Kolumne

Letzte Chance ist: heute

Freitag, 14. Februar. Ohne gleich mit der Tür ins Haus fallen zu wollen: Das ist heute.

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Hans Suter

Hans Suter

Bild: PD

In die Männersprache übersetzt, heisst das: Verdammt, schon wieder Valentinstag! Schnell der Sekretärin den Auftrag erteilt, Blumen zu besorgen. «Irgendwas Schönes! Du weisst schon.» So manch ein Mann bestaunt sich dabei insgeheim selber, wie gut er die Sache wieder einmal gemanagt und die Situation gerettet hat. Das ist noch ein richtiger Kerl, wird die Sekretärin wohl denken. Derweil sich diese freundlich lächelnd aus dem Chefbüro entfernt und es ihr durch den Kopf geht: «Jedes Jahr dasselbe Theater mit diesem ignoranten Kindskopf!»

Mehr als die Blumen und der Ursprung des Valentinsbrauchs beschäftigt den Manager die Zahl: Was bedeutet 14 überhaupt? Was steckt dahinter? Etwas Mystisches, Religiöses, gibt es eine mathematische Bedeutung? Im Internet wird er schnell fündig. Die Vierzehn gehört zu den Mondzahlen, denn vierzehn Tage vergehen vom Halb- zum Vollmond. In der katholischen Kirche bestehen die 14 Heiligen aus drei weiblichen und elf männlichen Personen: Achatius, Ägidius, Barbara, Blasius, Christophorus, Cyriacus, Dionysius, Erasmus, Eustachius, Georg, Katharina, Margareta, Pantaleon und Vitus. In der islamischen Tradition, die stark auf den Mond ausgerichtet ist, spielt die Vierzehn, welche die Hälfte der 28 Mondstationen ist, ebenfalls eine grosse Rolle. Auch ist sie die Hälfte der Buchstaben im arabischen Alphabet.

Damit aber noch längst nicht genug. Es fehlt noch das Kernstück: die Zahlenspielerei. Die Quersumme der Vierzehn ist 5 (1+4), Faktoren sind 2 und 7 (2x7 oder 7x2), die eigene Summe beträgt 28 (14+14), was die Quersumme 10 ergibt (2+8), das eigene Produkt beträgt 196 (14x14), dessen Quersumme 16 (1+9+6) und das eigene Exponat lautet 11112006825558016 (14 im Quadrat), die Quersumme 52. Wow, denkt sich der Mann. Das wird seine Frau bestimmt interessieren. Während er nach Büroschluss in professoraler Manier nach Hause stolpert, geht er nochmals alles feinsäuberlich durch: die 14 Heiligen (wie hiessen die doch gleich?), die Faktoren und Quersummen, das Exponat ... Wie lautete das Exponat noch mal? Verdammt! Wo sind die Blumen geblieben?