Lernend bleiben – lebenslang

75 Lernende der Firma Bühler haben am Freitagabend im Gemeindesaal ihre Fähigkeitszeugnisse entgegennehmen dürfen. Andreas Bischof, Leiter Berufsbildung, wies auf die Vorteile des dualen Bildungssystems der Schweiz hin.

Kathrin Meier-Gross
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Die besten drei: Pascal Brunner, Felix Zurbriggen und Flavio D'Intino (von links) haben ihre Lehre mit der Supernote 5,6 abgeschlossen. (Bilder: kmg.)

Die besten drei: Pascal Brunner, Felix Zurbriggen und Flavio D'Intino (von links) haben ihre Lehre mit der Supernote 5,6 abgeschlossen. (Bilder: kmg.)

uzwil. «Wow, Hut ab», denke sie jeweils, wenn sie die Fähigkeitszeugnisse in der Hand halte, sagte Marianne Rüdlinger, Leiterin Berufsbildungssekretariat und kurzzeitige Trägerin eines roten Hutes. Sie führte gemeinsam mit Andreas Bischof, Leiter der Berufsbildung, durch den Abend und wandte sich direkt an die Jungen: «Wir und eure Eltern sind stolz auf euch.»

Kreative Ideen gefragt

76 Lernende aus Uzwil, Trübbach und Appenzell sind geprüft worden. Eine Person wird eine Ehrenrunde einlegen. 61 der frisch gebackenen Berufsleute werden bei Bühler bleiben. «Sie werden mit Handkuss aufgenommen», sagte Andreas Bischof und wies auf die Stärken des dualen Bildungssystems hin, welches theoretisches Schulwissen und praktische Ausbildung verbindet. Wie viele Personen daran beteiligt sind, zeigte sich eindrücklich, als er alle Verantwortlichen der Bühler-Lehrlingsausbildung sowie diejenigen der Berufsschule auf die Bühne bat. In kurzen und spontanen Interviews wiesen diese auf die Bedeutung von jungen Berufsleuten hin, die kreative Ideen in die Firma einbringen und sich den Herausforderungen von Schule und Beruf stellen. Unüberhörbar war dabei die Freude, mit der die Ausbildner den Lernenden ihr Wissen weitergeben.

Lernender bleiben

«Mit dem Lehrabschluss haben Sie eine weitere Hürde geschafft und sich eine gute Basis geschaffen», richtete sich Achim Klotz, Head of Division Advanced Materials, an die jungen Leute. «Darauf können Sie aufbauen. Bleiben Sie Lernender – lebenslang. Aber das liegt in Ihrer eigenen Verantwortung.» Klotz bestätigte, dass gute Arbeitskräfte gesucht seien. Mit der derzeitigen Verknappung von qualifizierten Arbeitskräften eröffne sich für Talente, die ihre Fähigkeiten weiterbilden würden, eine historische Chance.

«Geld ist nicht alles»

«Krieg um Talente» werde das globale Werben um fähige Berufsleute genannt, und Bühler mit Standort Schweiz habe dank den fähigen und kreativen Arbeitskräften gute Chancen. «Aber», fügte Klotz an, «Geld ist nicht alles. Um zufrieden zu sein, muss das Umfeld mit Familie und Freunden stimmen!»

Junge begeistern

Christof Oswald, Head of Human Resources Management, verglich die Arbeit von Andreas Bischof mit einem Spitzentrainer, der sein Ausbildungsteam optimal motiviere. Die Lehrlingsverantwortlichen hätten mit Unterstützung der Berufsschule und der Eltern die Jungen zu begeistern vermocht und sie gelehrt, Herausforderungen zu bewältigen.

Für Bühler sei klar, dass sich die Investitionen in die Lehrlingsausbildung lohne. Mit Stolz berichtete Oswald, dass der gesamte Notendurchschnitt aller Bühler-Lehrlinge bei 4,9 liege. Zum Abschluss des kurzweiligen Abends hatte Rolf Huwyler einen bildlichen Querschnitt durch die hervorstechenden Ereignisse der letzten vier Jahre vorbereitet. Beim nachfolgenden Apéro schloss sich der Kreis, der vor drei oder vier Jahren mit dem Lehrbeginn seinen Anfang genommen hatte.