LENGGENWIL: Weltrekord im Visier

Seit dem 12. September, seinem 50. Geburtstag, weiss Roland Hug aus Zuzwil, dass er den Weltrekord im Dauermusizieren brechen will. Heute um 12 Uhr hat er begonnen. Nach 27 Stunden hat er es geschafft. Er sammelt Geld für Spitalclowns.

Zita Meienhofer
Drucken
Teilen
Roland Hug ist bereit für den Weltrekordversuch, der heute um 12 Uhr im Restaurant Krone in Lenggenwil beginnt. (Bild: Zita Meienhofer)

Roland Hug ist bereit für den Weltrekordversuch, der heute um 12 Uhr im Restaurant Krone in Lenggenwil beginnt. (Bild: Zita Meienhofer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

Roland Hug ist einen Tag vor dem Start zu seinem Weltrekordversuch im Dauermusizieren weder nervös noch angespannt. «Nervös war ich, als ich das erste Mal meine Idee bekannt gab», sagt er. Das war an seinem 50. Geburtstag, am 12. September. Diese Idee trug er neun Jahre mit sich herum, seit jenem Anlass, als er als Alleinunterhalter ein Wochenende fast durchgehend spielte. Als sein 50. Geburtstag nahte, wusste er: Jetzt oder nie. «Jetzt ist es für mich noch möglich, irgendwann schaffe ich wegen der Belastung der Gelenke und Schultern nicht mehr.»

Für sein Vorhaben hat sich der gebürtige Lenggenwiler gut vorbereitet. Der Musiker, der seit 38 Jahren Akkordeon und Cornet spielt, beschäftigt sich seit eineinhalb Jahren intensiv mit dem Keyboard und lernt seit sechs Wochen Xylophon und Alphorn. Zudem wird er während seines Weltrekordversuchs auch löffeln.

250 Titel, alle auswendig

27 Stunden muss Roland Hug schaffen, 30 Stunden sind sein Ziel. Nach 55 Minuten Spielzeit darf er eine fünfminütige Pause machen. Zwischen den einzelnen Stücken sind 30 Sekunden Pause erlaubt. Sein Repertoire beträgt rund 250 Titel, die er alle auswendig spielt. «Während zehn Stunden wird kein Stück wiederholt», erklärt er. Er hat sich auf alle Eventualitäten vorbereitet. Reserveinstrumente stehen bereit, Magnesium – falls er Muskelkrämpfe bekommt – hat er dabei und auch sein Masseur wird, wenn nötig, anwesend sein. Verpflegen wird er sich mit kleinen Häppchen, die gut von Hand eingenommen werden können sowie Energieriegel. «Wichtig ist», so der gelernte Zimmermann, «dass ich viel trinke, pro Stunde einen halben Liter». Die Flüssigkeit wird er via langem Trinkhalm aus einer auf dem Boden stehenden Flasche zu sich nehmen.

Antrieb für seinen Weltrekordversuch ist nicht der Eintrag ins Guinnessbuch. Das ist Roland Hug ein zu kostspieliges Unternehmen. «Ich musiziere lieber für einen guten Zweck», sagt er, «das spornt mich an und gibt meinem Vorhaben einen Sinn.» Roland Hug hat dafür einen Stundenmarathon initiiert. Zuschauer und Interessierte können pro Stunde einen Betrag spenden, der der Stiftung Theodora (Spitalclwons) zu Gute kommt. Es ist auch keine Aufsichtsperson anwesend. Den Beweis liefern Filmaufnahmen. Während seines Vorhabens ist eine Kamera auf ihn gerichtet – und eine Uhr läuft.

Beginn war heute Donnerstag, 12 Uhr im Restaurant Krone in Lenggenwil. Jedermann ist als Zuschauer willkommen. Interessierte am Stundenmarathon melden sich bei roland.hug@bluewin.ch oder zahlen auf das auf ihn lautende Spendenkonto der Raiffeisenbank Wil (IBAN: CH20 8132 0000 0004 8785 6) ein.