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Literarische Grenzüberschreitung: Robert-Walser-Preisträgerin liest in Wil

Mit ihrem Erstling «Hier ist noch alles möglich» ist die Basler Autorin Gianna Molinari für den Schweizer Buchpreis 2018 nominiert. Heute Abend liest sie in der Stadtbibliothek aus ihrem Buch vor.
Miranda Diggelmann
Gianna Molinaris Erstling behandelt unter anderem das Thema von Menschen auf der Flucht. (Bild: PD)

Gianna Molinaris Erstling behandelt unter anderem das Thema von Menschen auf der Flucht. (Bild: PD)

Der Roman «Hier ist noch alles möglich» ist das Debüt der 30-jährigen Gianna Molinari. Im September erhielt sie dafür bereits den Robert-Walser-Preis. Nun wurde sie zusätzlich für den Schweizer Buchpreis 2018 nominiert. Heute Abend um 19.30 Uhr wird die in Zürich wohnhafte Schriftstellerin aus ihrem Roman, der von einer Nachtwächterin in einer Verpackungsfabrik handelt, in der Stadtbibliothek vorlesen.

Gianna Molinari, «Hier ist noch alles möglich» ist Ihr erstes Buch, welches schon einige Erfolge verzeichnen durfte. Um was geht es in Ihrem Roman?

Der Roman erzählt die Geschichte einer Nachtwächterin, die in einer Verpackungsfabrik zu arbeiten beginnt. Die Fabrik, welche nur wenig Personal hat, wird jedoch bald schliessen müssen. Auf dem Areal soll ausserdem ein Wolf gesichtet worden sein, was dem Chef so gar nicht passt. Die Nachtwächterin wird deshalb beauftragt, den Wolf zu fangen, indem sie ihm eine Grube gräbt.

Wie lange haben Sie am Buch gearbeitet?

Von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung waren es rund sechs Jahre. Natürlich habe ich während dieser Zeit nicht jeden Tag daran gearbeitet. Es gab intensivere und weniger intensive Phasen in diesem Prozess.
Beinhaltet das Buch auch Autobiografisches?
Der Roman behandelt Fragen, die ich mir in meinem Alltag persönlich stelle. Insofern beinhaltet also alles was ich schreibe, Autobiografisches. Die Geschichte an sich enthält jedoch keine autobiografischen Aspekte.

Welche Fragen beschäftigen Sie denn momentan?

Das sind derzeit vor allem Fragen nach Grenzen – sowohl Landesgrenzen als auch metaphorische Grenzen. Wer zieht Grenzen, wer darf Grenzen überschreiten und wer nicht? Räume im Allgemeinen interessieren mich: Wie verhält sich das Aussen zum Innen? Wer kann Räume betreten und besetzen und wer nicht? Auch die Frage nach Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit spielt eine Rolle: wer sieht was und wer schaut wie auf bestimmte Dinge? Alle diese Fragen haben auch mit aktuellen, gesellschaftlichen und politischen Themen zu tun, beispielsweise mit Menschen auf der Flucht.

Sind das auch die Fragen, die Sie zu Ihrem Buch inspiriert haben?

Unter anderem. Es kamen noch weitere Themen dazu. Die Frage, wie ich als Autorin mit Ereignissen, die in der Welt geschehen umgehe, wie ich mich ihnen nähern kann. Beispielsweise hörte ich 2010 im Radio die Geschichte eines Mannes, der vom Himmel fiel: Ein toter Mann dunkler Hautfarbe wurde in der Nähe von Weisslingen tot aufgefunden. Es stellte sich heraus, dass er im Fahrwerkschacht eines Flugzeugs mitflog, während dem Flug erfror und beim Landeanflug in die Tiefe stürzte. Diese Geschichte beschäftigte mich und wurde Teil meines Romans.

Mit dem Vorlesen dieser Passage haben Sie 2017 den 3sat-Preis beim Bachmann-Wettbewerb gewonnen. Wird das auch der Text sein, den Sie heute Abend in der Wiler Stadtbibliothek vortragen werden?

Ein Teil dieser Passage wird auf jeden Fall Thema sein, aber nicht ausschliesslich. Ich werde sicherlich noch ein Stück vom Anfang meines Romans lesen, um die Zuhörerinnen und Zuhörer in die Szenerie hineinzuversetzen. Mehr verrate ich aber noch nicht.

Was erhoffen Sie sich von der Lesung in Wil? Sind Sie schon nervös?

Tatsächlich bin ich heute das erste Mal in Wil. Nervös bin ich eigentlich nicht, das wäre zu viel gesagt. Ich freue mich immer sehr auf Lesungen, da sie die Möglichkeit bieten, Kontakt zum Publikum, zu Leserinnen und Lesern, aufzunehmen. Ich hoffe natürlich auf interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer.

Hinweis

Heute Abend finden hier ebenfalls Lesenächte statt: Gemeindebibliothek Flawil, 17 Uhr (für Kinder der 2. bis 4. Klasse); Bibliothek Uzwil (ausgebucht); Bibliothek Sproochbrugg in Zuckenriet, verschiedene Programme ab 17.30 Uhr; Bibliothek Kirchberg, 19 Uhr; Bibliothek Sirnach, 18.30 Uhr (für Kinder ab Kindergarten bis 3. Klasse)

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