Littering
Ein rotes Fähnchen pro gefundenen Abfall: Vor Wils Toren mahnt ein Fähnchenmeer die Abfallsünderinnen und Abfallsünder

Wiler Oberstufenschülerinnen und -schüler wurden am Freitag für die Themen Littering und Recycling sensibilisiert. Auf einem Stück Land von 3000 Quadratmetern sammelten sie Abfälle.

Zita Meienhofer
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Die roten Fähnchen beim Rudenzburgplatz in Wil weisen auf Abfälle hin, die auf den 3000 Quadratmetern Wiesland gefunden wurden.

Die roten Fähnchen beim Rudenzburgplatz in Wil weisen auf Abfälle hin, die auf den 3000 Quadratmetern Wiesland gefunden wurden.

Bild: Zita Meienhofer

Fünf Jahre dauert es, bis ein Kaugummi, der achtlos weggeworfen wurde, in der Natur verrottet. Eine in die Wiese geworfene Aludose, die in den Magen einer Kuh gelangt, kann dazu führen, dass das Tier geschlachtet werden muss, weil die Dose ihren Magen zerschnitten hat. Diese Tatsachen haben die 13 Schülerinnen und Schüler der Klasse von Alexsandra Hitz doch schon beeindruckt und haben sie für die Themen Littering und Recycling sensibilisiert.

Die Jugendlichen für Littering und Recycling sensibilisieren

Am Freitag hatte diese dritte Klasse im Schulhaus Sonnenhof in Wil Besuch von Petra Kohler, Energietal Toggenburg, von Bettina Signer, St.Galler Bauernverband, und von Urs Corradini, Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid. Zum Thema «Tatort Natur» wollen sie die Oberstufenschülerinnen und -schüler motivieren, sich zu überlegen, was mit den Dingen passiert, die sie wegwerfen – ob sachgerecht in den Abfall oder einfach achtlos auf die Strasse oder in die Wiese.

Urs Corradini vom Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid möchte mit dem Projekt «Tatort Natur» die Jugendlichen auf die negativen Folgen des Litterings aufmerksam machen.

Urs Corradini vom Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid möchte mit dem Projekt «Tatort Natur» die Jugendlichen auf die negativen Folgen des Litterings aufmerksam machen.

Bild: Zita Meienhofer

Die Fachleute zeigten den Schülerinnen und Schülern am Vormittag nicht nur die Jahre der Verrottung von Abfall auf, oder was achtlos weggeworfener Abfall verursachen kann, sie setzten sich auch mit dem Abfall als Ressource am Beispiel eines Handy-Kreislaufes auseinander. Am Nachmittag ging es ins Feld. Auf der Wiese neben dem Rudenzburgplatz in Wil säuberten die Schülerinnen und Schüler ein rund 3000 Quadratmeter grosses Wiesland.

Umwelt ist für den Stadtrat ein wichtiges Thema

Hans Mäder, Stadtpräsident von Wil, der ebenfalls vor Ort ist, sagt, dass die Umwelt ein wichtiges Thema für die Stadt sei. Er sagt:

«Nicht umsonst lautet eine der fünf Prämissen der aktuellen Legislaturplanung: ‹Wir sind der Umwelt verbunden.›»

Aufmerksam beobachtet er die Jugendlichen, während sie auf dem Wiesland ihre Abfallsäcke füllen.

Während einer Stunde säuberten die 13 Schülerinnen und Schüler das Wiesland.

Während einer Stunde säuberten die 13 Schülerinnen und Schüler das Wiesland.

Bild: Zita Meienhofer

Nach einer Stunde waren die 3000 Quadratmeter Wiesland gesäubert und die 500 roten Fähnchen – jedes Fähnchen entspricht einem gefundenen Abfall – aufgebraucht. Ein Wimpelmeer präsentiert sich nun entlang der St.Gallerstrasse, eingangs der Stadt Wil. Ein Mahnmal dafür, was die Menschheit der Natur antut.

Reaktionen der Schülerinnen und Schüler

Und was halten die Schülerinnen und Schüler von dieser Aktion? Reagieren sie sensibler auf das Thema Littering und Recycling? Zwei Mädchen, 15-jährig, sind da skeptisch. Sie wollen nicht ganz daran glauben, dass dieser Tag ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sensibilisiert hat.

Ein Junge hingegen sagt, dass dieser Tag sensibilisiert habe, nichts achtlos wegzuwerfen. Und wieder ein anderer Junge wird künftig nichts mehr achtlos wegwerfen, die Abfalltrennung sei hingegen nichts für ihn.

Petra Kohler, Energietal Toggenburg, Bettina Signer, St.Galler Bauernverband, Urs Corradini, Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid, Stadtpräsident Hans Mäder (von rechts) mit den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerin Alexsandra Hitz (links).

Petra Kohler, Energietal Toggenburg, Bettina Signer, St.Galler Bauernverband, Urs Corradini, Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid, Stadtpräsident Hans Mäder (von rechts) mit den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerin Alexsandra Hitz (links).

Bild: Zita Meienhofer

Der Tag wird Spuren hinterlassen

Lehrerin Alexsandra Hitz.

Lehrerin Alexsandra Hitz.

Bild: Zita Meienhofer

Lehrerin Alexsandra Hitz ist überzeugt, dass dieser Tag bei den Jugendlichen Spuren hinterlässt. «Wenn nicht jetzt, dann sicher später», sagt sie. Die Aussagen des Landwirts, der am Morgen aufgezeigt habe, was eine Aludose in einem Kuhmagen anrichten könne, sowie die Auswirkungen, die die Herstellung eines Handys auf Menschen und Natur hinterlässt, haben beeindruckt.

Noch zwei Wochen werden die roten Fähnchen beim Rudenzburgplatz zu sehen sein und auf die vielen Zigarettenstummel, Zigarettenpackungen, PET-Flaschen, Konfettischnitzel, Plastikteile und mehr hinweisen. Abfall, der nicht hätte im Wiesland gefunden werden dürfen.

Ein Fähnchen für einen Zigarettenstummel, ein Fähnchen für eine PET-Flasche, ein Fähnchen für ein Plastikteil.

Ein Fähnchen für einen Zigarettenstummel, ein Fähnchen für eine PET-Flasche, ein Fähnchen für ein Plastikteil.

Bild: Zita Meienhofer

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