Niederhelfenschwil
Wenn das Flötenspiel eine Leidenschaft ist: Irene Bernhardsgrütter unterrichtet während 18 Jahren

Zehn Jahre haben Irene Bernhardsgrütter und Katrin Fürer das Flötenensemble der Musikschule Wil-Land geleitet. Nun gaben sie ihr letztes Konzert.

Zita Meienhofer
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Irene Bernhardsgrütter (2.v.r) und Katrin Fürer (3.v.r) haben 31 Flötenschülerinnen und -schüler sowie Ensemblemitglieder auf das letzte gemeinsame Konzert vorbereitet. Begleitet wurden sie von Remo Bernhardsgrütter (rechts) am Piano.

Irene Bernhardsgrütter (2.v.r) und Katrin Fürer (3.v.r) haben 31 Flötenschülerinnen und -schüler sowie Ensemblemitglieder auf das letzte gemeinsame Konzert vorbereitet. Begleitet wurden sie von Remo Bernhardsgrütter (rechts) am Piano.

Bild: Zita Meienhofer

Eines erfuhr Isaac Makhdoomi schon als kleiner Knirps: Ist die Lehrerin gut, dann liebt man sein Musikinstrument. Makhdoomi, Jahrgang 1984, ist einer der zurzeit bekannteren Schweizer Blockflötenvirtuosen. Der Aussage von Makhdoomi würden die rund 30 Blockflötenschülerinnen und -schüler von Irene Bernhardsgrütter und Katrin Fürer wohl sofort zustimmen, denn dass sie ihr Instrument lieben, das war an ihrem Konzert sicht- und vor allem hörbar.

Katrin Fürer wie auch Irene Bernhardsgrütter lernten beide, so bald es möglich war, Blockflöte zu spielen. Sie sagen unisono: «Blockflöte ist ein gutes Anfängerinstrument.» Sie wissen, dass mit der Blockflöte besonders leicht die Grundlagen des Musizierens erlernt werden können, sie wissen aber auch, dass auf der Blockflöte noch viel mehr möglich ist und ein wirklich professionelles Spielen sehr viel Übung erfordert. Dieses Wissen müssen sie immer wieder vermitteln, gerade dann, wenn die Aussage im Raum steht, dass das Kind nun endlich ein «richtiges» Instrument lernen soll.

Ein Konzert soll ein Thema haben

Katrin Fürer und Irene Bernhardsgrütter leiteten während zehn Jahren das Flötenensemble der Musikschule Wil-Land.

Katrin Fürer und Irene Bernhardsgrütter leiteten während zehn Jahren das Flötenensemble der Musikschule Wil-Land.

Bild: Zita Meienhofer

Seit mehreren Jahren geben sie ihr Wissen, ihr Können auf der Blockflöte – der Sopran-, Alt- und Tenorblockflöte – weiter. Irene Bernhardsgrütter unterrichtet seit 18 Jahren, Katrin Fürer seit 13 Jahren. Das Flötenensemble der Musikschule Wil-Land haben sie etwa vor zehn Jahren übernommen. Nun hört Irene Bernhardsgrütter aus beruflichen Gründen als Lehrerin und die Leitung des Ensembles übergeben die beiden ausgebildeten Kindergärtnerinnen in andere Hände.

Es war deshalb das letzte Konzert, ein Konzert das sie dank der Lockerungsmassnahmen nun durchführen konnten. Und, weil man bislang zu Hause bleiben musste, wählten sie das Thema «Musig us dä Schwiiz». Ein Motto haben sie in ihren Konzerten während all den Jahren gewählt. Irene Bernhardsgrütter sagt:

«Das gibt einen roten Faden, ist schön für die Kinder und das Publikum.»
Einfühlsam begleitete Remo Bernhardsgrütter die Flötenspielerinnen und -spieler.

Einfühlsam begleitete Remo Bernhardsgrütter die Flötenspielerinnen und -spieler.

Bild: Zita Meienhofer

Die zwölf Ensemblemitglieder und die 19 Flötenschülerinnen und -schüler nahmen das Publikum mit auf eine Tour durch die Schweiz. Statt wie in den Jahren zuvor – mit Begleitmusik ab CD – spielte Remo Bernhardsgrütter auf dem Piano und untermalte das Spiel der Kinder. Mit Unterstützung der beiden Blockflötenlehrerinnen und mit Barbara Haller, die in den vergangenen Wochen ebenfalls einige der Kinder unterrichtete, boten die 31 Mädchen und Knaben ein Konzert mit vielfältigen Melodien auf einem beachtlichen Niveau.

Die Herausforderung einer gemischten Gruppe

Den Kindern machte es sichtlich Spass. Ob «S'Vogelliesi» oder «im Aargau sind zwei Liebi» die in Edelweisshemden, in Trachten oder in ein T-Shirt mit einem Schweizerkreuz gekleideten Mädchen und Knaben zeigten während des ganzen Konzertes, dass sie Freude am Spiel, am Auftreten haben. Es sei jeweils eine Herausforderung, für alle Stufen etwas Passendes zu finden, sagt Irene Bernhardsgrütter. Denn letztlich spielen Schülerinnen und Schüler, die schon seit mehreren Jahren unterrichtet werden und andere, die erst vor ein paar Monaten mit dem Flötenspiel begonnen haben. Neben dem Zusammenspiel, dem ersten gemeinsamen für die meisten Kinder, ist die Rhythmik ein Bestandteil des Ensemblealltags. Motto getreu waren dieses Jahr Milchtansen, Besenstile und Waschbretter im Einsatz.

Für einige Kinder war es das erste gemeinsame Zusammenspiel.

Für einige Kinder war es das erste gemeinsame Zusammenspiel.

Bild: Zita Meienhofer
Ob schon bald in der Oberstufe oder ob noch in der untersten Primarstufe – Flöten spielen vermag zu begeistern.

Ob schon bald in der Oberstufe oder ob noch in der untersten Primarstufe – Flöten spielen vermag zu begeistern.

Bild: Zita Meienhofer

So vielfältig wie die Schweiz, so vielfältig war auch das Konzertprogramm. «Es Buurebüebli» kann ebensogut auf der Flöte gespielt werden wie «Hemmige» oder «Alperose». Dass dieses Konzert stattfindet konnte, freute die beiden Leiterinnen sehr. Irene Bernhardsgrütter sagt:

«Es ist wichtig, dass die Kinder vor Publikum spielen können.»

Deshalb tritt das Ensemble während des Jahres öfters auf: im Altersheim, in Roratefeiern, bei Einweihungen oder auch schon vor der Gemeindeversammlung und am Jahreskonzert der Musikschule.

Zur Ensemblestunde gehört der Rhythmusunterricht.

Zur Ensemblestunde gehört der Rhythmusunterricht.

Bild: Zita Meienhofer

Für Irene Bernhardsgrütter war es das letzte Konzert mit dem Ensemble wie auch mit ihren Flötenschülern. Wie viele Kindern sie während der vergangenen 18 Jahre das Flötenspiel lehrte, das kann sie nicht beantworten. Etwa 20 Schülerinnen und Schüler habe sie jährlich unterrichtet. Etwas, was sie mit grosser Hingabe tat. Und diesen erging es wohl wie Isaac Makhdoomi: Die Lehrerin war gut und so liebten oder lieben sie heute noch das Instrument.