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Letzte Ruhe ohne Grabmal: Auch Niederwil will Bestattungen in einem Gemeinschaftsgrab ermöglichen

Der Niederwiler Friedhof erhält ein Urnen-Gemeinschaftsgrab. In Oberbüren wird das Bestehende überprüft und erfährt allenfalls Anpassungen.
Andrea Häusler
Der Niederwiler Friedhof bietet viel (gestalterischen) Freiraum. (Bild: Andrea Häusler)

Der Niederwiler Friedhof bietet viel (gestalterischen) Freiraum. (Bild: Andrea Häusler)

Die Bestattungskultur befindet sich im Wandel und mit diesem gehen neue Anforderungen an die Gestaltung der Friedhöfe einher. War es früher üblich, die Menschen in Erdbestattungen zur letzten Ruhe zu betten, werden heute vier von fünf Verstorbenen kremiert. Ihre Urnen finden Aufnahme in Einzelgräbern, in bestehenden Grab- stätten, in Urnenwänden oder eben Gemeinschaftsurnengräbern.

Ein solches steht der Bevölkerung des Dorfes Oberbüren heute schon zur Verfügung. Jetzt soll auch in Niederwil ein Teil des bestehenden Friedhofs für diese alternative Art der Urnenbestattung bereitgestellt werden.

Oberbürens Gemeindepräsident Alexander Bommeli.

Oberbürens Gemeindepräsident Alexander Bommeli.

Platzmangel herrsche auf dem Niederwiler Friedhof nicht, sagt Gemeindepräsident Alexander Bommeli. Im Gegenteil. Und mit dem Rückgang der Erdbestattungen habe sich die Raumfrage sogar langfristig von selbst geklärt. Ein Gemeinschaftsgrabfeld entspreche vielmehr einem Bedürfnis. Dies zeigten Anfragen aus der Bevölkerung auf, machten jedoch auch Erfahrungen aus den umliegenden Gemeinden deutlich. Tatsächlich: In Henau befindet sich derzeit ein vergleichbares Projekt in Planung. Bereits weiter gediehen ist das Vorhaben in Niederuzwil, wo der katholische Friedhof ein Gemeinschaftsgrab erhält.

Projektverantwortung bei Martin Klauser

Die Gestaltung des Gemeinschaftsgrabfelds in Niederwil sowie die Prüfung einer Pflanzung von Eckzierbäumen und weiteren Sträuchern ist für die Jahre 2020 und 2021 geplant. Entsprechend soll im nächsten Jahr die Projektierung an die Hand genommen werden.

Den Auf­trag für die Gestaltung und Realisierung des Urnen-Gemeinschaftsgrabfeldes wurde vorbehältlich der Budgetgenehmi­gung im März 2020 an Landschaftsarchitekten Martin Klauser, Rorschach, vergeben. Klauser war bereits für die Gestaltung der bestehenden Niederwiler Friedhofsanlage zuständig. Aus seiner Ideenküche stammt übrigens auch das Erneuerungsprojekt des Botanischen Gartens in St. Gallen, welches vor nunmehr acht Jahren umgesetzt worden ist.

Studienauftrag für künstlerischen Akzent

Wo das neue Grabfeld innerhalb des Friedhofareals platziert wird, ist laut Alexander Bommeli nicht abschliessend definiert. «Es bestehen Ideen, entschieden ist hingegen nichts», sagt er. Ebenso sei offen, ob die einzelnen Grabstätten mit Namensschildern bezeichnet werden oder anonym bleiben.

Festgelegt ist hingegen, dass sich die neue Anlage harmonisch ins bestehende Areal einfügen muss und die Aufenthaltsqualität für die Friedhofsbesucher positiv beeinflusst werden soll. Deshalb hat der Gemeinderat entschieden, für die Ausgestaltung des Gemeinschaftsgrabfeldes einen Studienauftrag durchzuführen. In dessen Rahmen werden verschiedene Künstler für die Schaffung eines Kunstgegenstands angefragt. «Welche Materialien verwendet werden ist offen». Genauso wie die Formgebung. «Es kann eine Stele sein, aber auch etwas ganz anderes», sagt Bommeli.

Ein sehr sensibles Thema

Für die Bewertung der Studien und die Ausführung des neuen Grabfeldes wird die Friedhofkommission befristet mit einer Fachperson aus dem Bereich Friedhof sowie weiteren Per­sonen aus den kirchlichen Kreisen er­gänzt. Den Einbezug von kirchennahen Personen wie etwa auch der Kirchbehörde sei wichtig, sagt Bommeli. Denn: «Ein Friedhof ist ein sehr sensibles Thema».

Überprüft wird auch das ­bestehende Urnen-Gemeinschaftsgrabfeld auf dem Friedhof Oberbüren. Allfällige Anpassun­gen würden dort in den Jahren 2022 und 2023 durchgeführt.

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