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LITTENHEID: In acht Wochen Trauma lindern

Nach Messerstechereien wie in Salez oder Vorarlberg erleiden Betroffene oft ein Trauma. Um dieses zu behandeln, gibt es in der Clienia Littenheid ein in der Deutschschweiz einzigartiges Angebot. Dieses ist seit gestern doppelt zertifiziert.
Simon Dudle
In einer lebhaften Diskussion vor der gestern zertifizierten Traumatherapie-Station Waldegg: Elisabeth Möller, Chefärztin im Zentrum für Psychotherapie und Psychosomatik, Oberarzt Matthias Kollmann und Stationsleiterin Zeljka Slijepcevic. (Bild: Simon Dudle)

In einer lebhaften Diskussion vor der gestern zertifizierten Traumatherapie-Station Waldegg: Elisabeth Möller, Chefärztin im Zentrum für Psychotherapie und Psychosomatik, Oberarzt Matthias Kollmann und Stationsleiterin Zeljka Slijepcevic. (Bild: Simon Dudle)

LITTENHEID. Ob ein sexueller Übergriff, Beteiligung an einer Massenkarambolage auf der Autobahn, Schläge in der Kindheit oder eben das Erleben einer Messerstecherei in einem Regionalzug: Viele Dinge führen zu einem Trauma. Auslöser können Menschen oder Umwelteinflüsse sein. Wer das Trauma behandeln will, geht in einem ersten Schritt zu einem Psychiater und in einem allfälligen zweiten mit grosser Wahrscheinlichkeit in die Clienia Privatklinik Littenheid.

Denn im Hinterthurgauer Therapiedorf existiert, was es in diesem Rahmen in der Deutschschweiz sonst nicht gibt: ein Zentrum für Traumatherapie. Dieses feiert dieses Jahr das zehnjährige Bestehen. Gestern fand die Zertifizierung einer zweiten Station statt, nachdem die erste vor fünf Jahren als Schweizer Premiere eine Auszeichnung erhalten hatte und noch 2016 rezertifiziert wird. Der zuständige Oberarzt Matthias Kollmann und Stationsleiterin Zeljka Slijepcevic nahmen die Urkunde von Rosemarie Barwinski von der Deutschen und Europäischen Akademie für Psychotraumatologie entgegen. Eine Schweizer Bescheinigung gibt es bis jetzt noch nicht.

Die Clienia hat zudem geplant, auch ein Traumatherapie-Modul im unlängst ausgebauten Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie -psychotherapie zertifizieren zu lassen.

Kein Tabuthema mehr

Die Nachfrage in Littenheid ist gross – und wird immer grösser. Da teilweise Patienten mehr als ein Jahr auf eine Behandlung warten mussten, wurde zu Beginn des Jahrzehnts ausgebaut und die Anzahl Betten von 17 auf 34 verdoppelt. Ein nächster Ausbauschritt steht bevor. Es ist geplant, die beiden Stationen in einem Neubau unterzubringen und mit weiteren sechs Betten zu ergänzen. Der Spatenstich auf dem Clienia-Gelände ist 2017 geplant, die Einweihung 2019. Die vier Doppelzimmer, welche es heute noch gibt, werden durch Einzelzimmer ersetzt.

«Nach dem Ausbau sollte es keine Warteliste mehr geben», sagt Elisabeth Möller, stellvertretende ärztliche Direktorin der Clienia Privatklinik Littenheid. Als Chefärztin im Zentrum für Psychotherapie und Psychosomatik ist sie auch für die beiden Traumatherapie-Stationen verantwortlich. Die steigende Nachfrage begründet sie mit dem wachsenden Bewusstsein in der Öffentlichkeit. «Dieses Thema ist heute kein Tabu mehr, und man darf darüber reden», sagt Möller.

In drei Schritten

Wer in Littenheid sein Trauma behandeln will, ist freiwillig dort und macht es stationär. Der Aufenthalt der jährlich rund 200 Patienten dauert in der Regel acht Wochen – kann aber nach Bedarf verlängert werden. Die Psyche wird individuell betrachtet. Zuerst ist diese zu stabilisieren, danach findet – sofern erforderlich – eine Konfrontation mit dem Trauma statt, und zum Abschluss folgt eine Integrationsphase. Bezahlt wird der Aufenthalt durch die Grundversicherung der Krankenkasse.

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