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Lieber sparen als «chrömle»: So verwenden Wiler Schüler ihr Sackgeld

In einer Umfrage unter Schülerinnen und Schülern des Kirchplatzschulhauses äussern sich Kinder zu ihrem Sackgeld. Die Ergebnisse überraschen: Nur die wenigsten sind mit der Höhe des Zustupfs unzufrieden.
Gianni Amstutz
Die meisten Kinder pflegen einen sorgsamen Umgang mit ihrem Taschengeld. (Bild: Ralph Ribi)

Die meisten Kinder pflegen einen sorgsamen Umgang mit ihrem Taschengeld. (Bild: Ralph Ribi)

Wie viel Sackgeld bekommen die Primarschülerinnen und -schüler? Und wie zufrieden sind sie damit? Diese Fragen stellte sich eine Gruppe von Zweit- bis Sechstklässler des Kirchplatzschulhauses, die im Rahmen eines Medienprojekts eine eigene Schülerzeitung gestalten. Für den Artikel zum Thema Sackgeld führten sie eine Umfrage unter ihren Mitschülern durch – mit erstaunlichen Ergebnissen.

Insgesamt befragten die Nachwuchsjournalisten 133 Kinder. Während die meisten Primarschüler regelmässig Sackgeld erhalten, beschränkt sich für andere der Zustupf der Eltern auf besondere Anlässe oder wird als Belohnung für gute Noten eingesetzt. Diese Erkenntnis reiht sich in die Umfrageergebnisse einer Studie von Pro Juventute und Credit Suisse, bei der rund 63 Prozent der Eltern in der Deutschschweiz angeben, das Sackgeld nicht an Bedingungen zu knüpfen. Dies ist insofern erstaunlich, als dass über 70 Prozent – und damit ein Grossteil – der befragten Eltern als Leitsatz für ihre Vermittlung des Umgangs mit Geld angaben:

«Geld fällt nicht vom Himmel, man muss dafür arbeiten».

Ein Franken pro Schuljahr und Woche

Bei der Höhe des Sackgelds behelfen sich viele Eltern mit einer Faustregel: Es gibt ein Franken pro Schuljahr und Woche. Das heisst Erstklässler erhalten alle sieben Tage einen Franken, Zweitklässler jeweils zwei und so weiter. So kommt ein Sechstklässler auf einen monatlichen Zustupf von 24 Franken. An dieser Regel scheinen sich viele Eltern zu orientieren. Nur gerade drei Schülerinnen und Schüler im Kirchplatzschulhaus können mit mehr als 40 Franken pro Monat rechnen. Dagegen erhalten 22 Kinder gar kein Sackgeld, wie die Befragung zeigt. Ein einheitliches Bild präsentiert sich bei der Häufigkeit, mit welcher der Batzen ausbezahlt wird. Rund zwei Drittel erhalten ihn wöchentlich, ein Drittel monatsweise.

Auf die Frage, wie zufrieden die Schülerinnen und Schüler mit der Höhe ihres Sackgelds sind, antworteten 75 Prozent, dass sie es als «genau richtig» erachteten. Sieben der Befragten fanden sogar, dass sie zu viel erhalten, 22 wünschten sich jedoch auch etwas mehr. Doch wofür setzen die Kinder ihr Geld ein? Wer glaubt sie würden es für Süssigkeiten oder sonstigen Kleinkram ausgeben, liegt falsch. Der Grossteil – 80 Prozent – spart ihr Sackgeld. Während manche eine Kamera oder ein Smartphone ins Auge fassen, legen andere ihr Geld ohne bestimmtes Sparziel zur Seite. Auch das deckt sich mit der Studie der CS. Bei dieser stellte sich heraus, dass die grosse Mehrheit der Kinder das Taschengeld nicht einfach für momentane Konsumwünsche ausgibt, sondern zumindest einen Teil davon ins Sparschwein wirft.

Damit scheinen die Eltern ihr Ziel, das sie mit dem Sackgeld verfolgen, zu erreichen. Denn der Batzen für den Sprössling dient vor allem dem Zweck, diesem einen sinnvollen Umgang mit Geld zu lehren. Beachtlich ist dabei, dass die meisten Eltern ihren Kindern keine Vorschriften zur Verwendung ihres Geldes machen, die Kinder also von sich aus sparen.

Sparen für Ferien und für arme Leute

Im Rahmen der Umfrage konnten die Kinder auch konkrete Verwendungszwecke für ihr Taschengeld angeben. Neben den ziellosen Sparfüchsen («Mein Geld kommt ins Kässeli») gab es auch jene, die für eine grössere Ausgabe sparen (««Ich spare für die Ferien»). Bei manchen scheint die Möglichkeit, selbst über finanzielle Mittel zu verfügen, aber auch noble Gedanken begünstigt zu haben. So lauteten zwei der Antworten auf die Verwendung des Gelds: «Ich kaufe damit Geburtstagsgeschenke für andere.» Und:

«Ich spare für arme Leute.»

Auch gesunde Ernährung und Bildung scheint den Kindern wichtig zu sein. So standen auch Äpfel und Bücher auf der Liste der Verwendungszwecke fürs Sackgeld.

Hinweis
Der Artikel basiert auf der Recherche von Schülerinnen und Schülern des Primarschulhauses Kirchplatz.

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