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LOMMIS: Der gelbe Bulle fährt jetzt grün

Der E-Dumper ist das grösste Elektrofahrzeug der Welt. Eine Arbeitsgemeinschaft hat ihn im Hinterthurgau entwickelt. Gestern hat der Muldenkipper die Werkhalle verlassen.
Roger Miauton, CEO der Lithium Storage GmbH, beobachtet den Verlad des E-Dumpers auf den Lastwagenanhänger. (Bild: Andrea Stalder)

Roger Miauton, CEO der Lithium Storage GmbH, beobachtet den Verlad des E-Dumpers auf den Lastwagenanhänger. (Bild: Andrea Stalder)

Er hat ein Leergewicht von rund 40 Tonnen, besitzt einen 1200 PS starken Elektromotor, und seine Reifen haben einen Durchmesser von knapp zwei Metern: Der E-Dumper ist das grösste Elektrofahrzeug der Welt. Ein Team von Ingenieuren und Mechanikern hat ihn während rund eines Jahres in der Lommiser Niederlassung der Kuhn Schweiz AG entwickelt. Dort rollte die Baumaschine gestern Nachmittag aus der Werkhalle auf einen sogenannten Tiefbetttransporter. Das Verladen auf den Lastwagenanhänger erforderte Massarbeit, da die Vorderräder breiter sind als der Anhänger selbst. So dauerte der Vorgang rund eine Stunde. Sichtlich stolz blickten die Beteiligten auf ihr Werk und machten Fotos vom Verlad.

Schwertransport mit Polizeieskorte

Der Transporter brachte den E-Dumper in der Nacht auf heute zu seiner neuen Besitzerin, einer Zementfabrik in Péry bei Biel. Den Schwertransport hat gar die Polizei von Lommis bis zum Ziel eskortiert. «Das ist wegen der Überbreite der Räder des Fahrzeugs nötig», sagt Konrad Zaugg, Technischer Leiter des Projekts E-Dumper. Für den Transport musste eine Autobahnbaustelle bei Zürich geräumt werden.

Als Basis diente den Entwicklern ein dieselbetriebener Muldenkipper der Marke Komatsu. Dieser wird eigentlich in einer gelben Farbe verkauft. Der E-Dumper wurde grün gespritzt. «Dies war der Wunsch des Kunden», sagt Zaugg. Die grüne Farbe entspricht denn auch der Leistung des neuen Muldenkippers. Denn der E-Dumper fährt nicht nur klimaneutral, er ist sozusagen ein Perpetuum mobile. Laut den Berechnungen der Entwickler verbraucht er bei der Leerfahrt in das Abbaugebiet hoch weniger Strom, als sich die Batterien auf der voll beladenen Talfahrt wieder aufladen. So müsste der E-Dumper theoretisch nie am Netz aufgeladen werden und könnte erst noch Strom ins Netz einspeisen. Ohne den Dieselverbrauch entstehen beim E-Dumper weniger Betriebskosten als bei einem herkömmlichen Muldenkipper.

Zweite Bestellung bereits angekündigt

Für das Projekt E-Dumper hat die Kuhn Schweiz AG mit der Lithium Storage GmbH zusammengearbeitet, welche sich auf den Vertrieb von Lithium-Batterien spezialisiert hat. Zusammen haben sie die Arbeitsgemeinschaft E-Dumper gegründet. «Das Projekt entstand bei der Auslieferung eines herkömmlichen Muldenkippers», sagt Konrad Zaugg. Der Auftraggeber beklagte, dass bei den Talfahrten aus dem Abbaugebiet Energie erzeugt wird, die ungenutzt blieb.

Bereits heute steht fest, dass der E-Dumper kein Einzelexemplar bleiben wird. Der Auftrag- geber habe eine zweite Bestellung angemeldet. «Es gibt auch viele weitere Interessenten», so Zaugg. Die grüne Baumaschine hat aber ihren Preis. Auf rund eine Million Franken beziffert Roger Miauton, CEO der Lithium Storage GmbH, die Neuentwicklung der Baumaschine. Ungeachtet der Kosten hat der erste elektrobetriebene Muldenkipper die Arbeitsgemeinschaft E-Dumper ihrem Ziel, die Baumaschinenbranche zu revolutionieren, ein grosses Stück näher gebracht.

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch

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