitglied des Künstlerkollektivs ohm41.

Bild: PD

2022 führt der Weg des Kunst-Netzwerks ohm41 zurück zur Aktion und in den öffentlichen Raum. Dieser wird zum Schauplatz und Bezugspunkt verschiedenster künstlerischer Handlungen, Ausstellungen und Performances. Einige Aktionen wie ein analoger Serverraum, Bilderwäschen in der Autowaschanlage und eine fahrende Galerie mit Vernissagenreden und Gartenhag sind bereits bekannt, andere noch geheim. Von Mitte Juni bis Oktober finden sechs Aktionen an verschiedenen Orten in der Ostschweiz statt.

Die Beteiligten rechnen für ihr Projekt «#ohm41-2022» mit Kosten von 72’000 Franken, was rund 12’000 Franken pro Aktion ergibt. Die Regierung möchte 20’000 Franken beisteuern, als Würdigung der langjährigen Arbeit des Kollektivs und dessen Rückbesinnung auf den öffentlichen Raum.

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