Lerchenfeld-Baustelle sorgt für Verspätungen

WIL. Dieser Tage durch Wil zu fahren, ist eine Challenge. Gleich zwei Grossbaustellen behindern den Verkehr und die Staus sind länger als sonst. Dies betrifft auch die öffentlichen Verkehrsmittel. Während Wil Mobil und Regiobus kaum Probleme melden, stehen die von Zuzwil kommenden Postautos wiederholt im Stau.

Simon Dudle
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Wegen den Sanierungsarbeiten auf der Lerchenfeldstrasse im Wiler Stadtzentrum stehen Busse und Postautos oftmals im Stau. (Bild: Simon Dudle)

Wegen den Sanierungsarbeiten auf der Lerchenfeldstrasse im Wiler Stadtzentrum stehen Busse und Postautos oftmals im Stau. (Bild: Simon Dudle)

Zu den Hauptverkehrszeiten braucht es in der Stadt Wil Geduld. Gleich zwei Grossbaustellen behindern den Verkehr. An der Ortsgrenze zu Rickenbach entstehen zwei neue Kreisel und einer wird saniert, im Stadtzentrum wird die 30jährige Lerchenfeldstrasse erneuert. Seit die Schulferien vorbei sind, hat sich die Situation wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens zugespitzt. Zwar regelt eine temporäre Ampel auf der Nordseite des Bahnhofs den Verkehr gut, dafür kommt es zu Rückstaus bis in den Schwanenkreisel.

Auch der öffentliche Verkehr bekommt die neue Situation zu spüren. Von der Baustelle auf der Lerchenfeldstrasse, wo noch bis im November gebaut wird, sind die Wil-Mobil-Linie vom Bahnhof zum Wilerwald und die Postautos von Wil nach Zuzwil und umgekehrt tangiert. «Zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen kommt es während etwa zweier Stunden zu Verspätungen und die Anschlüsse können teilweise nicht eingehalten werden», sagt Urs Bloch, Mediensprecher von Postauto Schweiz. Am Abend sieht es nicht besser aus und es kommt laut dem Sprecher zu Verspätungen von teilweise bis zu 15 Minuten. «Die Anschlüsse sind weder in Wil, Uzwil noch in Bischofszell garantiert», sagt Bloch.

Ein Postauto früher nehmen

«Wegen der Baustellen gibt es derzeit mehr Reaktionen. Die Kunden zeigen in der Regel Verständnis für die Situation. Sie sehen auch, dass das Postauto im Stau steckt und deshalb ein zweites Postauto keinen Nutzen hätte», sagt der Postauto-Sprecher. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als die Fahrgäste darauf hinzuweisen, zu den Hauptverkehrszeiten ein Postauto früher zu nehmen, wenn man auf Anschlüsse angewiesen sei.

Nur «vereinzelte Probleme» meldet Wil Mobil, obwohl die Stadtbusse der Linie «Wilerwald» ebenfalls auf der Lerchenfeldstrasse fahren. «Wir können die Reaktionen an einer Hand abzählen», sagt Hans Koller, Leiter Markt bei Wil Mobil. Es sei auch schon zu Ausfällen gekommen, weil der Bus nicht rechtzeitig am Bahnhof war. «Bei dieser kurzen Fahrzeit haben wir auch eine kurze Reaktionszeit», sagt Koller.

Die neue Ampel am Bahnhof wirke sich auf die Busse positiv aus, auch wenn der öffentliche Verkehr keine Bevorzugung gegenüber dem Individualverkehr hat. Massnahmen sind aus Kollers Sicht keine nötig: «Wir beobachten die Situation.»

Hauptprüfung steht noch bevor

Mit Regiobus ist ein drittes Unternehmen auf dem Platz Wil aktiv. Die orange-weissen Busse verkehren vom Bahnhof via Toggenburgerstrasse, Schwarzenbach, Algetshausen und Henau nach Uzwil – also nicht über die Lerchenfeldstrasse. Regiobus-Geschäftsführer Bruno Huber sagt zur aktuellen Situation: «Wir erreichen die Anschlüsse auf die Züge mehr oder weniger immer. Das hat uns selber überrascht. Dies ist nur möglich, weil wir in Wil nicht lange zuwarten, wenn ein Zug verspätet ist.»

Das Unternehmen hat sich vorbereitet und ein Konzept mit einem zweiten Bus in der Schublade. «Falls dieses zum Einsatz kommt, müssten die Leute eine Woche lang leiden, danach wäre es aber gut», sagt Huber. Die Hauptprüfung steht aus seiner Sicht noch bevor, wenn das Wetter deutlich schlechter und kälter wird. Dann würden viele Leute von Velo und Roller auf den Bus umsteigen, was mehr Zeit beim Ein- und Aussteigen in Anspruch nimmt.

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