Letzte Versammlung dieser Art

Innerhalb von einer guten Stunde gingen am Freitagabend in Lenggenwil die Wasserkorporations-, Primarschulgemeinde- und Kirchgemeindeversammlung über die Bühne. Für die Primarschulgemeinde war es ein historischer Moment.

Natalie Brägger
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Der Grossteil des Primarschulrates Lenggenwil: Béatrice Jung-Züger, Peter Wismer (Präsident), Karin Meienhofer und Adrian Hinder. (Bild: nb.)

Der Grossteil des Primarschulrates Lenggenwil: Béatrice Jung-Züger, Peter Wismer (Präsident), Karin Meienhofer und Adrian Hinder. (Bild: nb.)

LENGGENWIL. «Eine Ära geht zu Ende», sagte Präsident Peter Wismer am Freitagabend im Mehrzweckgebäude Lenggenwil, kurz bevor er die allerletzte Bürgerversammlung der Primarschulgemeinde schloss. Die Primarschulgemeinde wird per 1. Januar 2013 in die politische Gemeinde inkorporiert. «Wichtig ist aber, dass es nur das Ende einer Behördenära und nicht das Ende der Schulära ist», fuhr Wismer weiter. Ziel der Inkorporation sei es, dass weder die Kinder noch die Lehrerinnen etwas davon merken würden. Er rief die 63 anwesenden Schulbürgerinnen und Schulbürger (11%) dazu auf, sich aktiv zu interessieren, wenn es im Herbst darum gehe, Vertreter aus Lenggenwil in die neue Schulbehörde zu wählen. Die Rechnung und das letzte Budget hiessen sie gut.

Neues Wasserreservoir

Vor der letzten Primarschulversammlung hielt die Wasserkorporation ihre Versammlung ab. Dabei stimmten die 67 anwesenden Stimmberechtigten einer neuen Korporationsordnung zu. Diese wurde nötig, weil das kantonale Gesetz geändert hatte. «Für uns als Wasserkorporation ändert sich grundsätzlich nichts», erklärte Korporationspräsident Michael Dilitz. Einzig die Finanzbefugnisse des Verwaltungsrates wurden der Teuerung angepasst. Die Jahresrechnung wurde ohne Diskussion genehmigt. Ja sagten die Korporationsmitglieder auch zu einem Kredit in der Höhe von 557 000 Franken für den Neubau des Reservoirs auf dem Stolzenberg. Dieser wird nötig, weil das alte Reservoir den Ansprüchen des Amtes für Verbraucherschutz nicht mehr genügt. Das alte Reservoir soll im Oktober abgebrochen werden, so dass an derselben Stelle bis im Frühling ein neues Reservoir gebaut werden kann. «Wir haben bewusst den Winter als Bauzeit gewählt, weil dann am wenigsten Wasser gebraucht wird», erklärte Dilitz. Während der Bauarbeiten wird die Korporation das Wasser aus dem Wasserverbund Niederhelfenschwil beziehen. Da mittelfristig weitere Investitionen bei alten Leitungen anstehen, beantragte der Verwaltungsrat mit dem Budget, den Wasserzins von 60 auf 80 Prozent zu erhöhen, was einstimmig angenommen wurde.

Heiliges Grab wird aufgebaut

Keine Diskussion gab es auch bei Rechnung und Budget der Kirchgemeinde. Letzteres beinhaltet einen Betrag von rund 47 000 Franken für die Sanierung des Haupttreppen-Aufgangs zur Kirche. Da der Aufgang auch als Zugang zum Friedhof dient, übernimmt die politische Gemeinde die Hälfte der Gesamtkosten von rund 95 000 Franken. Danach informierte Karl Hinder über die anstehenden Feierlichkeiten zum 275jährigen Bestehen der Mauritius-Kirche. Dazu wird am 23. September ein Festgottesdienst gefeiert. Anschliessend sind die Besucher zum Risottoessen eingeladen. Ebenso sollen Turmführungen und Einblicke in die Kirchenschätze angeboten werden. Anlässlich des Jubiläumsjahres haben die Verantwortlichen zudem beschlossen, vom Gründonnerstag bis zum Ostersonntag das Heilige Grab in der Kirche aufzustellen. «Dabei handelt es sich um einen Brauch, bei dem Tod und Auferstehung Jesu verdeutlicht werden», erklärte Hinder. Lenggenwil sei eine von fünf Pfarreien im ganzen Bistum, deren Heiliges Grab noch erhalten sei. «Bei uns wurde es in den 50er-Jahren zum letzten Mal aufgestellt, dann wurde der Brauch abgeschafft», erklärte Hinder.

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