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Lifteln erlaubt

Eine Milliarde Menschen benützen täglich einen Aufzug von Schindler. Dafür, dass schweizweit niemand in der Vertikale stecken bleibt, sorgen Menschen: Fachleute, die auch in Flawil ausgebildet werden.
Andrea Häusler
Aufzugschächte so weit das Auge reicht. Im Lift-Camp auf dem Habis-Gelände bildet AS Aufzüge ihre Monteure aus. (Bilder: Andrea Häusler)

Aufzugschächte so weit das Auge reicht. Im Lift-Camp auf dem Habis-Gelände bildet AS Aufzüge ihre Monteure aus. (Bilder: Andrea Häusler)

Die Stahlgerüste reichen bis zur Decke der Schulungshalle auf dem Habis-Areal. Doch gebaut wird hier weder für Kunden noch für eigene Bedürfnisse. In den vorgefertigten Liftschächten beschäftigen sich angehende Monteure, Service- und Reparaturtechniker des zweitgrössten Liftherstellers der Schweiz, der AS Aufzüge AG, mit Zugangsschwellen, Antrieben, elektrischen Steuerungen oder Schiebetüren. Die Atmosphäre ist realitätsnah, die Verhältnisse entsprechen jenen auf einer Baustelle. Es wird konzentriert gearbeitet, trotz fortgeschrittener Stunde: Die Uhr steht kurz vor 20 Uhr. Die Mitglieder des Gewerbevereins Flawil stehen in den Gängen, beobachten und lassen sich informieren. Die Besichtigung des Liftcamp der AS Aufzüge stiess am Mittwoch trotz Ferienzeit auf ein grosses Echo.

Üblicherweise gehen hier die Lichter natürlich zeitiger aus, sagt Gastgeber Hanspeter Bösch. Gewerkelt werde derzeit einzig zu Demonstationszwecken.

Das Liftcamp ist Böschs «Kind». Im Jahr 2008 hatte er den Ausbildungsstandort Flawil mitgegründet, dann beim Aufbau des Camps Ebikon mitgewirkt. Beide Standorte werden heute von ihm geführt. Ein dritter ist nun in Lausanne geplant.

Leben und lernen in Camp-Atmosphäre

Fünf Schächte und Modulararbeitsplätze sowie Theorieräume stehen den Lernenden zur Verfügung. Die Auszubildenden seien mehrheitlich Quereinsteiger, sagt Bösch. Berufsleute, die eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen können. Rund achtzig pro Jahr fänden den Weg nach Flawil. Hinzugekommen seien nun 30 Schulabgänger, die – bei der Firma Bühler in Uzwil – während zweier Jahre die Ausbildung zum Polymechaniker absolvieren, um sich dann hier – in weiteren zwei Jahren – zum Aufzugsmonteur ausbilden zu lassen.

Das Liftcamp ist ein Camp im eigentlichen Sinne. «Die Auszubildenden bewältigen sieben Wochen lang Theorie- und Praxismodule und stehen dann zwölf Wochen im Baustelleneinsatz», sagt Hanspeter Bösch. Bis zur Zertifizierung als Aufzugsmonteur daure es rund ein halbes Jahr: «Bei vollem Lohn.» Kostenlos angeboten werde zudem ein Fahrsicherheitstraining «damit die künftigen Berufsleute das Fahren mit beladenen Fahrzeugen beherrschen». Geschlafen und gegessen wird übrigens im Bildungszentrum Mattenhof.

Flawil ist nicht nur einer von zwei Ausbildungsorten in der Schweiz, sondern auch ein Weiterbildungszentrum. Die Grundausbildung entspreche einem Anteil von rund 20 Prozent, sagt Hanspeter Bösch. «Jährlich gehen hier jedoch rund 600 Personen ein und aus – vor allem Männer; Frauen hatten wir bisher gerade zwei.» Denn, der Fortschritt macht auch vor der Aufzugstechnik nicht Halt. Dies ging speziell aus dem Referat hervor, das Markus Kobelt, Verkaufsingenieur im Bereich «Modernisierung», für die Gewerbler bereit hielt.

Helm und Handschuhe sind im Ausbildungstrakt Pflicht, auch für Gemeinderat Erwin Thalmann und Gemeindepräsident Elmar Metzger.

Helm und Handschuhe sind im Ausbildungstrakt Pflicht, auch für Gemeinderat Erwin Thalmann und Gemeindepräsident Elmar Metzger.

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