LOCKERUNGEN
Das sind die ersten grösseren Publikums-Veranstaltungen in der Region

Der Bundesrat hat am Mittwoch die Corona-Einschränkungen gelockert. Im «Zeltainer» Unterwasser, bei der «Kulturbühne »Wil und wohl im Sportpark Bergholz dürfen noch im April Zuschauer rein.

Andrea Häusler und Simon Dudle
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Die Künstler Langenegger & Alder besprechen mit Martin Sailer vom «Zeltainer» letzte Details.

Die Künstler Langenegger & Alder besprechen mit Martin Sailer vom «Zeltainer» letzte Details.

Archivbild: Benjamin Manser

Höchstens 50 Besucher, eine Maximalbelegung von einem Drittel, ein Abstand von eineinhalb Metern oder ein freier Sitzplatz zwischen Personen ausserhalb des eigenen Haushalts, Maskenpflicht und Konsumationsverbot. Die Auflagen des Bundesrats für Kulturveranstaltungen im Innenbereich sind tiefgreifend. Gleichwohl sagt Martin Sailer: «Ich freue mich, dass wir endlich wieder starten dürfen.» Sailer ist Kleinkunstveranstalter in Unterwasser. Das 18. Jahresprogramm in der «Zeltainer»-Geschichte, immerhin 52 Anlässe, hat er aufs Geratewohl geplant, den Vorverkauf für die Startveranstaltung mit Simon Enzler am 23. und 24. April auf gut Glück eröffnet. «Was soll man? Einfach warten, was entschieden wird und dann planen? Das geht nicht», sagt er.

Vorfreude hin oder her. Für Martin Sailer bedeutet das Grünlicht des Bundesrats erst einmal viel administrativer Aufwand. Vom Auftritt Enzlers hatte er sich zweimal ein volles Haus oder eben je 180 Eintritte versprochen. Daraus wird nun nichts. Hinzu kommt, dass über den Vorverkauf mehr als 50 Tickets je Vorstellung verkauft wurden. «Die Leute haben Verständnis für die aktuelle Situation, unangenehm sind Absagen dennoch», sagt Sailer. Verständnis hätten auch die Künstler. Wobei auch mit diesen neu verhandelt werden müsse. «Darüber, ob sie unter den gegebenen Voraussetzungen überhaupt auftreten wollen und inwiefern die Gagen tangiert sind», sagt Sailer. In Gedanken ist er bereits mit der Frage beschäftigt, wie die Möblierung des Zuschauerraums im Zelt an die vorgeschriebenen Abstände angepasst werden kann. Dieses steht bereits. «Am Montag und Dienstag haben wir Zeltdach und Container gestellt.»

«Kulturbühne:» Zahlreiche Anlässe in einer Woche

Auch in der Region Wil erwachte das kulturelle Leben schon in wenigen Tagen wieder. Denn zwischen dem 30. April und dem 9. Mai findet die zweite Ausgabe der «Kulturbühne» statt. Und dabei soll es auch bleiben. In
17 Gemeinden zwischen Aadorf, Kirchberg und Niederbüren sind rund 80 Veranstaltungen geplant. Alle werden nicht stattfinden können. Vor allem nicht jene, welche auf ein grösseres Publikum ausgerichtet sind. OK-Präsident Michael Sarbach sagt zum weiteren Vorgehen: «Wir haben die Veranstalter gebeten, uns nun rückzumelden, ob der Anlass stattfinden wird. Wir werden Anfang nächster Woche informieren.»

Die Planungen der «Kluturbühne» 2021 laufen trotz Pandemie schon seit geraumer Zeit.

Die Planungen der «Kluturbühne» 2021 laufen trotz Pandemie schon seit geraumer Zeit.

Bild: PD

Gewisse Anlässe sollen auch im Internet gestreamt werden – oder es gibt eine Mischform. «Eine Übertragung kommt weniger trocken daher, wenn 50 Leute dabei sind», sagt Sarbach. Die Entscheidung über die Durchführung liegt aber bei jedem einzelnen Veranstalter. Sarbach geht davon aus, dass zahlreiche Anlässe über die Bühne gehen werden.

Gemeinden zeigen sich kulant

Die Finanzierung ist aber selbstredend ein Thema. Obschon die «Kulturbühne» das eigene Budget reduzieren musste, wird gewissen Kleinkunst-Anbietern finanzielle Unterstützung anerboten, sollte diese nötig sein. Dies ist überhaupt erst möglich, weil die Veranstalter der Kulturbühne bei den Gemeinden der Region zusätzliche finanzielle Unterstützung erfragt und mehrfach positive Rückmeldung erhalten haben.

OK-Präsident Michael Sarbach sagt:

«Wir wollen mit der Durchführung ein Zeichen setzen, Optimismus verbreiten und die kulturelle Vielfalt sichtbar machen.»

Sarbach begrüsst den gestrigen Entscheid des Bundesrates und spricht von einem «guten, wenn auch sehr vorsichtigen Schritt».

FC Wil möchte am Dienstag wieder Fans zulassen

Doppelt so viele Zuschauer wie bei kulturellen Veranstaltungen sind ab Montag beim Profifussball zugelassen. So auch an den Challenge-League-Heimspielen des FC Wil. Das nächste ist für kommenden Dienstagabend angesetzt, wenn der FC Aarau im Sportpark Bergholz erscheint. «Es ist unsere Absicht, an diesem Spiel 100 Fans reinlassen. Wir prüfen noch alle Auflagen und Bedingungen. Der finale Entscheid fällt am Donnerstag», sagt Klubsprecher Dani Wyler. Noch nicht entschieden ist, wer Zulass ins Stadion bekommt.

Schon in wenigen Tagen soll es auch wieder Zuschauer und nicht nur Ersatzspieler auf der Bergholz-Tribüne haben.

Schon in wenigen Tagen soll es auch wieder Zuschauer und nicht nur Ersatzspieler auf der Bergholz-Tribüne haben.

Bild: Simon Dudle