Lindenhofquartier braucht mehr Schulraum: Pavillon Langacker soll Entlastung bringen

Der Stadtrat beantragt dem Parlament einen Kredit von 5,58 Millionen Franken für den Bau des Pavillons Langacker. Nach Prüfung verschiedener Standorte kam er zum Schluss, dass dies die beste Lösung darstellt.

Gianni Amstutz
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So soll der Schulpavillon Langacker aussehen, der Platz für acht Klassenzimmer, vier Gruppenräume, Lehrerzimmer sowie Handarbeits- und Werkräume bietet. (Visualisierung: PD)

So soll der Schulpavillon Langacker aussehen, der Platz für acht Klassenzimmer, vier Gruppenräume, Lehrerzimmer sowie Handarbeits- und Werkräume bietet. (Visualisierung: PD)

Der Pavillon Langacker ist für die Stadt ein heisses Eisen. Das wurde spätestens an der Sitzung des Stadtparlaments vor einer Woche deutlich. Die Legislative war sich einig, dass die Fragen von Christine Hasler (CVP) einer Antwort des Stadtrats bedürfen. Das Hauptaugenmerk im Postulat der CVP-Politikerin lag dabei beim vorgesehenen Standort im Langacker, der zwischen Lindenhof und dem Regionalen Leistungszentrum Ostschweiz liegt. Angesichts der kritischen Haltung des Parlaments überrascht es wenig, dass der Stadtrat gestern eine Pressekonferenz einberief, um über das Projekt zu informieren.

Fest steht, dass es in Wil zusätzlichen Schulraum braucht «und das besser schon heute als morgen», wie Stadträtin Jutta Röösli, Vorsteherin des Departements Bildung und Sport, betonte. Am dringendsten sei dieser Bedarf im Lindenhofquartier. Schon jetzt können dort nicht mehr alle Klassen in den regulären Schulräumen unterrichtet werden. Vier Klassen werden daher im Zeughaus unterrichtet. «Damit ist die Kapazitätsgrenze aber erreicht», sagte Röösli. Doch das Problem wird sich weiter zuspitzen. Bereits im nächsten Schuljahr braucht es eine zusätzliche Übergangslösung zum Zeughaus für zwei weitere Klassen, bis ins Schuljahr 2020/21 sind es insgesamt vier Klassen, die weder im Zeughaus noch im Lindenhof Platz finden werden.

Auswirkungen des Projekts Schule 2020

Die Fragen, wo und wann welche Schulhäuser erweitert werden, würden im Abschlussbericht Schule 2020 beantwortet, sagte Stadtrat Daniel Stutz, Vorsteher des Departements für Bau, Umwelt und Verkehr. Dieser liege voraussichtlich nach den Herbstferien vor. Danach müsse das Projekt im Stadtparlament diskutiert werden, allenfalls werde auch das Stimmvolk noch darüber befinden. Für den Bau von definitivem Schulraum rechne der Stadtrat mit einem Zeitraum von sechs bis zehn Jahren.

«Im Lindenhof können wir jedoch nicht so lange warten.» Mit dem Bau des Pavillons Langacker wolle der Stadtrat deshalb das Platzproblem im Lindenhofquartier entschärfen, bis der definitive Schulraum gebaut ist. Im Idealfall können mit dem Pavillon Langacker bereits im März 2020 acht zusätzliche Klassenräume in Betrieb genommen werden, «die vollwertigem und zeitgemässem Schulraum entsprechen», so Stutz. Die Kosten dafür betragen 4,3 Millionen Franken. Den Zuschlag erhielt die Kifa AG aus Adorf. Zusätzlich braucht es rund 1,3 Millionen für die Betriebsausstattung und bauliche Leistungen der Stadt Wil. Letztere betreffen vor allem die Erschliessung des Pavillons mit Energie, Wasser und Wärme. Der Stadtrat beantragt dem Parlament deshalb einen Kredit von 5,58 Millionen Franken.

Lösung bewahrt die Flexibilität

Die modulare Bauweise des Provisoriums biete dem Stadtrat den nötigen Handlungsspielraum, sagte Daniel Stutz. Einerseits, um auf veränderte Anforderungen bezüglich Schulraum zu reagieren. Denn die Module könnten an andere Standorte verschoben oder zusätzliche Module angebaut werden. Andererseits nehme man damit in Bezug auf die definitive Schulraumplanung keine Antwort vorweg. Der Standort Langacker würde also, falls dies denn die Schulraumplanung erfordern würde, weiterhin zur Verfügung stehen.

Im Stadtparlament sorgte vor allem die Standortfrage für Diskussionen. «Der Stadtrat hat diesbezüglich seine Hausaufgaben gemacht», sagte Daniel Stutz. Sechs Standorte seien geprüft worden. Einige, wie die Schrebergärten Schützenstrasse und das Zeughausareal, würden gemäss neuem Zonenplan, gegen den noch Rekurse hängig sind, nicht mehr der Zone für öffentliche Bauten entsprechen. Gerade wenn die Zeit dränge, sei dies aber wichtig, betonte Stutz. Weiter sprachen auch Anforderungen der Schule für den Standort Langacker, so Jutta Röösli. Dieser habe sich letztlich hinsichtlich baulicher wie auch schulischer Kriterien als ideal erwiesen.