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Letzte Moves zu Disco-Groove

Ein letztes Mal werden morgen Abend zeitlose Rock- und Pop-Klassiker von ABBA, Queen, Pink Floyd, Dire Straits usw. den Lindensaal in einen Festtempel verwandeln. Dann ist Schluss, die Flawiler Oldies Disco Geschichte.
Andrea Häusler
Sie gehören unter anderen dem OK des Greenteams an, das in der Durchführung der Oldies Disco jeweils von rund 30 Helferinnen und Helfern unterstützt wurde: Dani Müller, Ueli Siegenthaler und Markus Graber (von links). (Bild: PD)

Sie gehören unter anderen dem OK des Greenteams an, das in der Durchführung der Oldies Disco jeweils von rund 30 Helferinnen und Helfern unterstützt wurde: Dani Müller, Ueli Siegenthaler und Markus Graber (von links). (Bild: PD)

Vinyl-Platten sind weit mehr als Kult- und Retroprodukte. Deren Klang sei wärmer, facettenreicher, schlicht natürlicher, sind sich audiophile Soundnostalgiker einig. Die Auffassung teilt Dani Müller alias DJ Rip Fossil nur bedingt. Obwohl er einräumt, dass die Musik ab digitalen Datenträgern tatsächlich hörbar anders klinge. Insbesondere in jener Lautstärke, in der die Klassiker der Rock- und Pop-Ära der vergangenen dreissig Jahre morgen Samstag den Lindensaal zum Beben bringen. Mit der Soundqualität hebe sich die Flawiler Oldies Disco auch klar von jenen Tanz- und Partyanlässen ab, an denen die Hits ab CD, beziehungsweise zunehmend ab Computer gespielt werden. Und das treffe inzwischen auf die meisten zu.

Trotz Publikumserfolg kein Selbstläufer

Wenn Dani Müller und Roger Dieckmann (DJ Hot Paennz) morgen ihre umfassenden, in den vergangenen Jahren weiter ausgebauten Sammlungen an Vinylplatten sortieren, eine Auswahl treffen und den groovigen Sound am Abend zu einem mitreissenden Tanz-Cocktail mischen, wird es das letzte Mal sein, das letzte Mal nach 22 Jahren. Offiziell sind es «organisatorische Gründe», die zum Entscheid geführt hatten, die Oldies Disco nach der 23. Auflage stimmungsvoll zu Grabe zu tragen. Trotz der ungebrochen hohen Nachfrage und ungeachtet des alljährlichen Publikumserfolgs. Durchschnittlich 450 Besucher – die meisten in den «besten Jahren», einige in Würde ergraut, aber fit wie Turnschuhe – hatten sich jeweils im Januar in Flawil getroffen: zum Fätzen, Schmachten und Schwofen – im selig-beschwingten Taumel der eigenen Disco-Vergangenheit.

«Man soll aufhören, wenn es noch schön ist», sagt Dani Müller halb scherzhaft, halb ernst. Dann spricht er den wahren Grund an: «Im OK ist allmählich die Luft draussen. Die Herausforderung von einst ist der Routine gewichen, oder mehr noch dem Krampf in der Routine», sagt er und ergänzt: «Die vergangenen acht Jahre waren sehr intensiv, haben uns jeweils bereits ab Oktober des Vorjahres zeitlich stark absorbiert.» Denn trotz der stets hohen Besucherzahlen sei der Anlass kein Selbstläufer gewesen. Dies im Gegensatz zu den jeweils von rund 200 Tanzlustigen besuchten Anlässen im «Rebstock»-Saal in Alterschwil. Dort war die Greenteam-Oldies Disco 1997 ins Leben gerufen worden, bevor die Rock-/Pop-Party im Jahr 2010 aus Platzgründen nach Flawil verlegt wurde. «Um den Lindensaal zu füllen, mussten wir kräftig die Werbetrommel rühren – ebenfalls ehrenamtlich und mit bescheidensten Mitteln.»

Kein Frust, vielmehr Lust auf Neues

«Da ist kein Groll, kein Frust», betont er. «Eher Lust – aber auf etwas Neues. Wir können und wollen noch anderes, als Veranstaltungen durchführen.» Worauf das (Green-)Team Lust hat, lässt sich Dani Müller nicht entlocken. Konkret sei noch nichts, doch in den Köpfen spukten einige spannende Projekte herum, die vertieft geprüft werden wollten. «Sicher ist hingegen, dass nach dem Aus der Oldies Disco kein Vakuum entsteht.» Ob der frei werdende Raum bereits auf nächsten Winter gefüllt wird oder sich die Organisatoren ein Jahr Pause gönnen, lässt Müller offen.

Bevor das Glitzern der Discokugeln definitiv erlischt, der Disco-Groove verklingt, wird noch einmal ausgiebig getanzt und gefeiert. Um 21.30 Uhr soll dann ein sozusagen finales Feuerwerk gezündet werden. Ein Überraschungs-Act, dessen Inhalt und Ausstrahlung jedoch geheim bleiben soll.

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