Letzte Session in alter Zusammensetzung

Es ist die letzte Session vor den eidgenössischen Wahlen. Die Atmosphäre ist deshalb speziell. 26 Kollegen und Kolleginnen aus dem Nationalrat treten zurück, darunter auch mein Sitznachbar und Parteikollege Daniel Vischer. Während vier Jahren sassen wir je dreizehn Wochen nebeneinander.

Yvonne Gilli
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Es ist die letzte Session vor den eidgenössischen Wahlen. Die Atmosphäre ist deshalb speziell. 26 Kollegen und Kolleginnen aus dem Nationalrat treten zurück, darunter auch mein Sitznachbar und Parteikollege Daniel Vischer. Während vier Jahren sassen wir je dreizehn Wochen nebeneinander. In dieser Zeit erzählten wir uns viel Persönliches und philosophierten über Entwicklungen in der Schweiz, in Europa und in der ganzen Welt. Ich werde ihn vermissen.

Gegenseitiger Respekt

Ich werde aber auch Toni Bortoluzzi vermissen. Toni war fast ein Vierteljahrhundert für die SVP im Nationalrat. Mit ihm verbinden mich acht Jahre Gesundheitspolitik. Obwohl wir unterschiedliche Standpunkte vertraten, entstand in dieser Zeit eine kollegiale Freundschaft in gegenseitigem Respekt. Tragende Kompromisse konnten wir während unserer traditionellen gemeinsamen Nachtessen vorbereiten.

Fristlose Entlassung

Alle Zurücktretenden wurden offiziell würdig verabschiedet. Dabei fragte ich mich, warum diejenigen, die am 18. Oktober durch die Bevölkerung abgewählt werden, nie verabschiedet werden. Ungefähr vierzig Nationalräte und Nationalrätinnen werden an diesem Oktobersonntag erfahren, dass sie nicht wiedergewählt wurden. Es kommt einer fristlosen Entlassung gleich.

Die meisten von ihnen haben während Jahren mindestens 60 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Politik eingesetzt. Und sie haben einen anstrengenden und teuren Wahlkampf hinter sich, der sie über Monate hinweg bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit beanspruchte. Das sind die Spielregeln der Demokratie.

Wichtige Entscheidungen

Neben einer Zeit des Abschieds und der Unsicherheit über die persönliche Zukunft fassten wir wichtige sachpolitische Entscheidungen. Eine bürgerliche Mehrheit lehnte die Revision des Umweltgesetzes ab, die flankierende Massnahmen vorsah für die Nutzung seltener Metalle und nicht erneuerbarer Rohstoffe.

Gut, sich zu erinnern

Ich erinnere mich an die Geburt des Umweltgesetzes. Damals wurden die ordentliche Entsorgung des Abfalls und die Sanierung der Sondermülldeponie ebenso erbittert bekämpft. Heute können wir uns das nicht mehr vorstellen. Manchmal ist es gut, sich zu erinnern.

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