Lieder aus der Feder einer Schülerin

Lara Stojanovic komponiert. Eigentlich nicht aussergewöhnlich. Wäre da nicht das Alter der Niederuzwilerin. Nun gelangte ein Titel der 14jährigen Schülerin – ein Liebeslied – erstmals vor ein grosses Publikum.

Zita Meienhofer
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Die 14jährige Lara Stojanovic komponiert Lieder. Erstmals sang sie eines ihrer Lieder an einem Konzert. (Bild: Zita Meienhofer)

Die 14jährige Lara Stojanovic komponiert Lieder. Erstmals sang sie eines ihrer Lieder an einem Konzert. (Bild: Zita Meienhofer)

NIEDERUZWIL. «Wenn so viele Leute es schaffen, ein Lied zu komponieren, kann das ja nicht allzu schwierig sein.» Das hat sich Lara Stojanovic damals, als etwa Zehnjährige, gedacht. Sie begann eigene Lieder zu schreiben, Akkorde aneinander zu reihen und mit einer Geschichte zu verbinden. In den vergangenen Jahren sind zwölf Lieder entstanden. Lieder, die sie auf Blätter geschrieben und in einen Ordner gesteckt hat – als Erinnerung. Doch eines dieser Lieder kam nun an die Öffentlichkeit und wurde uraufgeführt.

Lied stiess auf Begeisterung

«If you mean it like I» heisst der Titel. Es war das zweite Lied, das die 14jährige Schülerin komponiert hatte. Es gefiel ihrer Gesangslehrerin Susanne Huber auf Anhieb. Am Text wie an der Melodie wurde noch gefeilt, dann stellte es die Schülerin den Sängerinnen und Sängern der Xangbox – dem Jugendchor der Musikschule Uzwil – vor. «Diese waren ganz begeistert, ihre Reaktion hat mich überwältigt», sagt Lara Stojanovic. Und die Reaktion hat sie ermutigt, das Stück einem grösseren Publikum vorzutragen. Am Adventskonzert des Musikvereins Uzwil-Henau war es dann so weit. Lara Stojanovic sass spielend am Keyboard, sang ihr Lied «If you mean it like I» und erntete dafür viel Applaus. Die Zuhörer waren begeistert. Es sei für sie etwas Besonderes gewesen, vor einem grossen Publikum ihr Lied vorzutragen. Sie habe sehr viel Freude daran gehabt, sagt sie.

Lieder sind Liebesgeschichten

«If you mean it like I» ist eine Liebesgeschichte und handelt davon, dass man sich für die Liebe auf eine gemeinsame Ebene begeben soll. «In meinen Liedern geht es meist um die Liebe, fast jedes Lied ist eine Liebesgeschichte», sagt Lara Stojanovic. Ein Thema, das Jugendliche in diesen Alter beschäftigt und worüber sie schreiben und singen möchten. Die Ideen für ihre Texte stammen aus den Büchern, die sie jeweils liest.

Zurzeit ist es «Margos Spuren» von John Green. Inspiriert hat sie das Buch «Das Schicksal ist ein mieser Verräter», ebenfalls von John Green, einem amerikanischen Jugendbuchautor. Greens Bücher haben allerdings kein Happy End, etwas, das Lara Stojanovic nicht mag: «Meine Lieder sollen nicht traurig sein.» Das Singen und Musizieren ist für Lara Stojanovic wichtig. «Ich singe den ganzen Tag, in der Schule, im Turnen, in der Pause. Ich singe nur dann nicht, wenn alle um mich herum ruhig sind.»

Klavier- und Gesangsunterricht

Entdeckt hat sie ihre Leidenschaft für die Musik schon früh, intensiviert wurde sie in der Primarschule durch Lehrer Christof Peter. «Er hat oft mit unserer Klasse gesungen und musiziert.» Er hat in ihr dann auch die Freude am Komponieren geweckt. Da sind aber noch weitere Lehrkräfte, die ihre Begeisterung und ihr Talent erkannt haben. Seit zehn Jahren besucht Lara Stojanovic den Klavierunterricht bei Hanspeter Nadler, der sie sehr gefördert hat. Ebenso tat dies Susanne Huber, bei der sie seit zwei Jahren in Gesang ausgebildet wird. Sie braucht die Musik – und voraussichtlich gerade deshalb will sie die Musik nicht zum Beruf machen. «

Die Musik soll ein Ausgleich zum Alltag sein», sagt die 14-Jährige. In Richtung Wirtschaft oder Recht soll es gehen, zuerst muss sie jedoch die Kantiprüfung schaffen. Und es ist nicht nur die Musik, die ihre Freizeit ausfüllt. Lara Stojanovic spielt seit zehn Jahren Tennis und ist eine ebenso begeisterte Fussballerin im Damenfussballclub Uzwil. Einen Stress hat sie deshalb nicht. «Zeitlich geht das gut auf», erklärt sie und fügt an: «Ich mache meine Hobbys sehr gern. Wenn mir etwas Freude macht, fällt es mir nicht schwer, es zu tun.»

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