Line-Dance an der Wasserlinie

«Schritt – tap – Schritt links und drehen und Schritt – tap», die Anweisungen von Marcel Rohner sind deutlich und laut zu hören, denn Rohner spricht über Mikrofon und Verstärker. Der Line-Dance-Trainer trägt einen Cowboyhut und eine imposante Gürtelschnalle.

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«Schritt – tap – Schritt links und drehen und Schritt – tap», die Anweisungen von Marcel Rohner sind deutlich und laut zu hören, denn Rohner spricht über Mikrofon und Verstärker. Der Line-Dance-Trainer trägt einen Cowboyhut und eine imposante Gürtelschnalle. Rohner weiss, wie er die Leute motivieren kann. Mit knappen, aber hilfreichen Instruktionen führt er die Tanzenden durch die Schrittkombinationen.

Platschende Geräusche, Kinderlachen, laute Rufe, nichts kann die Konzentration der Gruppe stören, die auf einer Holzbühne mitten im Schwimmbecken den Anweisungen Rohners folgt. Die Tänzer werden getragen von lauter Country-Musik, welche die Badigeräusche in der Weierwise an diesem Dienstagabend übertönt.

Verschiedenes Schuhwerk

Nun geht es richtig zur Sache. Die Musik wird etwas schneller, die Schrittfolgen komplizierter. Unter den Tanzenden ist äusserst verschiedenes Schuhwerk auszumachen.

Professionelle Tanzschuhe tragen die einen, Turnschuhe die anderen. Es gibt auch Barfusstänzer und solche, die elegant in Badelatschen über das Inselparkett huschen.

Inmitten der Tanzenden sind auch Heidi und Urs Fischer auszumachen. Das Bademeister- Ehepaar hat ganz offensichtlich seine helle Freude an den Tanzschritten, und es fällt auf, dass die beiden ziemlich routiniert das vorgegebene Tanzprogramm beherrschen.

«Eine der schönsten Veranstaltungen, die wir je hier im Schwimmbad hatten», schwärmt Heidi Fischer in einer kurzen Erholungspause. Sie lüftet auch gleich das Geheimnis ihrer Routine. «Während der Wintermonate gehen wir seit einiger Zeit regelmässig zum Line-Dance.» Dies hat zur Idee geführt, diese Tanzform in der Badi für die Gäste in der Form von «Workshops» anzubieten.

«Vor drei Jahren haben wir es erstmals weiter hinten auf dem Schwimmbadgelände auf den Steinplatten angeboten», erinnert sie sich. Der Boden dort sei aber etwas schwierig, man stolpere leicht. Im Sommer 2009 sei der Anlass leider ins Wasser gefallen, doch diesmal habe es geklappt, erklärt Heidi Fischer strahlend.

Schrittweiser Aufbau

Dass Line-Dance als «Work-shop» angeboten wird, scheint aufgrund der manchmal komplizierten Schrittkombinationen sehr sinnvoll zu sein.

Stündlich beginnt ein neuer Turnus. Langsam zeigt Marcel Rohner, der mit seinem Verein, dem Rising Moon Club aus Kreuzlingen bereits an Welt- und Europameisterschaften erfolgreich teilgenommen hat, die Schritte vor. Auf der Tanzbühne tummeln sich am späteren Nachmittag Kinder und Erwachsene. Line-Dance ist keine Frauensache, dies beweisen die vereinzelten Vertreter des männlichen Geschlechts, welche sich rhythmisch im Gleichschritt auf der Bühne bewegen.

Heidi Fischer schwärmt: «Man muss es probiert haben, es ist wirklich ein wunderbares Gefühl, auf dieser Tanzbühne zu stehen, und während des Tanzens sieht man rund um sich herum das Wasser.» Diesem Ruf und diesen Versprechungen folgend, wagt sich auch die Journalistin auf die Bretter. Beim Line-Dance stellt sich der Anfänger vorzugsweise in die Mitte, so kann auch nach Drehungen beim Vordermann abgeschaut werden.

«Schritt – tap, Drehung – tap», und alles, was die leicht verkrampfte Anfängerin sieht, sind die Füsse der Nebenfrau, die eigenen Zehen und die gelben Bretter. Monique Stäger

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