«Lindenbaum»: Kosten um zwei Prozent zu hoch

ZUZWIL. Im März 2012 hatten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger einem Baukredit von 13,6 Millionen Franken für die Erweiterung und den Umbau des Wohn- und Pflegeheims «Lindenbaum» zugestimmt.

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ZUZWIL. Im März 2012 hatten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger einem Baukredit von 13,6 Millionen Franken für die Erweiterung und den Umbau des Wohn- und Pflegeheims «Lindenbaum» zugestimmt. Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal haben sich seit dem Bezug im August des vergangenen Jahres gut in den neuen Räumlichkeiten eingelebt. Nun konnte der Gemeinderat die Bauabrechnung genehmigen sowie von den Abnahmeprotokollen und Garantiescheinen Kenntnis nehmen.

Nettoaufwand: 13,88 Millionen

Grundlage für die Berechnung des Kostenvoranschlags von 13,6 Millionen Franken war ein reduziertes Bauprojekt mit einer Kostengenauigkeit von +/–12,5 Prozent. Die Bauabrechnung zeigt Nettoaufwände von 13,88 Millionen Franken. Hinzu kommen die Aufwände für den Architekturwettbewerb. Bereits in Abzug gebracht wurden die Beiträge von knapp 95 000 Franken der Bürgerkorporationen Weieren und Zuzwil, der Katholischen Kirchgemeinde Zuzwil sowie der Evangelischen Kirchgemeinde Wil/Kirchkreis Zuzwil. Die Kostenüberschreitung beläuft sich demzufolge auf rund 280 000 Franken, also rund zwei Prozent.

Von der Urnenabstimmung bis zum Baustart wurden die Projektpläne erarbeitet sowie erste Verbesserungen am Projekt vorgenommen. Zur Optimierung des Betriebs hat der Gemeinderat in Absprache mit der Baukommission während der Bauphase Mehrleistungen von rund 760 000 Franken beschlossen. Dazu gehörten unter anderem Unterfluraufzug, Personensuchanlage oder Wärmeerzeugung mit Erdsonden. Demgegenüber konnten in anderen Bereichen Einsparungen erzielt werden. Dazu sagt der Präsident der Baukommission, Roland Hardegger, in den Zuzwiler Gemeindemitteilungen: «Ziel war, eine Abrechnung innerhalb des bewilligten Kostenvoranschlags zu präsentieren. Dies ist nicht ganz gelungen. Jedoch haben die verschiedenen Mehrleistungen augenscheinlich zur Qualitätsverbesserung beigetragen.»

Mehrkosten ausgewiesen

Gemäss den Bestimmungen der Gemeindeordnung unterstehen Mehrausgaben zwischen 100 000 und 500 000 Franken je Fall dem fakultativen Referendum. Die Bevölkerung wurde im Frühjahr 2014 informiert, dass der Gemeinderat auf eine Referendumsvorlage verzichtet, da die prognostizierte Kostenüberschreitung ausgewiesen war und der grösste Teil des Baukredits über den Betrieb finanziert wird.

Gemäss Entscheid der Bürgerschaft leistet die Gemeinde vorab einen Beitrag von zwei Millionen Franken an die Gesamtkosten. Zusätzlich werden die Fonds «Fürsorgereserve» und «Wohn- und Pflegeheim» von knapp 600 000 Franken aufgelöst. Der Restbetrag von knapp 11,3 Millionen Franken wird der Investitionsrechnung 2014 belastet und während dreissig Jahren über den Betrieb abgeschrieben. Zusätzlich werden ab diesem Jahr jährlich 150 000 Franken in einen Erneuerungsfonds gelegt. Dies im Hinblick darauf, dass nach rund 30 Jahren die technischen Einrichtungen erneuert werden müssen. Die Kosten für den Architekturwettbewerb von rund 156 200 Franken hat der Gemeinderat im Dezember 2010 genehmigt. (red.)

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